31. Dezember 2014

Wie Kinder Gemüse lieben


Mit dem Essen spielt man nicht? Bei diesem Rezept schon. Geht es darum dass Kinder Gemüse lieben lernen. Es ist den Aufwand wert.

Gemüsebausteine machen das Kosten leicht

Wir alle wissen es und unsere Kinder wissen es auch: Gemüse ist gesund! Sie hören es schließlich (fast) jeden Tag von uns fürsorglichen Mamas. Und doch lieben Kinder Gemüse nicht unbedingt.

Aber: Wie kriegen wir das nicht nur in ihre Köpfe, sondern auch in ihre Mägen? Dazu ist mir folgende Idee gekommen: Mach ein Spiel draus…

Spielerisch lernt sich’s am leichtesten und am schönsten

Auch wenn uns immer wieder gepredigt wurde: „Mit dem Essen spielt man nicht!“, so möchte ich hier trotzdem dazu ermutigen. Denn bei meinen Kindern ist dieses Rezept sehr erfolgreich. Sie sind zwar keine Gemüseverächter und essen schon dies und jenes als Beilage dazu. Doch Gemüse als Hauptspeise ist auch für sie nicht ganz alltäglich. Da hilft der spielerische Zugang sehr!

Ein Rezept, das den Aufwand wert ist

Das Rezept ist sehr einfach und kann in jede Richtung abgeändert werden.

Allerdings ist es etwas aufwändig und braucht schon so seine Zeit. Rechne für die Vorbereitung ca. 1 ½ Stunden ein. Vergiss nicht: Wenn die Kinder dadurch manche Gemüsesorten lieben lernen, die sie davor nicht mal anrührten, ist es den Aufwand auf jeden Fall wert!

Was brauchen wir dazu:

Gemüse der Saison, möglichst viele verschiedene Sorten, am besten regional beim Biobauern eingekauft. Im Winter sind das Kartoffeln, Pastinaken, Karotten, Lauch, Zwiebeln, Kürbis. Ich habe noch Paprika und Gurke aus dem Glashaus dazugegeben, um das Ganze etwas bunter zu gestalten. Man kann natürlich auch auf saisonal pfeifen und Zucchini, Zuckererbsenschoten und Melanzani verwenden. Hauptsache, es sind verschiedenste Gemüse dabei, die man in der Pfanne braten kann.

Bunt soll es sein

Ziel unseres Unterfangens ist, eine möglichst vielfältige Auswahl an gebratenen und rohen Gemüsebausteinen vorzubereiten, aus dem die Kinder dann ihr Essen basteln können. Ähnlich einem Baukasten mit möglichst vielen unterschiedlichen Teilen.

Ich schneide zuerst mal die Kartoffeln in die Hälfte, würze sie (mit Salz, Kümmel, Knoblauch, Majoran und Öl, nach Geschmack) und backe sie auf einem Blech im Rohr bei etwa 200 Grad C, 45 min lang. Auch den Kürbis kann man in längliche Stücke schneiden, würzen und mitbacken.

Dann schneide ich das restliche Gemüse in verschiedene Formen: Die Pastinaken und Gurke in Scheiben, die Zwiebeln und den Lauch in Ringe, die Karotten und den Paprika in Streifen. Dann würze ich Pastinaken und Karotten und brate sie in ein wenig Öl in einer Pfanne, bis sie schön braun und knusprig sind. Die Zwiebelringe werden auch braun angebraten. Alles lege ich auf einen Teller und stelle ihn die letzten zehn Minuten mit ins Rohr, damit alles warm bleibt. Das restliche Gemüse wird als Rohkostplatte schön auf einen Teller gelegt – denn das Auge isst mit! Das ist auch bei Kindern ganz wichtig!

Nun zaubere ich aus Sauerrahm und Joghurt zwei leckere Soßen – eine mit geriebener Gurke und milder Würze und eine mit Knoblauch.

Ein Würstchen dazu

Da meine Lieben nicht ganz auf Fleisch verzichten wollen, brate ich zum Abschluss noch für jeden ein Frankfurter Würstchen mit angeschnittenen Enden in der Pfanne. Das Fleisch wird somit zur Beilage und „Draufgabe“.

Sobald alles fertig ist, rufe ich alle zum fertig gedeckten Tisch. Wie schön bunt alles ist! Erwartungsvoll blitzen die Augen, denn sie wissen schon, was nun kommt: mit dem Essen darf gespielt werden! Eine Packung Zahnstocher steht schon dafür bereit.

So lieben Kinder Gemüse

Jeder bekommt von jedem Gemüse. Unsere Regel lautet: Du musst nicht alles mögen, aber zumindest kosten. Und, oh Wunder, manche „ekelig“ aussehenden Gemüse schmecken dann sogar ziemlich lecker!

Mit den Gemüse-„Bausteinen“ darf nun jeder nach Lust und Laune etwas basteln. Nur auf dem Teller natürlich. Herumwerfen von Essen ist nicht erlaubt.

Mit Hilfe der Zahnstocher entstehen so z. B. ein Traktor, ein Schiff, eine Raumfähre,… Die fertigen Kunstwerke werden von allen Seiten bestaunt, fotografiert und beschnuppert – und schließlich auch gegessen.

Statt: „Iss endlich deine Karotten auf!“, sage ich nur: „Koste doch mal deinen Schiffsmast, der sieht lecker aus.“ Meist muss ich aber gar nichts sagen. Das spielerisch verwertete Gemüse wird von den Kindern gerne gegessen, bis auf den letzten Rest.

Na, hast du Lust bekommen, das zu probieren?

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EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Wieselburg. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nun unterrichte ich mit meinem Mann unsere vier Kinder zuhause und bin Autorin und Kulturvermittlerin im Stift Melk.


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