22. Januar 2018

Zeitlos – Wochenkalender für Kinder


Wann kommt endlich die Oma zu Besuch? Wie oft muss ich noch schlafen bis der Osterhase kommt? Regina Magdalena Smcrka gibt hilfreiche Ratschläge für einen Wochenkalender für Kinder.

Kinder haben noch kein Zeitgefühl, sie leben im Moment. Oft erzählte mir unser Sohn beginnend mit „heute war …“ Dinge die vor Wochen passierten. Um ihm also zu helfen den Tagesablauf und unsere Vorhaben in der kommenden Woche besser zu verstehen habe ich einen Wochenplan mit Piktogrammen* entwickelt. Zum leichteren Handling hängte ich jedoch immer nur zwei bis drei Tage auf, den aktuellen und die kommenden Tage. Zusätzlich zu den klassischen Piktogrammen verwende ich jedoch auch Fotos und individuelle Symbole, die einen Bezug zu unserem Alltag haben.

Und schon ist der Alltag wieder ein Stück leichter.

Denn Fragen, wann denn nun die Oma zum Lernen oder Spielen kommt oder von wem das Kind vom Kindergarten abgeholt wird, werden gleich vor dem Kalender erklärt. Irgendwann sieht es dann von alleine nach und kann selber nachzählen, wie oft es noch bis zum gewünschten Ereignis schlafen muss.

Materialien für Wochenkalender

Praktisch gesehen verwende ich eine Magnetwand, drucke mir einfach Bilder/Piktogramme vom Internet aus, die unseren Tagesablauf symbolisieren und lasse mir Fotos von den wichtigsten Bezugspersonen nachmachen. Im Bauhaus gibt es Magnetstreifen zum Abreißen die auf der Rückseite ein Klebeband haben, diese einfach auf die Bilder/Fotos kleben und fertig sind die Symbole. Nun braucht ihr das Ganze nur mehr zu ordnen.

Und schon weiß der Sprössling wann die Oma zu Besuch kommt, an welchen Tagen Kindergarten ist und wann ihr den Ausflug in die Stadt plant.

Je nach Alter der Kinder kann der Kalender natürlich erweitert und aktualisiert werden. Mittlerweile ist unser Sohn fünf Jahre alt und versucht von sich aus auf unserem Erwachsenen-Kalender nachzusehen, wann wir nun endlich in Urlaub fahren.

Mit Tricks arbeiten

Zugegeben, ich war schon sehr stolz, als er als einziger mit vier Jahren wusste, was wir für einen Wochentag haben. Aber auch ich lerne vom Kindergarten. So werden dort für das Verständnis der Zeit – auf dem Kindergarten-Kalender – unterschiedliche Farben für jeden Tag verwendet.

In vielen Bereichen verwendbar

Kennengelernt habe ich die Piktogramme ursprünglich im Bereich der Unterstützten Kommunikation in der Arbeit mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Schnell wurde mir klar, dass sie leicht für den individuellen Bedarf abgeändert werden können. Als mein Vater die ersten Anzeichen von Demenz zeigte, gaben ihm die Piktogramme in Form eines Wochenplans, den nötigen Halt in einer Welt des Vergessens.

Vielfältig abwandelbar

Egal ob Magnetwand, Ringbuch mit Einsteckfolien oder A5-Buch mit eingeklebten Fotos. Jedes Mittel ist möglich, wenn es darum geht, Menschen zu helfen mit dem abstrakten Begriff unserer Zeit umgehen oder sich wieder neu der Umwelt mitteilen zu können.

Und wenn es einmal ganz schnell gehen muss, dann räumt doch einfach eure Magnetwand leer, malt Sonne und Mond als Tageseingrenzung auf und befestigt normale Fotos mit Magneten darauf. Fertig ist der Kalender.

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