27. Juli 2015

Die richtige Ernährung im Sommer


Temperaturen über 30 Grad können für den Körper anstrengend sein. Daher gilt es, die Ernährung im Sommer und die Trinkgewohnheiten entsprechend anzupassen.

So sehr wir uns auch auf den Sommer und die heiße Jahreszeit gefreut haben -Temperaturen jenseits der 30 Grad können für den Körper ganz schön anstrengend sein. Daher gilt es, die Ernährung im Sommer und die Trinkgewohnheiten entsprechend anzupassen.

Wieso sollten wir uns bei Hitze anders ernähren?

Die Temperatur im Inneren des Körpers muss immer konstant gehalten werden, damit alle Organe optimal arbeiten können. Bei Hitze erweitern sich daher die Blutgefäße; so kann Wärme aus dem Körperinneren besser an die Körperoberfläche transportiert werden. Durch vermehrtes Schwitzen wird die Wärme über die Haut abgegeben, die dabei entstehende Verdunstung hat einen kühlenden Effekt.

Auf die Verdauung hat diese „Umverteilung“ des Blutflusses jedoch einen negativen Einfluß. Sie läuft bei hohen Temperaturen verlangsamt ab. Das heißt, große Portionen oder schweres Essen liegen noch schwerer und länger im Magen. Dies kann zu Übelkeit führen, den Blutdruck noch weiter senken und uns schlapp und müde machen.

Worauf sollte man bei der Ernährung im Sommer verzichten?

Bei Hitze braucht der Körper sehr viel Energie, um den Kreislauf aufrechtzuerhalten und uns zu kühlen. Verzichten sollten wir daher auf alles, was den Körper zusätzlich belastet oder uns noch mehr ins Schwitzen bringt. Dazu zählt neben Schnitzel, Burger, Pommes Frites oder Pizza leider auch das –gerade im Sommer so beliebte – Grillgut.

Generell sollte man sich bei Fleisch im Sommer eher zurückhalten. Denn viel tierisches Eiweiß regt zur Wärmeproduktion an und das kann man an heißen Tagen wirklich nicht gebrauchen. Gleiches gilt für scharfe Gewürze wie Chili und Pfeffer oder aber auch Ingwer und Zimt; sie wärmen von innen, öffnen die Poren und wir beginnen zu schwitzen.

Nicht heiß und nicht eiskalt, sondern lauwarm

Bei großer Hitze sollten wir heiße Speisen und Getränke, wie Suppen, heißen Tee oder Kaffee so gut es geht vermeiden, da sie den Körper zusätzlich wärmen. Wer auf seinen geliebten Kaffee aber nicht vollständig verzichten will, sollte den Konsum zumindest einschränken und zu jeder Tasse mindestens ein Glas Wasser trinken!

Speisen und Getränke sollten im Sommer idealerweise lauwarm sein. Auch wenn es absurd klingen mag. Eiskalte Getränke und Eis erfrischen zwar kurzfristig, haben aber eigentlich einen gegenteiligen Effekt. Auf Kälte reagiert der Körper nämlich mit einer Verengung der Blutgefäße. Dadurch bleibt das Blut vermehrt im Körperkern und der Körper heizt sich von innen wieder auf. Das geliebte Eis bringt also nicht wirklich eine Abkühlung.

Die ideale Ernährung im Sommer

Verzichten Sie generell auf große Portionen und essen Sie lieber mehrmals täglich kleinere Mengen. Eine bewusste, leichte Küche macht die Hitze besser erträglich. Kosten Sie sich durch die heimischen, saisonalen Obst- und Gemüsesorten. Ob Salate, Rohkost oder frisches, gedünstetes Gemüse – Hauptsache bunt und abwechslungsreich. Frische Kräuter bringen den nötigen Pepp ins Gericht. Tipp: Minze wirkt zudem besonders gut kühlend!

Greift man zu Obst- und Gemüsesorten, die reich an Wasser sind, wie Wassermelonen, Gurken oder Tomaten, liefert man dem Körper ganz nebenbei gleich die gerade bei Hitze so wichtige Flüssigkeit mit.

Wer nicht ganz auf Fleisch verzichten möchte, sollte zumindest die Menge einschränken und als Beilage stets einen frischen Salat oder frisches Gemüse genießen. Probieren Sie auch gekühlte Suppen einmal aus. Die klassische kalte Gurkensuppe oder eine Paradeiser-Paprikasuppe schmecken im Sommer besonders gut. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Milchprodukte sollten in fettreduzierter oder verdünnter Form genossen werden. Haben Sie zum Beispiel schon einmal probiert, Buttermilch mit Mineralwasser zu spritzen? Ein herrlicher Sommergenuss!

Das Um und Auf: Ausreichend trinken!

Idealer Durstlöscher ist und bleibt das Wasser, egal ob aus der Leitung oder der Mineralwasserflasche; letzteres trägt zusätzlich zum Elektrolythaushalt bei. Ungezuckerter Tee oder verdünnte Fruchtsäfte (im Verhältnis 2:1) sind mögliche Alternativen. Tipp: Wer die Schweißproduktion reduzieren will, kann zu lauwarmem Salbeitee greifen. Dieser bewirkt, dass sich die Schweißporen zusammenziehen und man weniger schwitzt.

Wichtig: Trinken Sie nicht erst, wenn Sie Durst haben. Haben Sie immer Wasser griffbereit und nehmen Sie regelmäßig ein paar Schlucke. Achten Sie ganz besonders darauf, dass Ihre Kinder ausreichend trinken! Dabei gilt prinzipiell: Lassen Sie Ihr Kind so oft es will und so viel es will trinken. Babys, die gestillt werden, benötigen in der Regel außer Muttermilch keine zusätzliche Flüssigkeit. Bei großer Hitze kann jedoch etwas (abgekochtes) Wasser oder ungesüßter Tee gegeben werden.

Achtung auf die Kühlkette!

Bei Milchprodukten und tiefgekühlten Speisen, aber auch bei Fleisch oder Fisch ist es vor allem im Sommer wichtig, auf eine ausreichende Kühlung zu achten. Diese Produkte verderben sehr schnell und können zu – teilweise gefährlichen – Lebensmittelvergiftungen führen. Nehmen Sie am besten eine Kühltasche mit Kühlakkus zum Einkaufen mit, damit die Kühlkette nicht unterbrochen wird.

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  • Netdoktor

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