13. März 2015

Fastenzeit ohne Verzicht


Wir Mamas neigen dazu, uns selbst unter Druck zu setzen und auf vieles zu verzichten – eine selbst auferlegte Fasten-Zeit: Hier sind Tipps, um aufs Verzichten zu verzichten.

Wir Frauen und speziell wir Mamas neigen dazu, uns selbst zu sehr unter Druck zu setzen. Wir bemühen uns manchmal so sehr, es allen recht zu machen und allen Ansprüchen und Erwartungen zu entsprechen, dass der Alltag mehr von Krampf als von lockerer Leichtigkeit geprägt wird. So empfinde ich das zumindest.

Die Fastenzeit ist eine Zeit, die uns gegeben ist, um gerade diese Leichtigkeit wiederzugewinnen – indem wir das Loslassen üben. Ich weiß, auch in meinem Kopf tauchen da zuerst gleich mal Themen wie „Fasten“, „Verzichten“ und „Opfer bringen“ auf.

Eine laufende Fasten-Zeit

Aber, ganz ehrlich: Tun wir diese Dinge nicht ohnehin ständig? Fasten vielleicht nicht. Okay. Auch ich belohne mich manchmal am Abend mit einem Stück Schokolade oder anderen Leckereien. Aber Verzicht und Opfer sind doch bei uns Müttern an der Tagesordnung. Es ist oft Fasten-Zeit.

Die Kinder sind krank – und wir streichen selbstverständlich fast alle unsere persönlichen Vorhaben, um für sie da zu sein. Und tun wir es nicht, haben wir ein schlechtes Gewissen. Mein Mann Georg käme nie im Leben auf die Idee, auf sein wöchentliches Fußballspielen zu verzichten. Aber ich frage mich ernstlich, ob es okay ist, wenn ich eine Stunde spazieren gehe.

Ich weiß nicht, woher das kommt, aber wir Mütter tun uns oft sehr schwer damit, uns selbst einfach Gutes zu tun. Mit meinem Mann hab ich ausführlich darüber geredet und er meinte, ich verzichte oft auf Dinge, die gar nicht notwendig wären. Nun ertappe ich mich mittlerweile selbst dabei, wenn ich wieder einmal denke: „Ich würde so gern…aber das geht ja bestimmt sowieso nicht, der Familie wegen.“

Selbst auferlegte Fasten-Zeit

Viele Träume, Sehnsüchte, Unternehmungen etc. nehme ich nicht in Angriff, weil ich von vornherein denke, es sei sowieso nicht möglich in dieser Lebensphase. Oft erzeugt das bei mir Missmut und Frust. Dabei weiß ich das ja oft gar nicht. Mein Mann wäre vielleicht nicht besonders erfreut, wenn ich anmelde, ein ganzes Wochenende mit einer Freundin, die ich sonst nur ein bis zweimal pro Jahr sehe, verbringen zu wollen. Denn auch er braucht die freien Tage, um sich zu erholen und aufzutanken. Aber es gleich abzuschreiben und darauf zu verzichten ist auch nicht gut. Vielleicht findet er es ja okay und unterstützt mich dabei? Oder vielleicht lässt er mit sich verhandeln? Ein Wochenende du, eines ich? Jeder braucht ab und zu seinen Freiraum. Es ist zumindest einen Versuch wert.

Nicht automatisch verzichten

Wegen dieses automatischen „Verzicht- und Opfer“-Verhaltens habe ich für mich persönlich beschlossen, dass ich mich in der Fastenzeit ganz besonders darauf konzentrieren möchte, NICHT automatisch zu verzichten, meine selbst auferlegte Fasten-Zeit zu reduzieren.

Das klingt jetzt paradox, aber für mich ist der Verzicht auf den Verzicht der wahre Verzicht. 🙂

Nicht Fasten-Zeit, sondern sich Gutes tun

Meinetwegen faste ich Schokolade, denn das ist wirklich manchmal eine kleine „Ersatzdroge“. Aber sonst werde ich mich die nächsten paar Wochen bewusst bemühen, mir selbst (und auch den anderen) Gutes zu tun und meine Interessen ernst zu nehmen. Ich werde versuchen, jeden Tag mindestens drei Dinge zu tun, die mir Freude bereiten und diese auch aufschreiben. Dann kann ich am Ende jeder Woche begeistert nachlesen, wie viele gute Dinge ich erleben durfte und wie gut es mir eigentlich geht!

Auf das Jammern verzichten

Dann wird mir der Verzicht auf Jammern, Nörgeln und Kritisieren auch nicht so sonderlich schwer fallen. Das ist mein dritter Vorsatz für die Fastenzeit. Denn das sind die Dinge, auf die ich und meine Familienmitglieder wirklich gerne verzichten…und deine sicherlich auch!

Wir empfehlen auch: Meinen Feierabend genießen, Detox zur Fastenzeit



EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Niederösterreich im Erlauftal. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nach fünf Jahren Homeschooling sind nun alle vier Kinder in öffentlichen Schulen und ich bin Kulturvermittlerin im Stift Melk.


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