13. November 2018

Im Advent ein Zeichen setzen

weihnachten vorbereiten - meinefamilie.at

Der Advent als Vorbereitung auf Weihnachten ist eine wundervolle Zeit für Eltern und Kinder. Manchmal ist sie aber auch überfordernd und stressig. Wie können Familien die besinnliche Zeit des Jahres wieder genießen?

Singen, basteln, backen – eine Fülle von Tätigkeiten ermöglichen uns schöne Familienerlebnisse und eine spannende Zeit. Die Überfülle an Angeboten jedoch, Christkindlmärkte, Adventfeiern und sonstige Aktionen, können diese Zeit aber auch zu einem Marathon machen, der für viele nur Stress bedeutet und wenig Spielraum für eine echte Vorbereitung bietet, auf das, was wir eigentlich zu Weihnachten feiern wollen.

Es gibt aber viele kleine Möglichkeiten, aus dem Advent eine Zeit zu machen, in der unsere Kinder zu der wahren Bedeutung des nahenden Festes hingeführt werden und sich auch in ihrer Persönlichkeit weiterentwickeln können. Ohne auf gebrannte Mandeln, Punsch und Vorfreude auf die Geschenke verzichten zu müssen, können wir dennoch aus dem Advent eine Zeit machen, die nicht nur von Konsum und Stress geprägt ist, sondern die uns die Hoffnung vermittelt, die von dem Ereignis der Geburt Jesu ausgeht.

# Nein sagen können

Zuerst einmal sollten wir die Voraussetzungen schaffen, um uns von dem Stress nicht vereinnahmen zu lassen. Dazu braucht es Mut: den Mut zu mancher Aktivität „Nein“ zu sagen. Die eine oder andere Adventfeier wird auch ohne uns auskommen können und es müssen nicht ebenso viele Kekssorten sein, die wir für Weihnachten backen, wie bei Oma oder bei der Nachbarin. Vielleicht kann ja sogar die Großmutter das Keksebacken mit den Enkelkindern übernehmen, damit nicht alles auf unseren Schultern liegt.

# Geschenke vor dem Advent besorgen

Äußerst hilfreich ist es außerdem, mit dem Besorgen der Geschenke lange vor dem Advent zu beginnen. Auch wenn der eine oder andere „last minute Wunsch“ noch auftauchen mag, kann die Mehrheit jedenfalls schon vorher erledigt werden, sodass dann der Kopf frei werden kann für anderes. Der erste Adventsonntag heißt für mich schon seit langem „Schluss mit Weihnachtseinkäufen“.  Dies sorgt für Entschleunigung in der Adventzeit, abgesehen von den Schlachten in überfüllten Kaufhäusern, unnötigen Wartezeiten und überreizten Verkäufern, die man sich dabei erspart. Wofür kann man nun die gewonnene Zeit nützen?

weihnachten - meinefamilie.at

# Adventkalender kreativ

Jede Adventzeit beginnt mit dem Adventkalender, ein wunderschöner Brauch, der den Kindern die Zeit des Wartens durch kleine Bilder, Schokoladen oder Überraschungen verkürzt. Aber auch da hat der lange Arm des Konsums schon ausgeholt und jede Branche und Marke bietet ihre Artikel in Miniaturform à 24 Stück an, sodass man sich über 24 verschiedene Lippenstifte oder Badeöle freuen darf (keine Ahnung wer so viel von einem Produkt braucht). Wer nicht auf Weihnachten in dieser Weise vorgreifen möchte, kann auf einen selbstgebastelten Kalender umsteigen, mit Kleinigkeiten für den Christbaum oder die Krippe oder Überraschungen, mit denen die Kinder etwas basteln können. Es gibt ebenfalls fertige Adventkalender mit religiösen Adventgeschichten, Fensterbildern oder Bastelanleitungen für kleine Papierkrippen, die sehr empfehlenswert sind.

# Krippenlandschaft bauen

Im Mittelpunkt von Weihnachten steht die Krippe als Darstellung der Geburt Jesu. Sie ist ein wichtiges Element, um den Kindern zu veranschaulichen, was wir zu diesem Fest wirklich feiern, und sollte bei keinem Weihnachtsfest fehlen. Ob selbstgebastelt oder teuer geschnitzt, es gibt sie in jeder Preislage, und Kinder haben eine große Freude daran, diese unter dem Christbaum aufgebaut zu sehen. Schließlich ist es ja das Christkind, dessen Geburtstag wir feiern und der Grund dafür, dass wir uns so reichlich beschenken. Aus meiner Kindheit in Spanien habe ich den Brauch mitgenommen eine ganze Krippenlandschaft aufzubauen, mit kleinen Bäumen, Brunnen, Tieren, Hintergrundbildern, Moos und Steinen. Sogar einen selbstgebastelten Fluss gibt es dabei. Um das aufzubauen, benötigen wir den ganzen Advent. Der Adventsonntag gibt den Startschuss und jede Woche wird die Krippe um ein paar Stücke erweitert. Das Moos muss frisch gesammelt werden, passende Äste und Steine, die das Ganze umrahmen, gefunden werden. Maria und Josef sind natürlich unterwegs und werden erst ganz am Schluss beim Weihnachtsfest selber mit dem Jesuskind in die Krippe gestellt. Umrahmt von Adventliedern und einem Punsch ist es ein Brauch, der wie kaum ein anderer die Kinder an den Adventsonntagen aktiv und stimmungsvoll auf das Weihnachtsfest einstimmt.

krippe - meinefamilie.at

# Krippenausstellung

Wer sich mit seinen Kindern noch ausführlicher mit der Krippe auseinandersetzen möchte, für den bietet sich ein Besuch in einer Krippenausstellung an. Diese zeigen den Kindern meist Krippen aus aller Welt oder aus verschiedensten Materialien.

# Gute Taten fördern

Ein weiterer schöner Brauch für kleine Kinder ist das, was wir zuhause das „Gute-Tatenbild“ nannten. Advent ist auch eine Zeit, um gute Taten zu fördern, und das lernen Kinder zuerst einmal daheim. So gestalteten wir mit unseren Kindern ein Bild mit einer Krippe, meist auf einem dunklen Hintergrund, der die Nacht darstellen sollte. Ein Jahr wurde die Krippe selber gezeichnet, ein anderes wiederum mit Klebebildern gestaltet. Im Laufe des Advents konnte jedes Kind durch kleine gute Taten, entweder weil es zuhause geholfen hatte, mit jemandem geteilt oder irgendetwas besonders gut getan hatte, goldene Sterne über der Krippe aufkleben. Sie sollten die Sterne am Himmel darstellen, die diesen für das Jesuskind erleuchten. Und tatsächlich, kurz vor Weihnachten strahlte der Himmel für gewöhnlich vor lauter Sternen und die Kinder waren stolz, im Laufe der letzten Wochen so viel Gutes getan zu haben.

# An andere denken

Ebenso können wir uns im Advent als ganze Familie bemühen, an andere zu denken, und auf diese Weise unseren Kindern einen wichtigen Aspekt des Weihnachtsfestes vermitteln. Der Besuch einer Bekannten oder Verwandten im Altersheim, verschiedene Weihnachtsspendeaktionen, bei denen jeder aus der Familie eine Kleinigkeit beiträgt, ein Besuch in einem Flüchtlingsheim mit Geschenken für die Kinder oder das Backen und Verschenken von Keksetellern an Bedürftige sind hierfür alles wunderbare Gelegenheiten.

Angebot

Familienberatung finden

# Jesus kennenlernen

Nicht zuletzt ist es auch eine gute Chance, unsere Kinder mit Jesus vertrauter zu machen. Eine kleine Adventsstunde am Wochenende, während derer bei Kerzenschein und stimmungsvoller Musik gesungen, gebetet und Glaubensgeschichten vorgelesen werden, ist die beste Gelegenheit für eine Familie, Jesus näher zu kommen.

  • War dieser Artikel für dich hilfreich/interessant?
  • Ja   Nein


EIN ARTIKEL VON

Jetzt kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

meinefamilie.at