5. März 2015

Unser Fastenkalender


Etwa zwei Wochen lang begleitet uns unser selbstgebastelter Fastenkalender nun schon durch die Fastenzeit und erinnert uns an unsere Fastenvorsätze.

Unser Familienkunstwerk ziert die Tür zum Wohnzimmer. Sogar Gregor (der Kleinste) hat tüchtig mit Wasserfarben und Pinsel daran gemalt. Wir haben uns geeinigt, jeden Tag den Weg mit einem schwarzen Stift weiterzuzeichnen und jeden Punkt mit einem Smiley-Gesicht zu verzieren. So können wir immer gleich erkennen, wo wir uns gerade befinden. Benni hatte die geniale Idee, die Sonntage als Sonnen darzustellen. Das passt ganz wunderbar und verleiht dem Bild zusätzlich Fröhlichkeit.

Die Fastenzeit ist ja schließlich keine Zeit der Trauer, sondern der Besinnung auf das Wesentliche. Freude am Leben ist für mich etwas ganz Wesentliches! Fritz hat den Regenbogen ganz oben über dem Kreuz gemalt, als Symbol für die Buntheit des Lebens und die Verheißungen Gottes. Der Fastenkalender weist uns jeden Tag darauf hin.

Noch halten die Fastenvorsätze

Wie es uns mit unseren Fastenvorsätzen geht? Was meine Vorschläge betrifft, wurden sie überraschenderweise alle angenommen. Das heißt, wir beschlossen gemeinsam, dass wir beim Essen bewusst sparen und das Geld dem Verein “Brücke nach Uganda” spenden wollen. Zwar wurden dann zu Mittag schon öfters Wünsche nach mehr Fleisch geäußert, doch im Großen und Ganzen macht meine Familie mit.

Leicht ist es nicht immer

Ich selbst merke, dass mir der Verzicht auf Schokolade schwerer fällt als gedacht. Aber bisher bin ich eisern geblieben. Glücklicherweise gibt es ja die (für uns) fastenfreien Sonntage! Allerdings mache ich im Supermarkt immer einen großen Bogen um die Schoko-Osterhasen, um nicht in Versuchung zu geraten. Mit meinen sonstigen Vorsätzen geht’s mir ganz ok. Das Nicht-Meckern ist manchmal ganz schön schwierig…

Wochenvorsätze zur Fastenzeit

Was unsere speziellen Wochenvorsätze betrifft – nun, der Anfang war nicht gerade einfach. Für die erste Woche, die ja etwas verkürzt war, nahmen wir uns vor, weniger Medien zu konsumieren, was den Gebrauch von Handy etc. mit einschloss. Es war ein netter Versuch, doch ich denke, wir sollten das wiederholen.

Die zweite Woche stand im Zeichen der Dankbarkeit. Wir nahmen uns vor, Gott und einander für alles Gute zu danken. In dieser Woche wurden alle der Reihe nach krank und mir war oft gar nicht danach zumute, auch noch “danke” dafür zu sagen, dass ich so viel extra zu tun und alle zu versorgen hatte. Aber irgendwie rang ich mich dann meist doch durch, meine tägliche Dankbarkeitsliste in meinem Tagebuch zu führen und fand meistens mehr als drei Dinge, für die ich wirklich von Herzen dankbar sein konnte.

“Positiv denken” in der Fastenzeit

Auch wenn ich die Phrase “positiv denken” nicht sonderlich mag, versuchte ich, die Dinge mal aus einer anderen Perspektive zu sehen. So wurde z.B. aus: “Warum sind bloß alle krank und ich muss alles alleine machen?” der Satz: “Danke, Gott, dass ich gesund bin und mich um alle kümmern kann.” Oder aus: “Muss es denn bei uns immer so laut und unaufgeräumt sein?” wurde: “Danke, Gott, dass du mich mit einer so großen Familie gesegnet hast und unser Haus voller Leben ist.” Mit Freude stellte ich in dieser Woche fest, dass die Kinder und auch Georg immer wieder “danke” sagten für kleine Liebesdienste. Sie merkten anscheinend sehr wohl, wie sehr ich an meine Grenzen kam. Das aufrichtige “danke” tat mir sehr gut! Also irgendwie hat dieses Wochenmotto unser Familienklima deutlich verbessert! Für die dritte Fastenwoche lautet unser Vorsatz: Ich möchte jeden Tag einem anderen Familienmitglied etwas Gutes tun. Mal sehen, wie das unseren Alltag verschönern wird! Mit dem Fastenkalender und unseren Wochenvorsätzen erleben wir als Familie die Fastenzeit viel bewusster und gehen gemeinsam den Weg auf Ostern hin.

Wir empfehlen: Ideen für das Fasten mit der Familie, Vier Gedanken für die Fastenzeit

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EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Wieselburg. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nun unterrichte ich mit meinem Mann unsere vier Kinder zuhause und bin Autorin und Kulturvermittlerin im Stift Melk.


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