1. Dezember 2014

Ideen: Advent in der Familie feiern


Einige Ideen, um den Advent in der Familie zu feiern, die wir selbst ausprobiert haben.

Mit Kindern ist die Advent- und Weihnachtszeit viel intensiver. Kinder haben Weihnachten nicht schon zwanzig, dreißig oder vierzig Mal erlebt und ‚wissen Bescheid‘. Lukas, unser Dreijähriger, löchert uns gerade mit tausenden Fragen: „Warum gibt es nur vier Kerzen auf dem Adventkranz?“, „Warum darf ich nicht alle Sackerl des Adventkalenders auf einmal aufmachen?“, „Wieso ist der Jesus jetzt ein Baby?“ Fragen, auf die ich ihm nicht immer eine schnelle Antwort geben kann. Ich muss mir selber gut überlegen, wie ich ihm so antworte, dass er es versteht und dass ihm das, was Weihnachten ist, ein Stück weit mehr ins Herz fällt.

Ideen für die Adventszeit, was man als Familie mit den Kindern machen kann, gibt’s genug. Hier einige, die wir selber schon ausprobiert haben oder die wir uns für dieses Jahr vorgenommen haben:

Stroh in die Krippe legen

Advent mit Kindern - meinefamilie.at
© Sandra Lobnig

Die Idee, die Krippe (allerdings ohne das Jesuskind) schon im Advent in der Wohnung aufzustellen, finde ich super. Die leere Krippe wird so zum Bild für eine Erwartung: Wir warten auf Jesus! So kann man Jesus sein Bettchen schon einmal vorbereiten: Allabendlich wollen wir uns in der Familie erzählen, was am vergangenen Tag geglückt ist, was uns mit Freude erfüllt hat, wo wir uns für das Gute entschieden haben. Nach jedem Beitrag wird etwas Stroh in die Krippe gelegt. So wird im Laufe des Advents ein weiches Strohbett für das kleine Jesuskind entstehen.

Gemeinschaftlicher Adventkalender

Zuerst werden kleine Zettel mit Nummern von 1-24 versehen. Auf der Rückseite notieren wir nach Zufallsprinzip die Namen der Familienmitglieder. Diese Zettel werden auf die Familienmitglieder aufgeteilt, wobei darauf zu achten ist, dass niemand seinen eigenen Namen gezogen hat. Nun darf sich jede Person für den Tag und die gezogene Person etwas überlegen: Das Vorlesen einer Gute-Nacht-Geschichte, ein gemeinsames Spiel, ein kleiner Ausflug oder auch kleine Süßigkeiten. Unsere Erfahrung: Es sollte wirklich nur eine Kleinigkeit sein, die relativ leicht zu erfüllen ist – wenn möglich noch am selben Tag, spätestens aber ein, zwei Tage später.

Gottesdienst bei Kerzenschein

Die Heilige Messe ganz früh am Morgen, wenn es noch dunkel ist, hat schon was! Bei eisiger Kälte aus dem Haus huschen, in die finstere Kirche kommen und dort mit anderen bei Kerzenschein Gottesdienst feiern. Mit den Kindern wird das für uns nicht möglich sein, aber mein Mann und ich wollen uns zumindest einmal im Advent gegenseitig die Möglichkeit geben, die Roratemesse zu besuchen.

Das Christkind kommt

Dass bei uns das Christkind und nicht der Weihnachtsmann kommt, ist selbstverständlich. Bei Advent- oder Weihnachtsgeschichten passe ich auf, ob der Inhalt wirklich passt oder der Weihnachtsmann mit seinem Rentierschlitten um die Ecke gebogen kommt. Ich will meinen Kindern auch keine Weihnachtswelt mit goldgelocktem Christkind vorgaukeln.

Das Christkind ist Jesus, das Baby in der Krippe. Punkt. Und wir beschenken einander als Ausdruck der Freude darüber, dass Gott uns dieses größte Geschenk gemacht hat.

Trotz allem Stress nicht jammern

Und noch ein Gedanke zum Schluss, der mich seit einigen Jahren durch den Advent begleitet: Man hört ja ständig, dass der Advent die stillste Zeit im Jahr ist, besinnlich und romantisch. Dass dem meistens nicht so ist, wissen wir alle. Es IST einfach stressig. Wer sich kleine Auszeiten nehmen kann oder es schafft, einen Gang zurück zu schalten: umso besser! Auch ich werde mich heuer wieder darum bemühen. Trotzdem: Ich will nicht jammern und mir selber leid tun, weil ich nicht zur Ruhe komme.

Ich will mitten in der Betriebsamkeit, beim Geschenke-Suchen, angesichts von Terminen, Wäschebergen, rinnenden Kindernasen und durchwachsenen Nächten mein Herz öffnen und Gott die Gelegenheit geben, dass es in meinem Leben Weihnachten wird.

Ich bin sicher, dass es auch für Maria und Josef nicht ruhig und beschaulich war, als sie zur Volkszählung nach Bethlehem gezogen sind und schließlich Quartier im Stall gefunden haben. Und doch: Jesus ist genau da zur Welt gekommen.

  • War dieser Artikel für dich hilfreich/interessant?
  • Ja   Nein


EIN ARTIKEL VON
  • Sandra Lobnig

    Seit ich Kinder habe, ist mein Leben schöner, erfüllter, spannender geworden. Und wahrscheinlich auch anstrengender. Ich bin Theologin und lese und schreibe über Ehe-, Erziehungs- und Glaubensthemen. Mit meinem Ehemann und unseren vier kleinen Kindern lebe ich in Wien.


Jetzt kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

meinefamilie.at