8. Februar 2017

Weg mit den überschüssigen Schwangerschaftskilos

Weg mit den überschüssigen Schwangerschaftskilos - meinefamilie.at

Abnehmen klingt ja grundsätzlich ganz einfach: Um langfristig ein gesundes Gewicht zu erreichen, mit dem man sich wohl fühlt, braucht es einen gesunden Lebensstil, mit dem man sich wohl fühlt. Doch mit Baby muss der Alltag erstmal neu geordnet werden. Mit Geduld und Planung kommt man trotzdem zum Wunschgewicht.

In der Schwangerschaft baut der Körper dem Baby neun Monate lang ein behagliches Nest und versorgt es mit allen nötigen Stoffen, damit es sich gut entwickeln kann. Eine tolle Leistung unseres Körpers!

Wenn unser Körper DAS kann, kann er dann nicht auch nach ein paar Wochen – oder doch zumindest nach ein paar Monaten – bitte wieder so aussehen wie vor dieser wunderbaren Meisterleistung?

Da man in der Stillzeit sogar mehr Energie als in der Schwangerschaft verbraucht, pro Tag bis zu 600 kcal mehr als sonst, purzeln bei vielen Frauen die Kilos wie von selbst und der Körper tut das tatsächlich.

Darauf ist aber natürlich kein Verlass, denn der neue Alltag mit Baby birgt auch einige Faktoren, die dem Abnehmen entgegen stehen. Etwa kürzere Mahlzeitenpausen, weil öfter zwischendurch gesnackt wird. Oder auch eine veränderte Speisenauswahl.

Ich spreche aus Erfahrung: Mit quengeligem Baby am Arm kann man keinen Salat abmachen, aber in einen Schokoriegel beißen.

Wenn die Schwangerschaftskilos also nicht von selbst wieder verschwinden, dann braucht man einen Plan. Zu dem gehören eine geeignete Ernährung, Bewegung und Erholung.

Erholung ist Voraussetzung fürs Abnehmen

Ja, auch die! Und zwar nicht nur deswegen, weil man gestresst und übermüdet eher zu fettreichen und süßen Speisen greift, die dem Körper zwar viel Energie (im Sinne von Kalorien) liefern, aber wenig Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, die für das Funktionieren unseres Körpers unerlässlich sind.

Hat man zu wenig Schlaf und Entspannung, verändert das unseren Hormonhaushalt und somit auch unseren Stoffwechsel. Es wird mehr Ghrelin produziert, was zu mehr Hunger führt. Auch der Blutzuckerhaushalt verändert sich negativ. Daher sind auch Papas nicht davor gefeit, Gewicht zuzulegen, wenn der Nachwuchs die Eltern nachts wachhält.

Was ohnehin allen Eltern geraten wird, hat also auch fürs Abnehmen Bedeutung: Nutzt die Gelegenheiten zum Schlafen! Auch wenn Kaffee, Bewegung und frische Luft die Müdigkeit manchmal vertreiben können, es gibt keinen Ersatz für Schlaf.

Bewegung nach der Geburt

Irgendwie ist man mit kleinen Kindern ja immer in Bewegung. Die Bewegungen, wie das Heben und Tragen der Babys, sind aber oft ungewohnt und viele Mamas leiden in Folge unter Verspannungen. Nach mancher Anstrengung wird außerdem der Beckenboden spürbar, der durch Schwangerschaft und Geburt stark beansprucht wurde.

Sport erfolgt daher nach der Geburt am besten unter fachkundiger Anleitung. Es gibt viele Angebote, bei denen die Babys dabei sein können oder auch mit einbezogen werden. Einfach bei anderen Mamas nach guten Angeboten fragen. Auch der Gynäkologe kennt vielleicht geeignete Bewegungsangebote in der Umgebung.

Weg mit den überschüssigen Schwangerschaftskilos - meinefamilie.atAusgewogene Ernährung statt Crash-Diät

Eine ausgewogene Ernährung ist unerlässlich. Einseitige Crash-Diäten mögen kurzzeitig funktionieren, sollten aber gemieden werden. In der Stillzeit noch dringlicher als sonst. Denn im Fettgewebe speichert unser Körper diverse Schadstoffe, die beim Fettabbau frei werden und über die Muttermilch ans Baby weitergegeben werden.

Also: Langsam abnehmen, viel Gemüse und Obst essen, zucker- und fettreiche Speisen reduzieren. WAS man essen sollte, ist im Allgemeinen ohnehin bekannt. WIE man das auch schafft, ist eher der Knackpunkt.

Meine Empfehlung: Nehmt euch die Zeit, euer Essen zu planen und wünschenswerte Gewohnheiten einzuüben. Legt eine Rezeptesammlung an, schreibt Einkaufslisten, kocht auf Vorrat und friert Mahlzeiten für später ein. Weil es mit kleinen Kindern einfach oft praktisch ist: Sucht euch geeignetes Finger-Food. Überlegt euch, was ihr essen wollt und versucht das Schritt für Schritt umzusetzen. Planen, einkaufen und kochen – das ist ein ziemlicher Zeitaufwand. Überlegt, was ihr deligieren könnt. Kommt eine Freundin zu Besuch? Vielleicht kann sie vorher für euch einkaufen.

Um Hilfe zu bitten oder angebotene Hilfe anzunehmen kostet vielleicht Überwindung, lohnt sich aber. Ebenso wie professionelle Unterstützung: Fehlt euch alleine der Antrieb oder das Wissen, lasst euch durch eine gute Fachkraft auf eurem Weg zum Wunschgewicht unterstützen.

Eine Frage der Einstellung

Auch wenn wir uns die zusätzlichen Kilos nicht wünschen, so sind sie doch da und ein Teil von uns. Sich selbst so zu mögen und anzunehmen, wie man ist, ist immer Basis eines zufriedenen Lebens. Habt den Mut euch wirklich anzuschauen. Habt Geduld mit euch, bleibt dran an euren Zielen, und vor allem: in erster Linie genießt die Zeit mit eurem Kind.

Vor kurzem ist mir ein Foto in die Hände geraten: mein kleiner Sohn schlafend auf meinem nackten, wabbeligem Bauch. Er liegt da so friedlich und glücklich. Als wäre das der schönste Ort der Welt.

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EIN ARTIKEL VON
  • Agnes Rehor

    Ich bin Kindergarten- und Hortpädagogin und habe Diätologie studiert. Seit 2013 bin ich verheiratet und habe zwei kleine Kinder. Mit meiner Familie wohne ich derzeit in Wien, träume aber vom Haus am Land – am Balkon übe ich fleißig das Gärtnern. Außerdem koche ich mit Begeisterung und liebe - nicht nur in der Küche - unkonventionelle Ideen.


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