29. Januar 2016

Babynahrung selbst kochen: 7 Tipps

Babynahrung selbst kochen - meinefamilie.at

Ja, es gibt meterweise Kochbücher zum Thema Babybrei Selbermachen. Da ich leider öfters viel Falsches zu diesem Thema gelesen habe, hier die wichtigsten Tipps, um Babynahrung selbst zu kochen.

Die ersten zugefütterten Löffel eröffnen eine spannende Zeit für Mütter und Babys. Vor allem für Frauen, die gestillt haben, geht sie oft mit einem emotionalen Chaos einher, das aus Loslassen der Fütterungshoheit und Freude über die langsam wieder beginnende, eigene Unabhängigkeit besteht. Kein Wunder, dass sich Mütter viele Gedanken über das Essen ihres Babys machen. Die 7 wichtigsten Tipps, um Babynahrung selbst zu kochen.

Frisches Gemüse

Gemüseauswahl: Je frischer das Gemüse verarbeitet wird, desto mehr Vitamine und Nährstoffe enthält es. Am besten ist es, saisonales Gemüse und regionales Gemüse zu verwenden. Im Winter sollte man Tiefkühlgemüse dem Glashausgemüse vorziehen. Tiefkühlgemüse wird meistens gleich nach der Ernte schockgefroren und dabei bleiben Vitamine und Nährstoffe gut erhalten. Auch da ist regionales Gemüse die beste Wahl.

Schonend kochen

Ein wichtiger Tipp, wenn man Babynahrung selbst macht: Gemüse nur so lange kochen, bis man es gut pürieren kann. Je kürzer, desto besser. Nicht zu viel Wasser verwenden, mit dem Wasserdampf geht auch ein Teil des Geschmacks verloren. Man sollte das Gemüse im Dampfgarer zubereiten oder in normalen Töpfen zumindest einen Dampfeinsatz verwenden.

Hygiene

Babys müssen sich natürlich irgendwann an Bakterien, Schmutz und Co. gewöhnen. Die Umstellung auf feste Nahrung ist aber doch ein großer Schritt und am Anfang sollte man es mit der Küchenhygiene sehr genau nehmen. Deshalb das Gemüse wirklich gut waschen. In der Erde leben viele Mikroorganismen. Messer, Schneidbretter, die mit am Gemüse anhaftender Erde in Kontakt gekommen sind, immer gut reinigen. Küchenschwämme und Tücher regelmäßig erneuern.

Keine Rohkost für Babys

Ich empfehle, Babys vor allem am Anfang KEINE ROHKOST zu füttern. Gekochte Nahrung ist leichter verdaulich und macht den Kleinen den Umstieg einfacher. Außerdem ist rohes Gemüse mit Bakterien und Keimen belastet, die sich auch durch gründliches Waschen nur teilweise entfernen lassen. Beim Kochen werden diese zerstört.

Die oft kolportierte Aussage, dass Rohkost mehr Vitamine liefert, stimmt übrigens nur bedingt, da der Körper Vitamine aus gekochtem Gemüse besser aufnehmen kann.

Erdäpfel separat kochen

Die Knollen enthalten Solanin, eine leicht giftige Substanz, auf die vor allem Babys sehr empfindlich reagieren. Heutzutage sind die meisten Erdäpfelsorten schon so gezüchtet, dass der Solaningehalt sehr niedrig ist. Bei Knollen, die verletzt oder grünlich gefärbt sind bzw. schon austreiben, kann der Gehalt aber ansteigen, da die Pflanze das Gift bildet, um sich gegen Schädlinge zu schützen. Solanin wird beim Kochen NICHT zerstört, aber es ist wasserlöslich und wandert beim Kochen aus der Knolle ins Kochwasser. Gekochte Erdäpfel kann man bedenkenlos essen. Das Kochwasser von Erdäpfeln jedoch sollte man immer wegschütten!

Bei anderen Gemüsesorten empfiehlt es sich wiederum, das Kochwasser zu verwenden um die darin enthaltenen Vitamine und Nährstoffe nicht zu vergeuden. Da Erdäpfel sehr gesund sind, kocht man sie einfach getrennt vom anderen Gemüse und vermischt sie nach dem Kochen.

Öl soll in jede Babynahrung

In jedes Babyessen gehören ein paar Tropfen Öl. Öl hilft dem Körper, die fettlöslichen Vitamine aufzunehmen und zu verwerten und ist auch für die Verdauung wichtig. Außerdem liefert es wertvolle ungesättigte Fettsäuren. Sehr gut eignen sich Pflanzenöle wie Sonnenblumenöl oder Rapsöl. Ich habe auch immer gerne Butter verwendet, da es in unserer Familie keine Milchunverträglichkeiten oder Allergien gibt.

Kein Salz

Salzzugabe ist vor allem am Anfang und solange die Kleinen ihr Gemüse ungesalzen mögen, nicht nötig.

Passend dazu: Babynahrung-Eiswürfel selbst machen

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EIN ARTIKEL VON
  • Katharina Thonhauser

    Ich habe Lebensmittel- und Biotechnologie an der Universität für Bodenkultur in Wien studiert und bin Mutter von fünf Kindern. Ich koche leidenschaftlich gerne und beschäftige mich sich seit Jahren mit Fragen zum Thema "richtige" Ernährung. Mit meiner Familie lebe ich in Wien.



1 Kommentare
  • li, 29. Januar 2016, 19:23 Antworten

    ich gestehe, hab bei der überschrift gedacht: oh no, schon wieder eine, die ganz genau weiß, was mütter falsch machen. ;) finde den artikel aber toll: grundvernünftig. leute, lasst euch nix einreden, nutzt euren hausverstand!

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