8. April 2015

Für das Gute danken mit Kindern


Glaube an Kinder vermitteln durch das Gespräch mit Gott, das Gebet – vor dem Essen, am Abend und zu jeder anderen Tageszeit. Beten heißt, Gott zu danken.

Otto Neubauer, Leiter der Akademie für Evangelisation der Gemeinschaft Emmanuel, stand in einem Interview Rede und Anwort. Einer unter vielen Aspekten der Glaubensvermittlung an unsere Kinder stellt seiner Ansicht nach das Gespräch mit Gott dar, das Gebet – vor dem Essen, am Abend und zu jeder anderen Tageszeit auch. Denn Beten heißt, Gott zu danken.

Ab wann können Kinder beten und danken?

Ob es einen konkreten Zeitpunkt gibt, ab dem man mit Kindern über Gott und zu Gott sprechen könne, haben wir Otto Neubauer gefragt. Ab dem ersten Geburtstag? Oder erst mit Schuleintritt? Wenn das Kind selbst das erste Wort sprechen oder eigenständig Sätze formulieren kann? „Nein, nein, das geht schon viel früher“, meint Neubauer und erzählt: „Meine Frau und ich haben bereits damit begonnen, als unsere Kinder selbst noch nicht sprechen konnten. Wir haben vom Säuglingsalter an mit ihnen gebetet: Am Abend singen wir – übrigens immer noch, jetzt sind die Kinder schon viel größer – ein Lied und danken Gott für den schönen Tag.“ So seien die Eltern zum Vorbild ihrer Kinder geworden, die ganz natürlich mit dem Gebet als Gespräch mit Gott aufgewachsen seien und schließlich, als sie selbst formulieren konnten, mitgebetet haben. „So kommen Kinder am einfachsten und natürlichsten zu einem Glauben, der ihnen Halt, Zuversicht und Gottvertrauen gibt.“

Wann betet man am besten mit Kindern?

Neubauer sieht das Gebet als etwas Alltagstaugliches: „Es gibt bei uns fixe Gebetszeiten, da ist das Gebet tatsächlich ein Ritual geworden. Aber es gibt auch Momente, in denen ganz spontan gebetet wird. So machen wir vor und nach dem Essen ein Kreuzzeichen, um für die guten Gaben zu danken, wir bitten beim Frühstück für den bevorstehenden Tag und beten am Abend ein längeres Gebet, in dem wir den Tag Revue passieren lassen und überlegen, wofür wir heute danken dürfen oder wofür wir vielleicht um Verzeihung bitten sollten.“ Auch Gebete, die Kraft und Mut geben sollen, werden am Morgen gebetet, beispielsweise, wenn die Kinder an diesem Tag vor einer Herausforderung stehen, wie zum Beispiel Prüfungen oder Schularbeiten. Zu den spontanen Gebeten der Familie Neubauer gehören solche, die sie sprechen, wenn sie das Martinshorn einer Rettung hören: „Dann beten wir für den Verletzten oder Kranken, der in diesem Wagen liegt, gemeinsam ein ‚Gegrüßet seist du, Maria‘ – das geht schon ganz von allein: Einer beginnt und die anderen stimmen einfach mit ein.“

Danken und auf das Wesentliche konzentrieren

„Das Beten ist bei uns ein fixer Bestandteil des Alltags geworden: Wir wissen, wem wir für all das Gute danken dürfen, das uns widerfährt“, erklärt Otto Neubauer. „Deshalb steht auch bei jeder Geburtstagsfeier die Dankbarkeit Gott gegenüber im Vordergrund: danken dafür, dass wir am Leben sein dürfen und dass es uns alle gibt.“

Passend dazu: Beten – erste Schritte



EIN ARTIKEL VON
  • Otto Neubauer

    Ich bin verheiratet, Vater von sechs Kindern und leitete für die Gemeinschaft Emmanuel die Internationale Akademie für Evangelisation und die ersten Gemeindemissionen neuen Stils Anfang der 90er-Jahre in Österreich und Deutschland. Heute führe ich die Akademie für Evangelisation, ein Ausbildungszentrum für Dialog und innovative Mission in Wien.


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