21. Oktober 2017

Enkel unterstützen Opa bei seiner OP

Enkel unterstützen Opa bei seiner OP - meinefamilie.at

Wenn Opa ins Krankenhaus muss, nehmen die Enkel Anteil durch Gebet und Gesten. So kann Gottvertrauen im Alltag ganz praktisch gelebt werden.

Für meine Enkel bin ich der Superheld, der alles kann, der alles weiß, der über jede Hürde springt und dem sie nacheifern können. Doch seit einiger Zeit blieb es ihnen nicht verborgen, dass ich im Wettlauf nicht mehr mit ihnen mithalten konnte. Tatsächlich hatte sich in meiner linken Hüfte eine Arthrose eingeschlichen, die immer schmerzlicher wurde. Nachdem alle physiotherapeutischen Anwendungen versagt hatten, entschloss ich mich zu einem künstlichen Hüftgelenk. Ich versuchte dies meinen Enkel kindgemäß plausibel zu machen.

„Opa, du kommst also ein neues Bein? Und das alte wird abgesägt“, fragte Mirell voller Überraschung. „Aber nein!“, verbesserte der achtjährige Michael seine zwei Jahre jüngere Schwester. „Der Opa bekommt Eisen ins Bein, damit es wieder ganz stark wird.“ Nach all diesen kindlichen Kommentaren zeigte ich meinen Enkeln aus Abbildungen im Internet, wie das mit einer implantierten, neuen Hüfte funktioniert.

Voller Gottvertrauen in den Operationssaal

Nun war es soweit. Am Tag der Operation erhielt ich eine mündliche WhatsApp-Message von meinem dreijährigen Enkel Elias aus Salzburg: „Danke Jesus, dass du auf Opa bei der Operation aufpasst. Amen!“ Mit diesem zarten Stimmchen so voller Gottvertrauen im Hinterkopf wurde ich auf dem Krankenhausbett in den Operationssaal geschoben. Aufgrund der spinalen Narkose erlebte ich den einstündigen Eingriff zwar schmerzfrei, aber bei vollem Bewusstsein. Da wurde gesägt, gehämmert und gebohrt. Aber bei all dieser ärztlichen Schwerarbeit schwangen in meinem Innern wie eine himmlische Melodie die Worte des kleinen Elias mit: „Danke Jesus, dass du auf Opa bei der Operation aufpasst! Amen.“

Elias bittet im Gespräch mit Jesus um ein gutes Gelingen der Operation (Foto: Emmanuel Fleckenstein).

Als ich nach erfolgreicher Operation ins Krankenzimmer zurückgebracht wurde, lag ein Brief meiner Enkelin Mirell in Form eines gemalten Bildes auf dem Nachtkästchen mit den Worten: „Opa, I Love You!“

Ein „Liebesbrief“ von Mirell erwartet Opa nach der Operation (Foto: Louisa Fleckenstein).

Mit so viel Trost und Liebe meiner Enkel umgeben musste ja die Genesung schnell voranschreiten. In der Tat, schon vier Tage nach dem Klinikaufenthalt ging es schon nach Hause. An der Haustüre stand ein Empfangs-Komitee: Michael und Mirell überreichten mir einen wunderschönen Orchideen- Blumenstock. Das freudige Wiedersehen musste mit einer original-orientalischen Pizza gefeiert werden. Plötzlich piepste das Telefon mit einer neuen WhatsApp-Botschaft: „Hallo Opa, ich danke Jesus, dass er auf dich aufgepasst hat. Amen!“ Bei so viel Gottvertrauen war ich fast zu Tränen gerührt. Mit einer WhatsApp-wendenden Antwort rief ich Elias über dem Äther zu: „Lieber Elias, ich danke dir so sehr und ich umarme dich ganz fest, weil Jesus dein Gebet erhört hat.“ Eine Minute später kam eine Antwort zurück: „Opa, ich zünde in der Kirche mit Papa und Mama und Naomi eine Kerze für dich an.“

Das Empfangs-Kommitee durch Mirell und Michael begrüßt Opa nach seiner Rückkehr von der Klinik (Foto: Louisa Fleckenstein).

Als ich Mirell und Michael den Rollator zeigte und mich damit vorsichtig vorwärts bewegte, riefen sie spontan aus: „Das ist ja ein Laufstall wie bei Ur-Oma Rahme!“

Mirell und Michael haben Freude daran, mit Opa am Rollator Gehversuche zu machen (Foto: Louisa Fleckenstein).

Auch ich hätte mir nicht träumen lassen, das ich eines Tages wie meine altersschwache 97-jährige Schwiegermutter die ersten neuen, Gehversuche mit der neuen Hüfte mit einem Laufwagen machen würde. Gleichzeitig konnte ich meine bestürzten Enkel beruhigen: „Ihr Lieben, das ist nur die die nächsten sechs Wochen. Dann werde ich wieder ganz normal laufen können. Und nach drei Monaten werden wir unseren gemeinsamen Wettlauf starten. Ich bin jetzt schon gespannt, wer dann siegen wird.“

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EIN ARTIKEL VON
  • Karl-Heinz Fleckenstein

    Als ich das erste Mal 1981 eine Pilgergruppe ins Heilige Land führte, fand ich meine Ehefrau Louisa. Seit dieser Zeit führen wir gemeinsam Pilgergruppen auf die Spuren der Bibel. Als Theologe und Reiseleiter fand ich hier auch meine “wahre” Heimat.


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