18. Februar 2015

Fasten mit Kindern: Kreative Möglichkeiten

Fasten mit Kindern - meinefamilie.at

Die Fastenzeit, eine Zeit der Besinnung, der inneren Reinigung und der Vorbereitung auf das Osterfest kann eine ganz besondere Zeit in der Familie werden, wenn man sie bewusst gestaltet.

Fastenzeiten gibt es im christlichen Glauben vor jedem großen Fest. Es tut uns Menschen gut, nicht das ganze Jahr hindurchzufeiern, sondern bewusst Zeiten der Zurückhaltung und Zeiten des Feierns zu begehen.

Zeit für Warten und Fasten mit Kindern

Auch der Advent wäre ja eigentlich eine Zeit des Fastens und Wartens auf die Ankunft Jesu, doch heutzutage wird er immer mehr mit vorweihnachtlichen Aktivitäten angefüllt. Das Weihnachtsfest, auf das alle warten, wird im Prinzip oft vorweggenommen, was sich auch an den Einkaufsgewohnheiten zeigt. Mitte Dezember bekommt man oft keine Lebkuchen mehr, obwohl sie ja für das Fest gedacht wären! Es braucht viel Kraft und Idealismus, um dieser Entwicklung als christliche Familie entgegenzuwirken.

Bewusste Auszeit als Familie

Die Zeit vor Ostern ist noch nicht ganz so vom Kommerz eingenommen. Zwar übernehmen die Schoko-Osterhasen fast lückenlos den Platz der Schoko-Weihnachtsmänner in den Regalen – was mich wirklich stört – doch die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostersonntag ist sonst eher ruhig. Das macht die Fastenzeit zu einer idealen Zeit, um als Familie eine bewusste Auszeit zu nehmen von Dingen, die das restliche Jahr über als selbstverständlich gelten. Ich kann hier natürlich nicht für alle sprechen, in unserer Familie halten wir einen „Familienrat“ zu dieser Frage.

Idee: Fastenkalender

Mein Vorschlag für heuer lautet: Machen wir einen Fastenkalender, der die vierzig Tage bis Ostern deutlich darstellt und sie in sieben übersichtliche Wochenabschnitte einteilt. Sieben Wochen sind für Kinder, aber auch für Erwachsene eine lange Zeit, wenn es ums Fasten und Verzichten geht. Ganz wichtig daher: Die Sonntage sind von der Fastenzeit ausgenommen! An den Sonntagen wird gefeiert und gut gegessen! So lässt sich die restliche Zeit wesentlich einfacher bewältigen…

Einfacher kochen und Gespartes spenden

Ich möchte bewusst wochentags einfacher kochen, also weniger Fleisch und auch weniger Süßes. Das Geld, das wir uns dadurch ersparen, möchte ich einem sozialen Projekt spenden. Zur Motivation für die Kinder soll das nicht irgendein Projekt sein, sondern eines, zu dem sie Bezug haben: Elsa Schagerl, eine Bekannte von uns, betreut das Projekt „Brücke nach Uganda„. Sie ist gerade selbst dort, schickt uns Fotos und schreibt uns per Mail ein paar Dinge, die sie dringend brauchen. Natürlich muss es kein Projekt sein, das so weit weg ist. Dieses passt eben für uns gerade sehr gut. Insgeheim hoffe ich ja, dass unsere Kinder so dafür brennen, für dieses Projekt Geld zu sammeln, dass sie vielleicht noch andere kreative Spendenmöglichkeiten finden.

Motto für jede Woche der Fastenzeit

Für jede Fastenwoche möchte ich ein „Motto“ auswählen, wie zum Beispiel: Diese Woche versuche ich, nicht zu murren, wenn mich jemand um etwas bittet. Oder: Diese Woche spiele ich bewusst weniger am Smartphone. Alle Familienmitglieder nehmen das Wochenmotto ernst und spornen einander an, es gut umzusetzen.

Nachdenken und danke sagen

In unserer Familienandachtszeit möchte ich bewusst Texte und Bilder einbauen, die zum Nachdenken anregen und diese besondere Zeit bereichern. Vor allem das Thema Dankbarkeit soll einen wichtigen Platz bekommen.

Ich habe absichtlich nicht allzu viele Vorschläge fürs Fasten und Gestalten der Fastenzeit formuliert, denn ich möchte weder die Kinder noch mich selbst überfordern. Für mich ist es schon ein großer Schritt, wenn wir überhaupt einen Konsens finden, die Fastenzeit heuer ganz bewusst zu (er)leben.

Passend zum Thema: Ausmisten in der Fastenzeit

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EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Wieselburg. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nun unterrichte ich mit meinem Mann unsere vier Kinder zuhause und bin Autorin und Kulturvermittlerin im Stift Melk.


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