19. Dezember 2014

Adventszeit bedeutet Vorbereitung


Adventszeit und Weihnachten – da geht es nicht um Kitsch und Kommerz. Worauf wir während der Adventszeit wirklich warten.

Wenn ich zum Bahnhof fahre, um jemanden abzuholen, erwarte ich, dass er auch wirklich ankommt. Das ist mehr als nur Hoffnung. Ähnlich ist es mit Jesus zu Weihnachten: Wir erwarten Seine Geburt. Die Zeit des Erwartens nennen wir Advent, was soviel heißt wie Ankommen. Das ursprüngliche, griechische Wort für Advent war Epiphanie – „Besuch eines Königs“. Wir erwarten also einen König, und wir erwarten ihn mit ziemlicher Sicherheit.

Licht ist für uns ein zentraler Begriff: Mir geht ein Licht auf, sagt man. Oder: Ich sehe ein Licht am Ende des Tunnels. In unserer Zeit mangelt es nicht an elektrischem, aber oft an innerem Licht. Wir sehnen uns nach Sinn und Orientierung, und suchen sie an verschiedensten Orten. Ich glaube, wir finden sie in der Krippe.

Der Adventkranz bereitet uns vor

Wir alle wissen, dass Weihnachten nicht das ‚niedliche’ Fest ist, zu dem es Kitsch und Kommerz in manchen Ländern gemacht haben. Weihnachten ist wie Licht in einer dunklen Zeit. Der Adventkranz, den wir alleine oder im Kreise der Familie anzünden, bereitet uns darauf vor. Schon eine kleine Kerze kann einen ganzen Raum erhellen. Bis zur Ankunft des Königs ist es dann schon ziemlich hell geworden.

Wie kann ich mich nun auf den vorbereiten, der das Licht der Welt genannt wird? Das Jesuskind in der Krippe erwartet uns so, wie wir sind. Wir müssen uns nicht stylen. Aber in unserer Seele müssen wir Platz machen – und einiges an Lärm und viel Gerümpel loswerden, das wir das ganze Jahr über angehäuft haben. Und dann können wir hingehen zur Krippe – und den Geist, der dort herrscht, in uns aufnehmen.

Zu oft geht dieser Geist in unserer hektischen Zeit unter! In Joh 1,9-11 heißt es: „Das wahre Licht, dass jedem Menschen leuchtet, kam in die Welt. Er war in der Welt und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.“

Vielleicht ist das der wichtigste Weihnachtswunsch: etwas von diesem wahren Licht zu erkennen. Dann wird es nämlich nie wieder ganz dunkel.



EIN ARTIKEL VON
  • Gudrun Kugler

    Ich bin Juristin, Theologin und Mutter von vier Kindern. Im Wiener Landtag und Gemeinderat bin ich Politikerin, leite die Online-Dating-Agentur www.KathTreff.org für katholische Singles und bin Autorin von Büchern über Menschenrechte sowie Lebensfragen, z.B. „Niemand ist eine Insel – wie man den Partner fürs Leben findet“.


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