8. Januar 2015

Beten mit Kindern – beten in der Familie


Beten mit Kindern, in der Familie, gemeinsam zu bitten, danken und zu vergeben kann den Zusammenhalt in einer Familie ungemein stärken.

In unserer Familie halten wir seit einiger Zeit eine gemeinsame Gebetszeit zu Beginn des Tages. (Das ist für uns gut möglich, da wir vorwiegend von zu Hause aus arbeiten und unsere Kinder daheim unterrichten, weshalb der morgendliche Stress wegfällt). Zuerst lesen mein Mann und ich für ca. 15 min. gemeinsam in der Bibel, dann kommen die Kinder für weitere 15 min. dazu. So wird es für die Kleinen nicht zu lang.

Wir singen meist ein oder zwei Lieder, danken Gott für das, was war, manchmal auch in Form eines Dank-Rituals. Dabei darf jedes Kind einen bunten Stein oder eine bunte Schnur zur Kerze auf dem Boden legen und laut aussprechen, wofür es Gott danken möchte.

Basteln und beten

Zu Erntedank haben wir sogar einen Baum gebastelt, an den wir Dank-Blätter gehängt haben. (Idee aus dem Internet, zur Feier des Thanksgiving-Festes in Amerika). Je nach Jahreszeit lassen sich da nette und abwechslungsreiche Varianten finden.

Dankritual in der Familie

Ein Dankritual gefällt mir persönlich besonders gut: man nimmt ein Wollknäuel und einer beginnt, es einem anderen Familienmitglied zuzuwerfen. Dabei sagt er/sie der Person persönlich danke für eine Sache. Der/die nächste gibt das Wollknäuel weiter, bis es beim letzten Familienmitglied angekommen ist. Den Vorgang kann man ein zweites Mal wiederholen. Nun sind alle durch ein wunderbares Netz der Dankbarkeit verbunden… Das stärkt den Familienzusammenhalt ungemein! (Die Idee dazu stammt übrigens nicht von mir, ich hab sie bei einer Jugendfreizeit kennengelernt).

Bitte um Segen

Nachdem wir Gott in irgendeiner Form „Danke“ gesagt haben, bitten wir ihn um Segen für den neuen Tag. Gibt es spezielle Anliegen, formulieren wir sie gemeinsam. Gibt es einen Konflikt oder etwas zu klären, halten wir einen kleinen Bußakt und vergeben einander. So sorgen wir dafür, dass sich kein Groll und Ärger aufstaut. Dann lesen wir einen Bibelvers oder eine Geschichte aus der Kinderbibel und manchmal auch Heiligengeschichten.

Wenn jemand Geburtstag hat, eine Prüfung oder sonstige Herausforderung, beten wir für dieses Familienmitglied noch extra. So starten wir gestärkt und erfrischt in den neuen Tag.

Für die meisten ist der Morgen vielleicht nicht unbedingt ein passender Zeitpunkt dafür. Wie schon erwähnt, ist unsere Situation momentan sehr speziell. Als die Kinder noch „normal“ zur Schule gingen, haben wir sie am Morgen jedes Mal gesegnet und für sie um Schutz gebetet, bevor sie das Haus verließen. Gemeinsam gebetet haben wir dann eher am Abend.

Beten mit Kindern in der dunklen Zeit des Jahres

Besonders in der Winterzeit ist es schön, als Familie zum Beispiel beim Adventskranz zu sitzen und gemeinsam zu beten und zu singen. Das ist das Schöne an der „dunklen“ Jahreszeit: die Abende sind viel länger und man rückt dadurch automatisch ein wenig näher zusammen.

Unsere Kinder lieben es auch ganz besonders, diese Advent-Andachten zu halten, meist am Samstag- oder Sonntagabend. Wer möchte, kann dies natürlich jeden Abend im Advent machen! Wir singen dabei das Lied: „Wir sagen euch an den lieben Advent…“, lesen kurze Geschichten und beten das Vaterunser gemeinsam.

Gemeinsames Gebet in der Familie

Wie auch immer das beten mit Kindern, das gemeinsame Gebet in der Familie aussieht, es hat eine ganz besondere Kraft.

So heißt es in Matth. 18,20:

„Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“

Wunderbar, diese Zusage, dass Jesus mit dabei ist, wenn wir als Paar oder Familie zum Gebet zusammenkommen!

Denn das ist ja letztlich der Sinn des Familiengebets: gemeinsam in die Gegenwart Gottes einzutauchen und dadurch gestärkt mit ihm unser Leben zu gestalten!

Ich wünsche allen, die sich auf diese spirituelle Reise ins Gebetsleben machen, alles Gute und viele spürbare Gotteserfahrungen!

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EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Wieselburg. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nun unterrichte ich mit meinem Mann unsere vier Kinder zuhause und bin Autorin und Kulturvermittlerin im Stift Melk.


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