6. November 2019

Die Botschaft des heiligen Martin leben

Die Botschaft des heiligen Martin leben

Ganslessen und mit den Kindern und selbstgebastelten Laternen singend durch die Straßen ziehen, wer kennt diese Brauchtümer nicht? Gewidmet sind sie dem heiligen Martin von Tours, dem wir am 11. November gedenken.

Sieht man eine Darstellung des heiligen Martin, ist es meistens jene Szene, in der er seinen Mantel mit einem armen, frierenden Bettler teilt. Als er diese Tat vollbrachte, die ihn unvergesslich werden ließ, war er offiziell noch kein Christ, dafür aber Mitglied der Armee.

Nichtsdestotrotz hat er das Evangelium gelebt. Er ließ zu, dass Gott sein Leben änderte.

Wie kann man die Botschaft des heiligen Martin in den Alltag integrieren?

Dietrich Bonhoeffer schrieb einmal: „Wir müssen bereit werden, uns von Gott unterbrechen zu lassen.

Gott wird unsere Wege und Pläne immer wieder, ja täglich durchkreuzen, indem er uns Menschen mit ihren Ansprüchen und Bitten über den Weg schickt.“

In der ersten Biografie des heiligen Martin, verfasst durch den Kirchenschriftsteller Sulpicius Severus, kann man seine an den Kaiser gerichteten Worte lesen: „Bis heute habe ich dir gedient, Herr, jetzt will ich meinem Gott dienen und den Schwachen.“ Martin ließ sich taufen, verließ die Armee und wurde Priester.

Was hat der heilige Martin also gemacht?

Er hat sich von Gott unterbrechen lassen! Sich von Gott unterbrechen zu lassen, bedeutet mit offenen Augen, Ohren und vor allem Herzen durch die Welt zu gehen. Ist es Ihnen nicht auch unverständlich, wie es Menschen möglich ist, an dem schwer verletzten Mann vorüberzuziehen? Warum hilft nur der Samariter?

Was uns all die Erzählungen über das Leben des hl. Martin nahe bringen möchten, ist die Hinwendung zum Armen, zum Schwachen, zu unserem Nächsten, der unserer Hilfe bedarf.

Unterstützung für unsere Nächsten

Die Botschaft des heiligen Martin leben
(c)iStock

Das Leben des Heiligen fordert uns auf, an unserem Nächsten wie der gute Samariter zu handeln, und nicht einfach vorbei zu gehen. Dieser Nächste kann Ihre ältere Nachbarin sein, die sich schwer tut, ihren Einkauf alleine zu tragen.

Dieser Nächste kann ein alleinerziehender Elternteil sein, der vor der Herausforderung steht, Kinder und Arbeit unter einen Hut zu bekommen. Dieser Nächste kann jemand sein, den Sie vielleicht ganz unbewusst für selbstverständlich halten und dem ein wertschätzendes Wort ein Lächeln schenken würde.

Könnte man dem hl. Martin mehr Wertschätzung erweisen wenn man in seine Fußstapfen tritt?

Die beste Art jemanden die Botschaft dieses Heiligen nahe zu bringen, ist, sich selbst den Armen und Schwachen zuzuwenden. Dazu gibt es viele verschiedene Möglichkeiten.

Vielleicht kommt Ihnen gerade jetzt jemand in den Sinn, dem Sie Ihre Hilfe anbieten können. Wenn nicht, gibt es beispielsweise soziale Projekte wie Weihnachten im Schuhkarton oder Mary’s Meals mit denen Sie ganz konkret handeln können wie der heilige Martin.

Projekte wie diese eignen sich auch prima, um Kindern zu zeigen, was es bedeutet ein offenes Herz für den Nächsten zu haben.



EIN ARTIKEL VON
  • Magdalena Preineder

    Gott, mein Ehemann und das Schreiben sind die drei großen Lieben meines Lebens. Wenn ich nicht gerade etwas für mein Theologiestudium erarbeite, findet man mich an der Gitarre, auf Pferderücken oder irgendwo zwischen Nonstop-Lachen und Deep-Talks führen mit Freunden. Seit kurzem blogge ich zudem auf meiner eigenen Website www.herzvoll.com.


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