1. Oktober 2019

Erziehung ist (k)ein Kinderspiel – „Schau, was ich kann!“


Nicht nur von kleinen Kindern hört man immer wieder: „Mama, schau was ich gemacht habe!“, „Schau, was ich schon kann!“ Auf diese harmlosen, aber so kostbaren Gelegenheiten reagieren die meisten Eltern völlig natürlich. Sie wenden sich dem Kind zu, bewundern seine Leistung, das Kind ist zufrieden und spielt oder arbeitet weiter.

Nachteilig bei der Erziehung wäre es, wenn das Kind stattdessen immer wieder zu hören bekommt: „Jetzt lass mich doch in Ruh!“ oder „Mein Gott, bist du lästig!“ oder wenn Sie gar nicht, oder nur halbherzig reagieren „Ja, ist schon gut!“ – und Sie schauen woanders hin.

Es kann schon einmal passieren, dass wir in Gedanken mit anderen Dingen beschäftigt sind, aber dann sollten wir uns hinterher entschuldigen oder gleich ehrlich sagen: „Du, Schatz, ich bin jetzt mit etwas anderem beschäftigt – zeig’ es mir bitte später!“ Dann weiß das Kind, dass die Unaufmerksamkeit der Eltern nichts mit einem Desinteresse an seiner Person und seinen Aktivitäten zu tun hat.

Interesse und Anerkennung in der Erziehung spornen an

(c) iStock

Echtes Interesse an ihrer Person und an ihrem Tun genügen schon, um Kinder zu neuen Leistungen zu beflügeln. Geht es nicht auch Ihnen so, wenn der Chef interessiert fragt: “Können Sie mir zeigen, wie Sie dieses Problem gelöst haben?“ Das Selbstwertgefühl steigt und somit auch die Freude an der Leistung und die Motivation.

Beziehung fördert Entwicklung

Der Mensch ist von Natur aus ein soziales Wesen und kann sich nur in Beziehung zu anderen entwickeln. Die Freude über den schönsten Erfolg ist nur halb, wenn niemand da ist, der daran Anteil nimmt. Das erfährt man heute auch in Managementseminaren über Mitarbeiterführung. Ohne Ihre Anteilnahme verliert das Kind das Interesse an Dingen, die es an sich interessiert hätten und ist weniger motiviert sich zu entwickeln, dazuzulernen oder gar, sich anzustrengen.

Durch Ihre Zuwendung aber wird die Leistung mit einer positiven emotionalen Rückmeldung gekoppelt und Ihr Liebling ist motiviert, seine Möglichkeiten zu entdecken, zu experimentieren und zu lernen.



EIN ARTIKEL VON

Jetzt kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

meinefamilie.at