4. Juli 2015

Das Wort Gottes anwenden


Der eigentliche Sinn des Bibellesens ist ja, Gott noch besser kennenzulernen und das Wort Gottes in unserem Leben fruchtbar werden zu lassen, es anzuwenden

Das Wort Gottes anwenden

Im letzten Blogbeitrag habe ich betont, wie wichtig es sei, dass wir uns als Christen aktiv mit dem Wort Gottes beschäftigen, da es uns Kraft und Weisheit schenkt. Wozu kann es noch dienen?

Sorgen machen

Der eigentliche Sinn des Bibellesens ist es ja, Gott noch besser kennenzulernen und dann das Wort Gottes in unserem Leben fruchtbar werden zu lassen, es anzuwenden. Mir ist in letzter Zeit aufgefallen, dass die Aufforderung „Sorge dich nicht!“ oder „Mach dir keine Sorgen!“ immer wieder in der Bibel vorkommt. Sich Sorgen zu machen, scheint eine sehr typische menschliche Eigenschaft zu sein. Und doch möchte Gott nicht, dass wir es tun.

In einer Predigt hat der bekannte Pastor Rick Warren einmal gesagt, dass Sorge und Meditation eigentlich dieselbe Sache seien. Wer sich Sorgen machen kann, beherrsche auch die „Kunst“ des Meditierens. Wenn man sich über etwas Sorgen macht, dann spielt man im Prinzip auch dieselben Sätze immer wieder im Kopf durch, zum Beispiel: „Oh je, wie sollen wir das nur schaffen? Was wird aus uns werden?“ Man ist auf etwas Negatives konzentriert und das verstärkt die Angst noch.

Beim Meditieren (des Wort Gottes) sei es im Prinzip dasselbe. Man wiederholt einen oder mehrere Sätze aus der Bibel so oft, bis man sie völlig integriert hat, das heißt, sie versteht, auswendig kann und auch glaubt. Ein Beispiel dafür, Psalm 23,1: „Der Herr ist mein Hirte. Nichts wird mir fehlen.“

Das Wort Gottes in der Praxis

Am Anfang wird man diese beiden Sätze vielleicht etwas zaghaft sprechen. Da tut es gut, wenn man einzelne Worte betont. Der Herr ist mein HIRTE. NICHTS wird mir fehlen. Nach einigen Wiederholungen kann man das Gesagte dann schon besser glauben. Beim oben genannten Vers hilft es auch, sich im Kopf ein Bild dazu zu machen, was man „Visualisieren“ nennt. Ich stelle mir einen Hirten vor, einen kräftigen Burschen in einfacher Kleidung, der eine Flöte, einen Hirtenstab und einen Stock in der Hand hält und seine Augen wachsam über die grasende Herde schweifen lässt. Immer wieder ruft er seine Tiere. Seine Stimme gibt ihnen Sicherheit. Nichts entgeht ihm. Sollte sich ein wildes Tier heranschleichen oder gar angreifen, ist er sofort zur Stelle, um seine Herde zu verteidigen. Entfernt sich ein Tier zu weit von den anderen, holt er es zurück. Er kennt jedes Tier mit Namen, kennt jede Zeichnung des Fells, jede Verletzung, jede Eigenheit der einzelnen Schafe. Er weiß, welche sich gut vertragen und welche man besser auseinandersperrt. Welche neugieriger sind und welche eher zurückhaltend. Er verbringt sein ganzes Leben mit der Herde und weiß deshalb alles über jedes einzelne Schaf. Er sorgt gut für sie und meint es gut mit ihnen! Er ist ein Profi, was die Bedürfnisse seiner Schafe betrifft. Da wir in unserer Zeit nicht mehr so oft einem Hirten über den Weg laufen, können wir auch im Internet forschen. Ein Video ansehen. Ich liebe das Bild des Hirten Jesus, der ein Lamm auf seinen Schultern trägt. Es hat sich tief in mein Herz geprägt.

Sätze wie der oben genannte sind ein wertvoller Schatz. Gerade in Zeiten, wo wir uns mutlos, kraftlos und antriebslos fühlen, wo sich Sinnlosigkeit breit macht und wir nicht ein und aus wissen, können Bibelworte uns Halt und Stütze sein. Ja, man kann sie sogar wie eine Art „Waffe“ gebrauchen im Kampf gegen die Mutlosigkeit und die Angst.

Der Herr ist mein Hirte. Nichts wird mir fehlen. Gott hat das gesagt. Und damit basta.

Siehe auch: Bibel lesen



EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Wieselburg. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nun unterrichte ich mit meinem Mann unsere vier Kinder zuhause und bin Autorin und Kulturvermittlerin im Stift Melk.


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