19. April 2016

Erdäpfel am Balkon pflanzen

Erdäpfel am Balkon pflanzen - meinefamilie.at

Erdäpfel aus dem Supermarkt müssen schnell verkocht werden. Wie wär’s, sie stattdessen am Balkon selbst zu pflanzen? Eine Anleitung.

Gekocht, gebraten oder frittiert, als Knödel, Salat oder Püree, in Suppen oder Aufläufen, ja sogar aus dem Lagerfeuer: Erdäpfel sind aus unserem Speiseplan kaum wegzudenken. Und doch sollten sie dort am besten noch häufiger anzutreffen sein, auch bei Kindern, so heißt es im Österreichischen Ernährungsbericht. Denn Kartoffeln sind gut für unsere Versorgnung mit Vitamin B6.

Warum wir oftmals lieber zu Nudeln und Reis greifen, liegt vielleicht daran, dass im Supermarkt gekaufte Erdäpfel relativ schnell verkocht werden müssen, weil sie so rasch austreiben.

Daher kann ich nur jedem empfehlen, diese tollen Knollen besser direkt vom Bauern oder einem guten Markt zu beziehen – erfahrungsgemäß lassen sich diese Kartoffeln richtig lange lagern (und zwar am besten kühl und dunkel).

Die perfekte Zeit, um Kartoffeln zu pflanzen

Erdäpfel am Balkon pflanzen - meinefamilie.atUm diese Jahreszeit warte ich allerdings immer schon ungeduldig auf das Austreiben meiner Kartoffeln! Denn jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, um sie auszupflanzen. Und das geht sogar auf dem Balkon. Zugegeben: Die Ernte auf so kleiner Fläche reicht nur für ein paar Mahlzeiten. Lohnen tut sich der Aufwand des Pflanzens aber trotzdem. Denn das Kartoffellaub und die vielen kleinen Blüten verschönern den Sommer über den Balkon, bis man sich dann (für gewöhnlich) im September mit den Kindern auf „Schatzsuche“ begeben kann. In der Erde vorsichtig nach den Knollen zu graben ist immer wieder spannend. Wie viele Kartoffeln sind es wohl geworden?

Im Garten oder am Acker werden Erdäpfel mehrmals „angehäufelt“, das heißt, die jungen Triebe werden immer wieder mit Erde überschüttet, um den Ertrag zu vergrößern. Am Balkon schafft man dies durch ein besonders großes Pflanzgefäß (mind. 40 cm Durchmesser und 50 cm Höhe), das zu Beginn noch nicht voll mit Erde angefüllt wird. Es gibt hierfür eigene Erdäpfel-Pflanzsäcke, man kann aber auch einen ganz normalen großen schwarzen Müllsack verwenden und diesen zum Beispiel mit Stecken stabilisieren.

Ich verwende für meine Kartoffeln einen Pop-up-Sack für Gartenabfälle, die in Baumärkten und immer wieder auch beim Diskonter nicht viel kosten. Solche Säcke haben gegenüber eines richtigen Pflanzgefäßes den Vorteil, dass sie über den Winter platzsparend verstaut werden können (und preislich wesentlich günstiger sind).

Kompost und Gartenerde mischen

Ist der Sack oder das Gefäß wasserdicht, sollte man am Boden ein paar kleine Löcher reinstechen oder bohren. Danach macht man eine Drainageschicht in das Gefäß. Wir haben einige größere Steine eingefüllt und diese dann mit einer großen alten Fliese abgedeckt. Darauf kommen dann etwa 10 cm Erde. Am besten eignet sich Komposterde. Wir karren diese säckeweise aus dem Garten der Großeltern herbei. Bei uns in Wien gibt es aber auch die Möglichkeit, Komposterde von den Mistplätzen abzuholen. Da dieser Kompost aber hauptsächlich aus Küchenabfällen besteht, ist er sehr scharf und sollte unbedingt mit reichlich anderer Erde „verdünnt“ werden. Wer Glück hat, findet auch auf Flohmarkt-Plattformen Gartenerde, die zu verschenken ist, weil etwa für einen Pool ein Aushub gemacht worden ist. Ich bin schon öfter auf solche Angebote gestoßen. Auch Sand kann zum Verdünnen unter die Erde gemischt werden.

So, Zeit für den nächsten Pflanzschritt: Die ausgetriebenen Knollen auf der Erde platzieren!

Zwischen den Kartoffeln sollten dabei etwa 20 cm Platz bleiben. Jetzt werden die Erdäpfel mit 10 cm Erde bedeckt. Nach ein paar Wochen – wenn das Kartoffellaub schon 20 cm hoch ist – werden weitere 10 cm Erde in das Gefäß gefüllt. Das ersetzt das „Anhäufeln“. Durch das Zuschütten entstehen weitere Wurzeln und somit auch mehr Knollen. Das Zuschütten wiederholt man nach ein paar Wochen noch einmal.

Schöne Blüten, bevor die Erdäpfel wachsen

Nun bleibt nicht mehr viel zu tun, außer das reichliche schöne Grün (bei manchen Sorten auch Violett) des Kartoffellaubs zu genießen und hin und wieder zu gießen. Generell benötigt die Pflanze nicht besonders viel Wasser, wer allerdings gerne große Knollen ernten möchte, sollte vor allem nach der Blüte für einen feuchten Boden sorgen. Denn wenn die Blüten vergehen, beginnt das Knollenwachstum.

Gegen Ende des Sommers sterben die Pflanzen ab. Nun noch ein, zwei Wochen warten, dann kann der schmackhafte Schatz geborgen werden!

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EIN ARTIKEL VON
  • Agnes Rehor

    Ich bin Kindergarten- und Hortpädagogin und habe Diätologie studiert. Seit 2013 bin ich verheiratet und habe zwei kleine Kinder. Mit meiner Familie wohne ich derzeit in Wien, träume aber vom Haus am Land – am Balkon übe ich fleißig das Gärtnern. Außerdem koche ich mit Begeisterung und liebe - nicht nur in der Küche - unkonventionelle Ideen.


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