24. Mai 2017

Liebe Eltern, habt Mut zum Egoismus!

Mut zum Egoismus - meinefamilie.at

Das eigene Wohl darf und soll Eltern am Herzen liegen! Denn Sicherheit und Geborgenheit können Eltern nur schenken, wenn es ihnen selbst gut geht.

Die Gefahr, sich als Mutter oder Vater zu überfordern, ist sehr groß, wenn die eigenen physischen und emotionalen Grenzen nicht gesehen, gespürt, akzeptiert und vor allem gewahrt werden. Es sind oft unrealistische Anforderungen, Ansprüche und Erwartungen an sich selbst und auch an den Partner, die zu häufigem Stress und Überforderung führen. Alle Vorstellungen – wie die Kinder sein sollten, was man ihnen bieten sollte, was man als Eltern alles leisten und tun muss, wie man Kinder „richtig“ erzieht, usw. – gehören auf den Prüfstand.

Ich möchte Sie dazu ermutigen, Ansprüche, denen Sie nicht gerecht werden können und Erwartungen an sich selbst, deren Erfüllung Kraft ohne Ende kostet, zu korrigieren oder aufzugeben und für Entlastung zu sorgen. Den Mut zu haben, zu allererst an sich selbst zu denken, egoistisch zu sein. Ja, egoistisch, denn so bewertet unsere Gesellschaft oft Menschen, denen ihr eigenes Wohl am Herzen liegt.

Kinder brauchen glückliche Eltern

Und das aus einem sehr guten Grund: Am allernötigsten und dringendsten brauchen Kinder glückliche und zufriedene Eltern, damit sie selbst glücklich und zufrieden sein können und damit sie ein positives Vorbild haben, das sie ins Leben begleitet und nicht etwa abschreckt.

Kinder brauchen eine ganze Menge.

Mit der Entscheidung für Kinder geht einher, dass Sie auf lange Sicht Ihren Kindern gegenüber Gebende sein werden.

Es ist tatsächlich viel, was Eltern ihren Kindern geben, wenn sie ihre Verantwortung und Aufgabe ernst nehmen. Daher sollten Eltern in dem Maße, in dem sie für das Kind sorgen, auch für sich selber Sorge tragen, erkennen, was sie brauchen und sich nehmen, was nötig ist, um im Gleichgewicht zu bleiben und in der eigenen Mitte zu bleiben.

Eltern sind die Wegweiser

Sie sind für Ihre Kinder die Landkarte, der Wegweiser und die „Haltestange“ auf ihrem Weg in ihr eigenes Leben. Ihre Kinder orientieren sich an Ihnen, folgen Ihnen nach und wollen sich anhalten, wenn das Leben turbulent wird und sie unsanft hin und her wirft. Verlieren Sie als Eltern in solchen Zeiten die Orientierung, kommen vom Weg ab – oder haben gar keinen Plan und keinen Weg, werden unsicher, zweifeln und grübeln – wird die von Ihren Kindern so dringend benötigte Haltestange zur emotionalen Achterbahn, in der sich nicht nur Sie selbst, sondern auch Ihre Kinder verirrt und verloren fühlen.

Über die „richtige“ Erziehung wird sehr viel gesagt und geschrieben und auch darüber, was Kinder zu ihrem Wohlergehen brauchen, aber nur selten denkt jemand auch an die Eltern und deren Wohlergehen. Doch wie ergeht es Kindern überforderter, unzufriedener und unglücklicher Eltern? Was ist das Vorbild, das solche Eltern geben? Welchen Weg weisen sie? Wieviel Halt, Sicherheit und Geborgenheit können sie ihren Kindern bieten?

Herausforderungen gehören zum Eltern-Alltag

Erziehung ist keine für alle Lebenssituationen als richtig oder falsch vorgegebene Handlungsanweisung oder -strategie. Wir sind Individuen, jeder Mensch, jeder Elternteil und jedes Kind ist anders, einzigartig und daher kann ein „mach das immer so, dann ist es richtig“ nie für mehrere, geschweige denn für alle Menschen und Situationen gelten. Das Leben mit Kindern ist jeden Tag neu, Herausforderungen sind an der Tagesordnung.

Und der Unterschied, ob diese Herausforderungen von einem „Fels in der Brandung“ oder von einem „Fähnchen im Wind“ bewältigt werden, ist der Unterschied an Lebensqualität für Sie und Ihre Kinder.

Elternsein und damit das, was wir „Erziehung“ nennen, sind keine bestimmten richtigen oder falschen Handlungen, sondern ist eine innere Haltung und ein Weg des gemeinsamen Lernens und der gemeinsamen Entwicklung. Und da sind Antworten auf Fragen wie z.B.: „Welche Bedürfnisse habe ICH“, „Wie kann ich sie MIR erfüllen?“ oder „Wo komme ICH zu kurz?“ sowie „Bin ICH glücklich und zufrieden?“ die Basis. Das Fundament, ohne das kein Gebäude der Welt sicher stehen kann – um Ihren Kindern vorzuleben, wie sie, wenn sie mal erwachsen sind, auf sich selbst achten und dadurch ihr Leben positiv gestalten können.

Den eigenen Weg gehen

Seien Sie mutig, gehen Sie vor, auch wenn „die Welt da draußen“, in welcher positive Attribute wie Selbstachtung und Selbstwert leider noch sehr oft negativ bewertet werden, meint, dass Sie egoistisch wären. Es ist Ihr Leben, Ihre Verantwortung, Ihre Wahl und Ihre Entscheidung. Erstellen Sie Ihren eigenen Plan und finden Sie Ihren eigenen Weg – um diesen Weg dann in aller Klarheit, Sicherheit und Ruhe – unbeirrt von etwaigen Abwertungen, Meinungen und „gut gemeinten“ Ratschlägen anderer – Schritt für Schritt vorausschauend und nachsichtig vorauszugehen, auf dass Ihr Kind Ihnen liebend gerne in ein glückliches und erfülltes Leben folgt!



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