12. Juli 2018

Allergien bei Kindern – was muss ich wissen, was kann ich tun?

Allergien bei Kindern - was muss ich wissen, was kann ich tun? - meinefamilie.at

Allergische Überreaktionen des Körpers sind meist für die betroffenen Kinder eine Belastung und deren Eltern eine Herausforderung. Was können Eltern aber tun, um ihrem Kind bei Vorliegen einer Allergie, den Schul – oder Kindergartenalltag zu erleichtern?

Eine Allergie ist eine Überreaktion des Körpers auf bestimmte Stoffe aus der Umwelt bei der das Immunsystem beteiligt ist. Bei einer Nahrungsmittelallergie reagiert der Körper meist auf Eiweißbestandteile in Lebensmitteln. Jeder Allergiker reagiert anders auf ein für ihn allergenes Lebensmittel. Typische Symptome von Allergikern sind z.B. Hautausschlag, Erbrechen, Husten, Fließschnupfen, Atemprobleme oder Durchfall. Im schlimmsten Fall kann es zum anaphylaktischen Schock (Atemnot) kommen.

Allergien bei Kindern

Die häufigsten Lebensmittelallergien bei Säuglingen sind Kuhmilch, Ei und Soja, während Kinder zusätzlich noch auf Nüsse, Getreide und Fisch reagieren können. Bei Erwachsenen sind die häufigsten Allergieauslöser vor allem Getreide, Ei, Fisch, Nüsse, Milch, Gewürze, Obst und Gemüse.

Tritt die Allergie im Kleinkindalter (meist während der ersten drei Lebensjahre) auf, dann verliert sich diese oft bis zum Schuleintritt wieder. Tritt die Allergie im Erwachsenenalter auf, bleibt diese meist bestehen. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Seriöse Austestung von Allergien

Von einer Nahrungsmittelallergie spricht man nur dann, wenn eine immunologische Grundlage der Unverträglichkeit vorliegt. Das heißt, dass das Immunsystem beteiligt ist und man Antikörper gegen ein Allergen (Nahrungsmittel) im Blut findet. Diese Antikörper nennt man IgE Antikörper.

Die Austestung von (Nahrungsmittel-)allergien erfolgt über Bluttests (IgE Antikörper) oder Hauttests (Prick-Test).

Achtung vor unseriösen Austestungen

Gerne werden auch IgG-Test zur Austestung von Allergien angeboten. Diese geben jedoch keine Aussagekraft über die Allergie von Nahrungsmitteln. Ein erhöhter Spiegel von IgG (Immunglobulin G) im Blut als Diagnostik von Allergien ist stark umstritten. Studien zeigen, dass diese Austestungen keine Belege für eine Unverträglichkeit liefern. IgG Antikörper sind eine normale Reaktion auf den Verzehr von Nahrungsmitteln und treten bei völlig gesunden Menschen auf. Das Vorhandensein von IgG-Anitkörpern ist somit noch kein Hinweis für eine Nahrungsmittelunverträglichkeit. Sie riskieren mit diesen Tests lediglich eine Mangelernährung ihres Kindes aufgrund einer vermeintlich notwendigen Einschränkung der Nahrungsmittelauswahl.

Tipps zum Umgang mit Allergien beim Essen im Kindergarten/ in der Schule

Wurde bei Ihrem Kind durch einen Arzt eine Allergie auf bestimmte Lebensmittel festgestellt, gilt es einige Dinge zu beachten. Es ist wichtig, dass Sie als Eltern mit Kindergarten/Schule eng zusammenarbeiten. Die Behandlung einer Lebensmittelallergie besteht hauptsächlich darin, die Allergieauslöser zu vermeiden. Klären Sie also im Kindergarten/der Schule vorab, ob und wie eine Speisenversorgung möglich ist. Ist sie nicht möglich, sollte Sie (je nachdem worauf es allergisch ist und wie stark) darauf achten, Ihrem Kind stets eine passende Schuljause oder ein vorbereitetes Mittagessen in die Schule oder den Kindergarten mitzugeben. So können Sie vermeiden, dass Ihr Kind unabsichtlich etwas von dem Lebensmittel auf das es allergisch reagiert abbekommt (wenn es zum Beispiel beim Jausenbrot einer Schulkollegin abbeißt). Dies erleichtert sowohl Ihnen, als auch dem Kind den Alltag. Das Kind kann unbekümmert essen und Sie müssen sich keine Gedanken machen, dass das Kind Dinge isst, auf die es reagieren könnte.

Wenn Ihr Kind noch klein ist, erklären Sie ihm was eine Allergie ist und versuchen Sie möglichst eng mit seinen Lehrern oder dem Kindergartenpersonal zusammenzuarbeiten. Lassen Sie sich von ihrem behandelnden Arzt eine Bestätigung geben, dass ihr Kind eine Nahrungsmittelallergie hat und besprechen Sie alles mit den Erziehern/ Pädagogen. Erklären Sie sowohl dem Kind als auch den zuständigen Pädagogen, dass es passieren kann, dass eine allergische Reaktion auftritt, wenn es das besagte Lebensmittel isst. Wenn das Kind stark allergisch reagiert, erklären Sie ihm auch die Konsequenzen die nach Verzehr des Nahrungsmittels auftreten können, machen Sie dem Kind klar, dass man dies aber gut vermeiden kann indem man das Lebensmittel nicht isst.
Mittlerweile werden sensible Inhaltsstoffe auf Zutatenlisten oder in Speisekarten gekennzeichnet. Trotzdem müssen Eltern auch weiterhin selbst darauf achten, dass ihre Kinder besagte Stoffe nicht zu sich nehmen und im Zweifelsfall im Restaurant nachfragen oder bei den Telefonhotlines der Lebensmittelhersteller nachfragen. Es empfiehlt sich auch, die Kinder mit zunehmendem Alter zur Selbstständgikeit zu erziehen – trauen Sie Ihrem Kind zu, dass es ab einem gewissen Alter selbst darauf achtet, Lebensmittel auf die es allergisch reagiert zu vermeiden.

Kennzeichnungspflichtige Hauptallergene

Folgende Allergene sind Kennzeichnungspflichtig und werden unter anderem in Speisekarten angegeben.

  • Glutenhaltige*
  • Krebstiere*
  • Eier*
  • Fische*
  • Sojabohnen*
  • Erdnüsse
  • Milch*
  • Schalenfrüchte*
  • Sellerie*
  • Senf*
  • Sesamsamen*
  • Schwefeldioxid und Sulfite
  • Lupinen*
  • Weichtiere*

*und daraus gewonnene Erzeugnisse

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EIN ARTIKEL VON
  • Martina Heigl

    "Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen" - frei nach diesem Zitat von Sokrates ist es mir als Diätologin ein Anliegen, gesunde Kost in den Alltag einzubauen. Das Ganze ohne Verbote aber mit viel Genuss.


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