6. Mai 2015

Beikost: Wie, was und wann?


Ein Thema, das junge Mütter verunsichert: die Beikost. Dabei darf man sich nicht von vielen Meinungen verunsichern lassen, jedes Kind hat sein persönliches Tempo.

Kaum hat sich der Alltag mit kleinem Baby ein bisschen eingespielt, kaum klappt endlich das Stillen, heißt es auf einmal, es ist Zeit für die Beikost-Einführung. Und wie immer bei den Themen Babys und Essen mangelt es nicht an guten Ratschlägen von allen Seiten.

Es gibt sogar eine Empfehlung der WHO, der Weltgesundheitsorganisation, zur Zufütterung. Das gibt dem Ganzen eine eigene Gewichtung, doch ist Essenlernen nicht eine ganz natürliche Sache, die mehr oder weniger von alleine gehen sollte?

Beikost: So viele Meinungen, wie es Mütter gibt

In den mehr als 18 Jahren, die seit dem Beikost-Start meines ersten Kindes vergangen sind, habe ich verschiedenste offizielle Empfehlungen miterlebt. Bei jedem neuen Kind gab es eine neue Art, wie man zufüttern sollte. Da waren alle erdenklichen Varianten dabei, von „nur gewisse Lebensmittel in einer ganz bestimmten Reihenfolge“ zu „alles quer durcheinander, egal wie“.

Schaut man um den Globus, wird rasch klar, dass die Baby-Beikost von Weltteil zu Weltteil stark variiert. Eine indische Mutter füttert ihr Baby ganz anders als wir hier in Europa. Dort beginnt man etwa häufig mit gekochtem Reis. Aber selbst zwischen Deutschland, Schweiz und Österreich gibt es unterschiedliche Beikost-Empfehlungen. Das Beruhigende dabei: Egal ob in Indien, Amerika oder Österreich – am Ende lernen alle Babys zu essen.

Jedes Kind hat sein eigenes Tempo

Heiß diskutiert scheint auch der Startzeitpunkt. Ich erinnere mich an „ja nicht vor dem 6. Monat“ oder „unbedingt vor dem 5. Monat“, und auch an „nach dem 5. Monat, aber noch vor dem 6. Monat“.

Mein Rat an alle Eltern lautet deshalb: Nicht nervös machen lassen! Jedes Kind hat sein eigenes Tempo, beim 1. Schritt genauso wie beim 1. Bissen. Es gibt Babys, die schon mit wenigen Monaten der Familie ganz fasziniert beim Essen zusehen und gierig den Mund aufreißen, wenn sie einen Löffel erblicken. Und es gibt Babys, die viel länger brauchen, bis sie zum ersten Löffel bereit sind. Ich kenne Kinder, die fast ein Jahr lang voll gestillt wurden und sich völlig normal und gesund entwickeln.

Essenszeit ist Mami-Zeit

Beim Zufüttern von Beikost geht es übrigens um zwei Personen. Denn was für Baby gilt, gilt auch für Mami. Da gibt es Mütter, die das Stillen lieben und die ersten Monate eine Trennung von ihrem Baby gar nicht wollen. Und es gibt Mamis, die ein paar freie Stunden für sich brauchen, und sich danach umso mehr auf ihr Baby und das Stillen freuen. Da ist es natürlich von Vorteil, wenn Babys Hunger auch durch Papa oder Oma und einen Gemüsebrei gestillt werden kann.

Wer unsicher ist, kann sich natürlich an die Empfehlungen halten. Das kann sehr hilfreich sein, wenn man nicht weiß, wie man anfangen soll. Wichtig ist, im Hinterkopf zu behalten, dass es nicht nur eine richtige Art gibt, mit der Beikost zu beginnen. Man darf und soll auf sein Bauchgefühl hören. Schließlich kennt keiner das eigene Kind besser als Mama und Papa!

Passend dazu: Resteverwertung von Babybrei

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EIN ARTIKEL VON
  • Katharina Thonhauser

    Ich habe Lebensmittel- und Biotechnologie an der Universität für Bodenkultur in Wien studiert und bin Mutter von fünf Kindern. Ich koche leidenschaftlich gerne und beschäftige mich sich seit Jahren mit Fragen zum Thema "richtige" Ernährung. Mit meiner Familie lebe ich in Wien.


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