9. November 2015

Alle Infos zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten


Für Blähungen, Bauchschmerzen oder Übelkeit nach dem Essen kann eine Nahrungsmittelunverträglichkeit die Ursache sein. Alle Infos dazu im Überblick.

Die wichtigsten Fragen & Antworten zur Nahrungsmittelunverträglichkeit

Sehr viele Menschen leiden nach dem Essen unter Beschwerden wie Blähungen, Bauchschmerzen oder Übelkeit. Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit kann die mögliche Ursache sein.

Vielen Betroffenen ist gar nicht bewusst, dass sie an einer Nahrungsmittelunverträglichkeit leiden, da ihnen die Symptome so alltäglich vorkommen. Blähungen, Übelkeit, Durchfall oder Verstopfung können ebenso auftreten wie Müdigkeit, Bauch- oder Kopfschmerzen. Umgekehrt darf bei gehäuftem Vorkommen solcher Symptome nicht automatisch von einer Nahrungsmittelunverträglichkeit ausgegangen werden, denn sie können auch Anzeichen einer anderen Grunderkrankung sein. Eine genaue Diagnostik ist daher das Um und Auf.

Was ist eigentlich eine Nahrungsmittelunverträglichkeit?

Bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit oder -intoleranz ist der Körper nicht in der Lage, bestimmte Nahrungsbestandteile vollständig zu verdauen bzw. zu verwerten. Ursache ist meist ein Mangel oder ein Defekt bestimmter Enzyme, die für die Verdauung benötigt werden.

Dies darf nicht verwechselt werden mit einer echten Nahrungsmittelallergie: Dabei werden Nahrungsbestandteile vom Immunsystem als gefährlich eingestuft und lösen die Bildung von Antikörpern und Abwehrreaktionen aus. In der Folge treten für Allergien typische Symptome wie z.B. ein juckendes Gefühl im Mund, geschwollene Lippen, eine rinnende Nase und in schweren Fällen auch Atemnot, Blutdruckabfall oder sogar Schockreaktionen auf. Echte Nahrungsmittelallergien sind im Gegensatz zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten relativ selten.

Was sind die häufigsten Nahrungsmittelunverträglichkeiten?

Zu den häufigsten Nahrungsmittelunverträglichkeiten zählen die Laktose- und die Fructoseunverträglichkeit sowie die Histaminintoleranz. Zusätzlich gibt es eine Vielzahl weiterer Unverträglichkeiten gegen andere Nahrungsbestandteile, wie etwa gegen Zuckeraustauschstoffe (z.B. Sorbit) oder gegen Bestandteile von Getreide (Glutenunverträglichkeit, Zöliakie).

  • Laktoseintoleranz

    Wie wird eine Nahrungsmittelunverträglichkeit festgestellt?

    Laktose- und Fructoseunverträglichkeit lassen sich relativ gut nachweisen, unter anderem mit einem sogenannten H2-Atemtest (Wasserstoffatemtest). Das Prinzip ist folgendes: Laktose bzw. Fructose gelangt bei einer Unverträglichkeit unverdaut in den Dickdarm. Dort wird er von Darmbakterien zersetzt, wobei Wasserstoff (H2) entsteht. Dieser Wasserstoff wird weiter ins Blut abgegeben und schließlich über die Lungen abgeatmet. Für den Test bekommt man daher eine laktose- bzw. fructosehaltige Lösung zu trinken. In bestimmten Zeitabständen pustet man anschließend in ein kleines Gerät, das den Wasserstoffanteil in der Ausatemluft messen kann. So können Rückschlüsse auf die Zuckerverwertung im Darm geschlossen werden.

    • Bluttest

      Wie wird eine Nahrungsmittelunverträglichkeit behandelt?

      Eine Behandlung der Ursache gibt es bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten nicht. Auch ist es in den meisten Fällen nicht nötig, die jeweilige Substanz komplett vom Speiseplan zu verbannen. Meist reicht es, weniger davon zu essen. Wichtig ist, dass jeder Betroffene herausfindet, wo seine persönliche Toleranzschwelle liegt, soll heißen: Wieviel vom jeweils unverträglichen Nahrungsmittel kann ich essen, ohne dass Beschwerden auftreten?

      Auch dazu dient eine Vermeidungsdiät: Hat man erkannt, welche Nahrungsmittel in welcher Konzentration problemlos vertragen werden, gilt es, sich dauerhaft daran zu halten. Zusätzlich ist eine ausführliche Diätberatung wichtig.

      Es gibt weitere Möglichkeiten, die helfen können, Beschwerden zu lindern. Der Arzt kann individuell darüber informieren.

      Nähere Informationen zur Nahrungmittelunverträglichkeit

      Wir empfehlen auch: Eine Mutter wird beim Kochen kreativ, seitdem ihre Tochter Histaminintoleranz hat

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  • Netdoktor

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