2. Dezember 2015

Wer ist der wirkliche Nikolaus?


Wer hat sich noch nicht gefragt, wer der Mann hinter den verkleideten Menschen mit Wattebart ist? Wie kommt es dazu, dass wir den Nikolaus aus Milchschokolade verspeisen?

Titelbild © goestl.globl.net/Markus Göstl

Der echte Nikolo war vor gut 1700 Jahren ein Mann namens Nikolaus und obendrein Bischof in der Stadt Myra, jetzt heißt sie türkisch Demre. Wer den Ort nicht kennt, der kennt aber sicher jemanden, der in Antalya auf Cluburlaub war. Wenn der das Ressort verlassen hätte, wäre es kein langer Ausflug zur Basilika St. Nikolaus gewesen. Denn die Kirche verehrt ihn als Heiligen und über seinem Grab war eine Kirche. Die haben die Türken aber vor ungefähr hundert Jahren zerstört, als die Griechen dort vertrieben wurden, da war der Heilige aber schon seit Jahrhunderten im italienischen Bari – also genau genommen seine Reliquien, seine Gebeine, doch das ist eine andere Geschichte.

Nikolaus aus Patara, nicht Myra

Eigentlich stammte Nikolaus auch nicht aus Myra, sondern aus Patara. Von dem hübschen antiken Städtchen gibt es aber nur noch Ausgrabungen nahe Gelemiş, das man nun auch wieder nicht kennen muss, auch wenn es dort wirklich sehr nette und wenig überfüllte Badestrände gibt und es von Myra ein Katzensprung ist.

Über den heiligen Nikolaus gibt es unendlich viele Legenden und Geschichten. Die drei Goldklumpen für die mittellosen Mädchen ist wohl die bekannteste und der Grund, warum es außer wegen des Gesundheits-fördernden Vitamin C die Orangen – am besten drei – ins Nikolosackerl schaffen, denn sie sind definitiv billiger als echte Goldkugeln.

Als guter Bischof hat er sich auch für seine Gemeinde „voll eingesetzt“, das spürt man in der Geschichte der drei Jünglinge, Offiziere, die manchmal auch nur einer sind – da erkennt man die 1700 Jahre, die die Geschichte am Buckel hat – deren Leben er auf die eine oder andere Weise rettete.

Nikolaus, der Retter in der Hungersnot

Eine meiner Lieblingsgeschichten ist aber definitiv jene, wo er bei der großen Dürre in Kleinasien den Kapitän des Schiffes, das aus Ägypten nach Konstantinopel zum Kaiser Weizen bringen sollte, dazu gebracht hat, einen Teil für die hungernden Menschen von Myra abzugeben. Als dieser meinte, es könnte ihn sein Leben kosten, wenn es dem Kaiser an Brot mangeln würde, da hat ihn Nikolaus beruhigt, dass nichts fehlen werde. Und so wurde das Vertrauen des Seemanns mit einer wundersamen Weizenvermehrung belohnt.

Wer nun von Wundern wie Brotvermehrung nicht so viel hält, hat eventuell mit katholischen Heiligen eh seine Not. Doch solche Geschichten gibt es auch viel später bei Don Bosco, der vor nicht einmal 200 Jahren auf ähnlich wundersame Weise gekochte Maroni für hungrige Straßenjungen reichlich vermehrt hat.

Fundierte Fakten über Nikolaus

Nun noch eine Schnurre, die sicher eher nicht bekannt ist: Im heiligen Land zwischen Betlehem und Jerusalem gibt es eine kleine Kirche, die an jener Stelle steht, wo der junge Nikolaus einst als Eremit gelebt hat.

Geschichtlich fundiert ist hingegen, dass Bischof Nikolaus als alter Mann am Konzil von Nicäa teilgenommen hat, hochverehrt, weil er in seiner Jugend noch die Christenverfolgung schmerzlich am eigenen Leib erlebt hatte.

Wie aus dem Heiligen Nikolaus nicht nur der Schoko-Nikolo, sondern der Weihnachtsmann „Santa Claus“ wurde, das ist wiederum eine andere Geschichte.

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EIN ARTIKEL VON
  • Niki Haselsteiner

    Als Vater von drei Kindern lernt man viel vom Alltagsleben kennen. Nachdem ich in meiner Karriere als Berater, Werber und Öffentlichkeitsarbeiter oft einen neuen Blickwinkel erlernen durfte, war es mir Vorbereitung aufs Home-Management, von dem ich hier berichten darf.


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