10. September 2019

Erziehung ist (k)ein Kinderspiel! – Die Lust am Lernen


Wie motiviere ich mein Kind zu lernen? Was kann ich tun, um die Freude am Lernen und Erforschen zu hegen und zu pflegen?

Manche werden es vielleicht nicht glauben: Lernen ist ein Grundtrieb der menschlichen Natur. Es ist ein Bedürfnis von uns Menschen zu wachsen und zu reifen, mit dem Ziel, die in unserer Veranlagung schlummernden Fähigkeiten zu entfalten und zu entwickeln. Dies geschieht in einem Prozess der Auseinandersetzung zwischen Individuum und der Welt, durch Beobachtung, Erfahrung, Reflexion und Erkenntnis.

Die gewonnenen Erkenntnisse und Einsichten werden durch neue Eindrücke immer wieder in Frage gestellt, überprüft und dienen als Baustein für die nächsten Beobachtungen und Experimente. Dies führt zu einem Zyklus, der sich immer weiter dreht, zu weiteren Stufen der Entwicklung, der Reife und des Wissens; ein Prozess, der im Grunde ein Leben lang nicht aufhört. Somit kann man sagen:

Die Motivation zum Lernen ist uns angeboren!

(c) iStock

Denken Sie an ein kleines Kind, wie forschend beobachtend schon ein Baby die Umwelt betrachtet, wie es nichts Wichtigeres zu tun hat, als seinen Körper und dessen Möglichkeiten zu entdecken und zu trainieren. Es folgen die ersten Gehversuche, das Entdecken der vielen Gegenstände rundherum, das Erlernen der Sprache, das unermüdliche Ausprobieren, das Reflektieren, gekennzeichnet durch die vielen neugierigen Kinderfragen – so lange, bis es mit der Antwort zufrieden ist und wieder neue Fragen entstehen. Dies alles geschieht spielerisch, scheinbar mühelos. Sie brauchen Ihr Kind erst gar nicht zu motivieren, das alles zu tun, sie brauchen diesen Vorgang nur zulassen und in der rechten Weise begleiten.

Lebensfreude, Neugier und Wagemut als treibende Faktoren

Die intellektuelle Entwicklung ist sehr eng mit der emotionalen Entwicklung verbunden, mit der Lust am Lernen und der Lebensfreude. Neugier und Wagemut sind treibende Faktoren. Diese können sich nur dann in gesundem Ausmaß entwickeln, wenn das Kind die seelische Unterstützung der Eltern hat: zum einen die nicht an Bedingungen geknüpfte Liebe der Eltern (Botschaft: „Ich mag dich wie du bist!“ statt „Wenn du brav bist, dann hab’ ich dich lieb!“) zum anderen Sicherheit und Geborgenheit, die Sie durch die Vorgabe angemessener Rahmenbedingungen und Grenzen vermitteln, Ihr aktives Beobachten und Ihr Dasein für den Notfall. Ein ängstliches „Lass das!“, „Pass auf!“, „Das kannst du nicht!“ bremsen das Kind ein und nehmen ihm das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Durch den intensiven Denkprozess, der durch das viele Fragen gekennzeichnet ist, lernt das Kind begreifen und Zusammenhänge zu verstehen.

Schenken wir unseren Kindern von Anfang an die Aufmerksamkeit und Ermutigung, die sie brauchen, um die Lust am Lernen zu wecken und zu erhalten.



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