3. März 2015

Meinen Feierabend genießen


Mit wunderbarem Surround-Sound aus unserer Musikanlage konnte ich mein Mahl genießen und dankte Gott dabei: für das gute Essen und die wunderbare Musik.

 

Zeit für mich: Musik und Wein genießen

Gestern ergab sich spontan ein Abend für mich, nachdem alle Kinder im Bett waren und Georg sich zum Arbeiten ins Obergeschoß zurückgezogen hatte. Den ganzen Tag hatten wir geschäftig gewerkt und vieles erledigt und ich fand, dass es nun Zeit für einen richtig netten Feierabend war. Außerdem hatte ich Hunger, denn beim Abendessen hatte ich in erster Linie die Kinder versorgt und nicht wirklich selbst mitgegessen.

Endlich Zeit für mich

Also marschierte ich zuerst mal in den Keller zur Gefriertruhe, um zu schauen, was es an Resten gab. Ah, eine Portion Rindfleisch mit Nudeln. Ideal für mich. Ab in die Mikrowelle damit – zu solchen besonderen Anlässen darf das schon mal sein. Ich bin, was Kochen betrifft, zwar schon der Meinung, dass frisch gekocht am besten ist, aber es darf auch Ausnahmen geben, wenn sie mir, wie in dieser Situation, das Leben erleichtern. Zu viel Gesetzlichkeit zerstört die Lebensfreude…

Das Essen richtig genießen

Schnell deckte ich einen Platz am Tisch für mich – mit einem bunten Tischset und einem Weinglas, in das ich gleich den Rest Rotwein goss, den ich in der offenen Flasche vom Sonntag fand. Schließlich wollte ich dieses Mahl für mich so richtig genießen.

Ungestört Musik hören

Das Wichtigste fehlte noch: Musik. Ich liebe es, zum Essen klassische Musik zu hören. Mit den Kindern habe ich damit aufgehört, da der Lärmpegel sonst beim Essen zu hoch wird. Ab und zu hören wir am Nachmittag nebenbei etwas Musik, wozu die Kleinen dann meist tanzen und selbst „musizieren“. Das ist nett und auch unterhaltsam, doch der reine, ungestörte Musikgenuss geht dabei etwas verloren. In Konzerte gehe ich auch viel seltener als früher. Das ist wirklich schade, aber momentan geht es sich einfach nicht öfter aus.

Genießen und Gott dafür danken

Deshalb veranstaltete ich für mich gestern ein spontanes „Hauskonzert“. Nachdem ich die Türe zum Obergeschoß geschlossen hatte, suchte ich mir eine Klassik-CD aus dem Regal: Das „Requiem“ von Mozart. Das ist nicht gerade „leichte Kost“. Aber ich liebe den kraftvollen Gesang und die gewisse Dramatik dieses genialen Werkes. Mit wunderbarem Surround-Sound aus unserer Musikanlage konnte ich mein Mahl genießen und dankte Gott dabei für beides: das gute Essen und die wunderbare, kraftvolle Musik.

Bei Platzmangel: kreativ werden

Für alle, denen nun der Mund wässrig wird und die aber aus Platzmangel auf solche Genüsse verzichten, habe ich eine Inspiration: Was wäre, wenn du einfach mit Kopfhörern Musik hörst? Mir ist klar, dass es ein Privileg ist, ein ganzes Stockwerk für mich zur Verfügung zu haben. Aber auch wir lebten mal auf kleinerem Raum, genauer gesagt in einer 52 m²-Wohnung (zu viert), und da brauchte es manchmal sehr viel Kreativität, um halbwegs gut leben zu können. Außerdem war meine Nachbarin unter uns eindeutig kein Klassik-Fan und manchmal, wenn ich tagsüber eine Symphonie etwas lauter aufdrehte, begann sie, noch lauter House und Techno zu hören… Unsere Nachbarschaft war nicht ganz einfach. Schmunzelnd erinnerte ich mich, wie Benni, damals etwa ein Jahr alt, ab und zu grüne Tomaten aus meinem Balkonbeet, Erde und Spielzeug vom dritten Stock zu ihr und den anderen Nachbarn hinunterwarf. Das war nicht gerade förderlich für unsere nachbarschaftlichen Beziehungen… Dafür bekamen wir Tag für Tag die Rauchschwaden ab, die von unten heraufstiegen…

Genießen und die Seele stärken

Mit solchen Dingen muss ich mich nun im eigenen Haus nicht mehr beschäftigen und herumärgern und bin sehr dankbar dafür. Da ich nun mit dem Essen fertig war, setzte ich mich noch ein wenig auf die Couch und stellte mir vor, in einem Konzertsaal zu sitzen, auf roten, samtigen Sesseln, und den Musikern beim Spiel zuzusehen. So klang mein Abend wunderbar aus und ich fühlte mich gestärkt an Körper, Geist und Seele.

Passend zum Thema: Auszeit nehmen vom Alltagstrubel

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EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Wieselburg. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nun unterrichte ich mit meinem Mann unsere vier Kinder zuhause und bin Autorin und Kulturvermittlerin im Stift Melk.


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