27. Februar 2020

Entscheidungen sind Stresskiller!

entscheidungen sind stresskiller!

Die Arbeit eines erfolgreichen Unternehmers hat überraschend viele Parallelen zu der einer Mutter mit Erziehungsverantwortung. Selbstständige sowie Vollzeit-Karenzbestreiter werden täglich mit einer Vielzahl von oftmals unerwarteten Aufgaben konfrontiert und müssen zügig handeln.

Machen sie ihre Sache gut, haben sie auch noch Spaß dabei und sind am Abend zufrieden mit sich. Die Realität sieht abermals bei beiden nicht so rosig aus. Die abendliche Tagesbilanz zieht man dann doch begleitet von Magenschmerzen, Schulterziehen oder ungewollter Kalorienvernichtung.

Wer dachte noch nie: Ich kann einfach nicht ALLES GLEICHZEITIG machen! Ich kann es nicht JEDEM RECHT machen. Am Ende des Tages bin ich KOMPLETT ERLEDIGT und dabei hätte ich viel mehr schaffen wollen… Klar, stressige Tage hat jeder, es sollten aber dann doch Ausnahmen sein. Nach einem langen, anstrengenden Arbeitstag hat man doch Besseres verdient!

Lust auf ein kleines Training, sich mehr Zeit zu verschaffen und für mehr Quality Time und „Spaß am Rest des Tages“ zu haben? Ich möchte gerne zwei Methoden vorstellen oder in Erinnerung rufen, die das Karenzmanagement – das MAMAgement – erleichtern.

Die Eisenhower-Methode

Professionelle Zeitmanagement-Trainings beschreiben gerne das Entscheidungsraster nach Dwight D. Eisenhower. Der ehemalige Präsident der USA in den 1950er Jahren soll seine Arbeit nach diesem Prinzip gemacht haben. (Der war also jetzt nicht in Karenz daheim, fad war ihm aber sicher auch nicht.) So geht’s:

Du ordnest jede Deiner Tätigkeiten in 4 Aufgabenfelder innerhalb zweier Achsen, nämlich Wichtig und Dringend:

A-Aufgaben sind am dringendsten und wichtigsten, sie müssen sofort erledigt werden.

B-Aufgaben sind sehr wichtig, aber nicht am dringendsten. Ringringring!! Um dieses Feld geht es! Diese „Tasks“ kann man nämlich vorbereiten. B-Aufgaben liegen ansonsten auf der Lauer, A-Aufgaben zu werden, und dann werden sie zum Stressfaktor. Sie sollten gut eingeplant werden.

C-Aufgaben sind unwichtig und nicht (ganz) so dringend. Kann das jemand anderes machen?

Im vierten Feld landen die D-Aufgaben. Nicht wichtig und nicht dringend? Wem soll das dann was bringen, außer Dir Zeit stehlen?

Wie legt man diese Methode auf den eigenen Alltag um?

Es empfiehlt sich erstens, einen groben Wochenplan zu haben (zum Thema Alltagsplanung habe ich in meinem letzten Beitrag ein paar Worte verloren) und zweitens, zu trainieren, aufkommende Aufträge sofort richtig einzuordnen, Termine zu fixieren.

Wie bereits erwähnt, sind die B-Aufgaben diejenigen, um die man sich eingehend kümmern sollte. Ein vorbereiteter Wickeltisch, ein abends für den nächsten Tag gepackter Kinderwagen, das Outfit für den Ausgehabend. Klingt sehr klischeehaft, aber es sind genau solche Zeitfresser, wenn man ohnehin genug um die Ohren hat.

Werde besser in der Vorbereitung und Vor-Organisation deiner Aufgaben! Die simpelsten Arbeiten werden sonst zum Stressfaktor.

A-Aufgaben – für diese muss man Zeit freihalten. Das sind nicht zwangsweise mühselige Dinge! Mit dem Spross bei Sonnenschein auf den Spielplatz gehen – kann man ja nicht in der Nacht. C-Aufgaben – ich nenne sie gerne Nebenher-ToDo’s, Besorgungen, die auch der Partner am Heimweg erledigen kann (Oder am Weg wohin, wenn man früher loskommt.)

D-Aufgaben – wie kommst Du zu denen eigentlich? Es ist schwer, hier ein konkretes Beispiel zu nennen, denn jeder gewichtet nun einmal anders. Prüfe hier vor allem, was Dir mühsam erscheint, auf seine Relevanz.

Die KonMari-Methode

Kennen Sie die Ausmist-Expertin Marie Kondo? Ihr Credo ist: Behalte, was Du brauchst und was Dich glücklich macht. Der Rest fliegt raus. Mir gefällt der Ansatz auch im Entscheidungsmanagement.

Trenne Dich von überflüssigem Ballast und erledige gewissenhaft nur, was wirklich zu tun ist und was Dir am Herzen liegt.

Im Idealfall sind einige Arbeiten deckungsgleich! Wir sind hier wieder beim erfolgreichen Unternehmer: Wer selbstständig ist, MUSS gewisse Tätigkeiten erledigen, das Hauptgeschäftsfeld bedient er aber aus FREUDE AN DER SACHE! Der Chef muss sich um sein eigenes Unternehmen kümmern, und die Mama um ihre Kernaufgaben.

Die KonMari-Methode ist schwieriger, als sie klingt. Im näheren Gespräch berichteten mir Mütter ausnahmslos von wertlosen, aber zeitintensiven Projekten („Aber ich bringe doch seit Jahren eine selbst gebackene Torte zum Familienfest mit.“). Hier geht es stark um das Thema NEIN SAGEN. Aber das ist eine andere Geschichte…

Die meisten Mütter haben am Ende ihrer Karenzzeit eine Vielzahl neuer Skills erlernt – und das auch noch im Selbststudium. Gut zu organisieren, vorzubereiten und zu delegieren werden zu neuen Stärken. Nicht selten führen die neu gewonnenen Erfahrungen übrigens dazu, dass sich die eine oder andere Mama nach der Karenz selbstständig macht!

Viel Freude beim Stresskillen und Zeitplan aufräumen wünsche ich, und viel mehr Qualitytime als nötig!



EIN ARTIKEL VON
  • Kathrin Rauscher

    Ich habe Kommunikations- und Politikwissenschaften studiert und mich auf den Aufbau von Marken spezialisiert. Als Mutter eines kleinen Sohnes ziehe ich viele Parallelen zwischen Karenz- und Managerleben.


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