24. Juli 2015

Der Heilige Christophorus als Reisebegleiter


Aus unterschiedlichsten Gründen können Reisen Kindern Sorgen bereiten. Hierbei kann die Legende des Heiligen Christophorus helfen.

Der Heilige Christophorus als Reisebegleiter

Einerseits lieben Kinder die Ferien, den gemeinsamen Urlaub mit Eltern oder Großeltern, auf der anderen Seite schwingen bei vielen Kindern auch große Ängste mit. Denn auch, wenn man meint, sie bekämen beispielsweise mit drei oder vier Jahren die Nachrichten im Radio nicht mit, bestimmte Nachrichten bleiben auch bei den Kindern hängen. Da hört man aber leider nicht immer Schönes. Ganz im Gegenteil: da ein Flugzeugabsturz, dort eine Automassenkarambolage, hier eine Zugentgleisung, von Terror am Strand und Anschlägen in Städten ganz zu schweigen. Der bevorstehende eigene, aber auch der Urlaub anderer lieber Menschen kann daher Kindern große Sorgen bereiten.

Gottvertrauen und Heiligenbeistand

Leider können oben genannte Ereignisse weder ungeschehen gemacht werden, noch können wir sie von dieser Stelle aus verhindern. Was wir aber ändern können, ist die Stimmung unseres aufgrund des bevorstehenden Urlaubs beunruhigten, ängstlichen oder verunsicherten Kindes. Ein wenig Vertrauen aufbauen, dass Gott doch im Grunde das Gute und Schöne für uns will. Hierbei kann uns in Bezug auf das Reisen die Legende des Heiligen Christophorus helfen.

Christophorus – der Christusträger

Vor vielen, vielen Jahren lebte ein starker, mutiger Mann namens Offerus, der, weil er auch besonders groß gewachsen war, von vielen als „Riese“ bezeichnet wurde. Offerus bemerkte bald, nachdem er Soldat geworden war, dass er nicht nur größer als seine Kollegen war, sondern auch wesentlich stärker. Daher wollte er nicht irgendeinem König dienen, sondern dem mächtigsten. Und so machte er sich auf die Suche nach dem mächtigsten König überhaupt. Aber kaum war er bei einem König in den Dienst getreten, hörte er von einem anderen, noch mächtigeren König. So wanderte Offerus durch die Welt von einem König zum nächsten.

Eines Tages musste er einen reißenden Fluss überqueren. Da es aber keine Brücke gab, fragte er einen Einsiedler, dem er begegnete, als er eine geeignete Stelle zum Überqueren suchte, ob es denn ein Hinüberkommen gäbe. Der Einsiedler aber war zufällig eine Art Fährmann: Er begleitete Reisende durch den Fluss, da er jeden Stein kannte, jede Tiefe und jede Furt. Täglich führte er so mehrere Menschen an das gegenüberliegende Ufer. Vor der Überquerung des Flusses lud er Offerus noch zum Bleiben über Nacht ein.

In dieser Nacht erfuhr Offerus vom größten und mächtigsten Herrn, den es gab. Und als er nach diesem besonderen König fragte, da er diesem unbedingt dienen wollte, erklärte der Einsiedler: „Da brauchst du nicht mehr weiter zu suchen. Wenn du diesem Herrn dienen willst, tu einfach immer das Gute.“ Offerus entschied, den altern Einsiedler abzulösen und von nun an an seiner Statt die Reisenden durch den Fluss zu führen. Aber Offerus führte die Menschen nicht, er nahm sie auf die Schultern und setzte sie dann trockenen Fußes wieder ab.

Eines Tages kam ein Kind auf Offerus zu und wollte über den Fluss getragen werden. Offerus nahm den Kleinen auf die Schultern und begann mit der Durchwanderung des Flusses. Mit jedem Schritt aber wurde das Kind auf den Schultern schwerer und schwerer und schwerer, bis Offerus meinte, bald nicht mehr weiter gehen zu können – dennoch: Er erreichte das andere Ufer mit dem Kind auf den Schultern. Als er es absetzte, sagte der Knabe zu ihm: „Du hast Christus getragen. Von nun an sollst du Christophorus genannt werden.“

Christopherus bedeutet „der Christusträger“. Seither ist dieser beschützende, die Reisenden begleitende Heilige, der Schutzpatron aller Reisenden.

Eine Christophorus Medaille basteln

Um nun einem Kind die Angst vor dem Urlaub zu nehmen, können wir Christophorus Medaillen mit ihm basteln, die es dann selbst in den Urlaub mitnehmen oder einem lieben Menschen, der auf Reisen geht, mitgeben kann.

  • Variante 1: Das Kind zeichnet den Heiligen Christophorus wie er ein Kind durch den Fluss trägt in einen Kreis, Durchmesser circa 3 cm, die fertige Zeichnung wird rund ausgeschnitten und foliert. Mit einer Sicherheitsnadel kann die Medaille ans Gewand geheftet werden oder mit einem Bändchen um den Hals gehängt.
  • Variante 2: Sie suchen eine Christophorus-Abbildung aus dem Internet oder aus einem Buch, drucken sie in der gewünschten Größe aus und gehen weiter vor wie oben.
  • Variante 3: Sie besorgen sich einen Schlüsselanhänger, eine Kette, … mit dem Heiligen Christophorus.

So kann der Heilige die Kinder sichtbar begleiten und die Kinder können die Ferien ohne Angst genießen, denn der Schutzpatron aller Reisende begleitet sie.

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EIN ARTIKEL VON
  • Gabriela Paul

    Ich bin Mutter von drei Kindern. Nach meinem Germanistikstudium arbeitete ich jahrelang im Marketing. Dann entschied ich mich zu einer 180°-Wende und wurde römisch-katholische Religionslehrerin. Jetzt unterrichte ich Religion und Deutsch für Kinder mit Migrationshintergrund.


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