13. September 2016

Enzyklika Laudato si für Kinder erklärt

Enzyklika Gaisbauer - meinefamilie.at

In seinem neuesten Kinderbuch erklärt Journalist und Autor Hubert Gaisbauer Kindern die Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus.

Warum schreibt der Papst keinen Brief an uns Kinder? Wir werden ja in der Zukunft leben!“ Diese Frage seiner Enkelin Caro, die sie ihm während eines Gespräches über die Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus gestellt hat, inspirierte den bekannten Journalisten und Autor Hubert Gaisbauer zum Buch “Ein Brief für die Welt”: In 23 Briefen an seine Enkelin versucht er, anhand ausgewählter Originalstellen der Enzyklika die wesentlichen Punkte des Schreibens darzulegen. Aber nicht nur das: Es gelingt ihm, die Inhalte der Enzyklika an den Alltag von Kindern anzubinden und in ihrem Leben zu verankern. Glaube ganz konkret, sozusagen.

Die großen Themen Umwelt, Arbeit, Konsum

Themen wie Tierschutz, Konsumverhalten, Arbeitslosigkeit oder auch der „freie Sonntag“ werden angesprochen.

An einer Stelle des Buches etwa erzählt Hubert Gaisbauer etwa von den Hirschkäfern, die es noch in großer Zahl gab, als er ein Kind war und die er so geliebt hat. Es mache ihn traurig, so Gaisbauer, dass diese riesigen Käfer mittlerweile vom Aussterben bedroht sind. Dabei sei es doch so wichtig, Geschöpfe wie sie zu schützen. Und auch die Natur um uns herum benötige unseren Schutz.

Und er erzählt über die „coolen Jeans“, die mit viel Aufwand im Ausland hergestellt werden. Oftmals seien Kinder an der Herstellung beteiligt, die doch eigentlich besser in die Schule gehen sollten. Die Bedingungen, unter denen sie arbeiten müssen, seien unvorstellbar. Darum spreche Papst Franziskus auch vom Kaufen als einer „moralischen Handlung“ und wird nicht müde zu betonen, dass es uns nicht egal sein darf, woher die Waren in unseren Regalen kommen und unter welchen Bedingungen sie erzeugt werden.

Auch die Geschichte des Syrers Yakub findet sich in dem Buch, die in eindrucksvoller Art und Weise zeigt, warum ein Arbeitsplatz so wichtig ist. Yakub nämlich will Tischler werden. Seit einem Jahr lebt er nun bereits in einem Flüchtlingsheim in Österreich. Die Situation ist schwierig für ihn, denn der Bescheid, ob er in Österreich bleiben darf oder nicht, ist noch ausständig. Nur zu warten und nichts zu tun, ist für ihn eine echte Qual. Er will endlich wieder arbeiten. Er will wieder produktiv werden, endlich das Gefühl haben, ein „richtiger“ Mensch zu sein, nicht so „nutzlos“ herumsitzen.

Aus dem Leben gegriffen

Mit jeder einzelnen Geschichte schafft Hubert Gaisbauer den Spagat, die Ernsthaftigkeit dieser Themen aufzugreifen und auf die Verantwortung von uns Menschen hinzuweisen, ohne damit seine  Leserschaft zu überfordern. Die Geschichten sind auf ein junges Publikum zugeschnitten, sie sind aus dem Leben gegriffen und durch und durch authentisch.

Kurze Sachtexte erläutern außerdem Begriffe wie „Enzyklika“ oder „Klimawandel“ oder „Schöpfung“ und geben Auskunft über Papst Franziskus und seinen „Namensgeber“, den heiligen Franz von Assisi. Stimmungsvoll illustriert wurde das Buch von Leonora Leitl.

Am Ende haben Kinder eine gute Ahnung davon, was eine Enzyklika ist und was sie mit ihnen selbst zu tun hat.

Ein Brief für die Welt

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Hubert Gaisbauer, Leonora Leitl
2016, Tyrolia
ISBN: 978-3-7022-3523-9

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EIN ARTIKEL VON
  • Andrea Harringer

    „Meine Mami schreibt das auf, was ihr andere Leute erzählen.“ Das sagte mein Sohn, als man ihn fragte, was seine Mama beruflich mache. Seit 2001 bin ich Redakteurin in der Erzdiözese Wien, schreibe für den „Sonntag“ und versuche, Themen wie Familie, Kinder und Erziehung auch aus einem christlichen Blickwinkel zu beleuchten.


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