4. März 2016

Essen für Kleinkinder lustig zubereiten

Lustiges Essen für Kleinkinder - meinefamilie.at

Damit Kleinkinder nicht nur Würstel und Kekse essen, ist Kreativität in der Küche gefragt! Eine Ideensammlung.

Kleinkinder sind meist recht wählerisch in Essensfragen. Und noch dazu nicht besonders an Abwechslung interessiert. Schon gar nicht an gesunder. Als Eltern sind wir oft gefordert, die Balance zwischen Gewähren-Lassen und regulierendem Eingreifen zu finden. Es gilt, die eigene Ernährung unter die Lupe zu nehmen und Kreativität in die Küche zu bringen.

Die Eltern als Vorbild

Aktuell würde sich mein Sohn (2 ¾) am liebsten von Keksen und Würstel ernähren. Nun, das ist nicht so ganz der Speiseplan meiner Träume.

Manchmal bin ich ratlos und besorgt: Wie kann ich ihm ein Gespür für gesunde und abwechslungsreiche Kost vermitteln? Doch dann ermahne ich mich wieder zu mehr Gelassenheit.

Schließlich glaube (und erlebe) ich, dass Kinder am meisten durch Beobachten lernen. Schlussfolgerung: Wenn ich mir als Mutter meiner Vorbildfunktion bewusst bin und auf meine eigene Ernährung achte, dann ist der Weg zum „guten“ Essen auch für meinen Sohn geebnet.

Lustiges Essen für Kleinkinder – Spaß beim Kochen

Essen und Kochen machen Spaß. Deshalb lege ich Wert darauf, dass mein Sohn, mein Mann und ich diesen Tätigkeiten so oft wie möglich gemeinsam nachgehen. Wir singen beim Kochen oder „spielen“ mit dem geschnittenen, geraspelten oder gehackten Essen. Mein Sohn kann in jedem Stückchen irgendein Tier entdecken, das er dann brüllen, schnauben oder lachen lässt. Legt man während des Kochens nicht allzu großen Wert auf Sauberkeit – sprich: spritzen und klecksen erlaubt – dann macht es Kindern meist großen Spaß. Seit mein Sohn 2,5 Jahre alt ist, ist er mit Leib und Seele dabei. Ganz wichtig für ihn: seine Kochmütze. Professionalität muss sein!

Als Mutter habe ich gelernt: Es muss nicht immer alles so sein, wie ich ursprünglich gedacht habe. Spontaneität und Humor sind oft wertvolle Begleiter in Essenfragen. Wir haben zum Beispiel schon öfter am Wohnzimmerboden gepicknickt.

Ein mundgerecht zubereitetes Abendessen in der Badewanne bringt Abwechslung, und das sonntägliche Waffelbacken direkt auf dem Frühstückstisch ermöglicht einen gelungenen Start in den Tag. Ideen und Rituale gibt es viele. Als Familie sollte man allerdings nach solchen suchen, die zu einem passen.

Mithelfen lassen

Kleinkinder lieben es, bei sinnvollen Tätigkeiten anzupacken!

In der Küche ist das manchmal gar nicht so einfach, da es oft heiß und schnell zugeht. Mit ein bisschen Erfindungsreichtum und gutem Willen gibt es aber immer etwas, bei dem Kinder unterstützen können. Mein Sohn liebt zum Beispiel unseren Eierschneider, mit dem sich die Eier wie von Zauberhand schön auffächern lassen. Auch ein Apfelspalter traf bei ihm voll ins Schwarze. Dieses Wunderding (in unserem Fall war es ein Werbegeschenk) setzt man auf den Apfel oben drauf und drückt kräftig nach unten: Schon ist das Kerngehäuse entfernt und außerdem der Apfel in gleichmäßige Spalten geteilt.

Außerdem raspelt mein Sohn gerne. Da eine gewöhnliche Reibe noch zu gefährlich und komplex in der Handhabung ist, haben wir eine zum Kurbeln (ebenfalls ein Werbegeschenk). Da kommen oben die ganzen Stücke rein und unten die geraspelten Stückchen raus. Mir ist damit geholfen. Und mein Sohn erlebt das erhebende Gefühl, etwas Wertvolles beigetragen zu haben…

Das Auge isst mit – „Eyecatcher-Essen“ zaubern

Hier nun ein paar erprobte Tipps, wie man Essen kostengünstig und unkompliziert aufpeppen kann. Was man dafür braucht? Einfach alles, was der Kühlschrank hergibt, einen Zauberstab und eifrige kleine und große Hexenhände:

  • mit Keks- und Buchstabenformen Gurken, Paprika, Brot, Käse etc. ausstechen
  • aus einer Birne (oder sonstigem weichen Obst) einen Igel gestalten
  • ein Obstgesicht legen
  • eine Obst-Kekse-Sonne gestalten
  • aus einer Banane und Rosinen einen Tausendfüßer kreieren
  • Essen mit Wackelaugen dekorieren
  • einen Käseigel aus Zahnstochern zaubern
  • aus Babybel-Käse ein Marienkäferchen gestalten; dieses in einer Kartonrolle als Geschenk verpacken
    (Natürlich lassen sich auch andere Snacks verpacken. Hier sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt.)
  • ein Maxerl aus Brot, Wurst, Gurke etc. legen

Oster-Tipp: zum Frühstück ein Osterhasen-Brot servieren

Mein Fazit

Auch wenn mein Sohn eine Schwäche für Süßes hat, sieht er doch viel Obst und Gemüse auf unserem Tisch. Außerdem ist er in die Essenszubereitung aktiv eingebunden. Er weiß, dass es Freude macht, ein gutes Mahl zu kredenzen; er sieht, dass dahinter sowohl „Arbeit“ als auch Genuss stecken. Dass Essen einen Wert hat und nicht bloß eine motorische Abstimmung zwischen Hand und Mund ist. Somit mache ich mir keine allzu großen Sorgen, wenn seine derzeitigen Leibspeisen nicht mit meinen Vorstellungen ident sind. Als Stillkind hat er von Anfang an gelernt, sich das zu holen, was er braucht. Auch in Ernährungsfragen gilt für mich: Geduld, Vertrauen, Zwanglosigkeit.



EIN ARTIKEL VON
  • Susanne Sommer

    Ich lebe mit meinem Mann und meinem Sohn (2,5) im Burgenland und bin Bewegungstrainerin und Texterin. Die Geburt meines Sohnes veränderte mein Leben grundlegend und brachte mich auf die Spur zu mir selbst. Neben dem Schreiben und Lesen sind die Natur, das Musizieren, Töpfern und Häkeln meine großen Leidenschaften.



4 Kommentare
  • Anonymous, 4. März 2016, 23:11 Antworten

    also seids ma ned bös - "essen lustig aufbereiten"!? wer in einem normalen alltag mit berufstätigen eltern und mehreren kindern hat denn zeit für sowas?? ok, vielleicht war ich nur nie ambitioniert genug... ich hab mir da nie groß gedanken od gar sorgen gemacht: was die großen essen "dürfen" wollten die kleinen irgendwann sowieso meist auch kosten, das hat als anreiz immer genügt. wenn gesundes auf den tisch kommt, holen sich die kinder schon, was sie brauchen. mir kommt vor, dieses - tschuldigung - "tamtam" macht essen oft erst zu einem konfliktthema... nix für ungut.

  • elisabeth, 6. März 2016, 22:40 Antworten

    hm. ich hatte das kommentiert, wo ist der kommentar denn hinverschwunden?

    • meinefamilie.at, 7. März 2016, 9:22 Antworten

      Liebe Elisabeth, das Freischalten des Kommentars hat übers Wochenende leider ein bisschen gedauert... Jetzt ist er da! :-)

  • Susanne, 7. März 2016, 14:26 Antworten

    Liebe Elisabeth, danke für Dein Feedback. Ich bin ganz Deiner Meinung: Kinder orientieren sich an der Ernährung der Eltern, also: Wenn Gesundes auf den Tisch kommt, dann prägt das bestimmt ihr Essverhalten. Außerdem spüren sie, was sie brauchen, und somit bringt die Zeit alles von selbst. Genau darum geht's in dem Artikel. Es spricht allerdings nichts dagegen, Kreativität und Spaß in die Küche zu bringen. Da ich auch nie besonders viel Zeit habe, aufwändige Menüs zu zaubern, habe ich in meinem Artikel ein paar Ideen vorgestellt, wie man Essen - eben ohne erheblichen Zeitaufwand - besonders gestalten kann. Viel Spaß dabei , solltest Du es doch ausprobieren. ;-) Mit vielen lieben Grüßen

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