7. September 2017

Wie treffe ich die richtigen Entscheidungen für mein Kind?

Entscheidungen für unser Kind treffen - meinefamilie.at

Als Eltern sind wir oft gefordert, Entscheidungen für unser Kind zu treffen. Wie treffen wir die für uns richtigen, ohne uns zu sehr von außen steuern zu lassen?

Unser Leben besteht aus unzähligen Entscheidungen, die wir Tag für Tag treffen müssen. Viele treffen wir so schnell und sind so banal, dass wir sie gar nicht bemerken. Was ziehe ich meinem Kind heute an? Welchen Aufstrich gebe ich auf Brot? Was koche ich heute Abend? Welche Windeln kaufe ich? Für Entscheidungen, die gravierendere Folgen haben, z.B. welchen Kindergarten oder welche Schule mein Kind besuchen soll, benötigen wir länger.

Wir informieren uns vorher umfassend, fragen andere um Rat, wägen die Vor- und Nachteile gründlich ab und entscheiden erst, wenn wir uns nach reiflicher Überlegung sicher sind. Das ist vernünftig und führt auch in der Regel dazu, dass wir uns richtig entscheiden.

Erst informieren, dann entscheiden

Trotzdem wird es mitunter schwierig, wenn es um Entscheidungen für unser Kind geht. Stillen oder Flasche? Wo soll es schlafen? Impfen, ja oder nein? Füttere ich Gläschen oder koche ich selbst? Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Abstillen? Ein Kind zu haben, ist schließlich eine große Verantwortung und wir möchten alles richtig machen. Denn nicht immer gibt es die Chance, eine Entscheidung später noch einmal zu korrigieren. Deshalb wollen wir unbedingt die richtige Entscheidung treffen. Und gehen so vor, wie bei anderen wichtigen Entscheidungen auch.

Sprich: Wir informieren uns erst einmal umfassend. Das ist heute mit Hilfe von Google & Co. ja kein Problem mehr. Viele Internet-Foren zu den unterschiedlichsten Themenbereichen bieten zudem die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch mit anderen Eltern. Fachleute wie Hebamme, Kinderarzt oder Stillberaterin werden befragt und geben fachkundige Antworten. Und dann sind da noch die lieben Mitmenschen, die uns (auch gerne ungefragt) „gute“ Ratschläge geben, weil sie ja auch alle selbst einmal Kind waren, eigene Kinder hatten, jemanden kennen, der Kinder hat oder uns einfach nur ihre persönliche Meinung mitteilen möchten.

Können wir jetzt leichter die richtige Entscheidung treffen?

Nun, wenn wir Glück haben, ist es so. Aber meistens ist genau das Gegenteil der Fall. Denn zu jeder Frage gibt es Dutzend unterschiedliche Antworten, die alle plausibel klingen. Schade nur, dass sie sich teilweise komplett widersprechen. Daher ist die Verwirrung und Unsicherheit nun oft sogar größer als zuvor und die Entscheidung fällt uns noch schwerer. Das Problem ist, dass wir auf diese Weise versuchen, eine Entscheidung ausschließlich mit dem Kopf zu treffen. Der bewusste Verstand ist jedoch nicht immer die beste und vor allem nicht die alleinige Instanz, um schwierige Entscheidungen zu treffen. Er kann detaillierteste Informationen aufnehmen, sortieren, genau analysieren, das Pro und Kontra abwägen und sorgfältig planen. Nur die Sicherheit, auch wirklich das Richtige zu tun, kann er uns nicht geben. Denn allzu oft lassen wir uns bei solchen Entscheidungen von anderen beeinflussen und treffen in Wahrheit gar keine eigene Entscheidung.

Hören Sie dazu auch auf Ihr Bauchgefühl, auf ihre Intuition! Sie äußert sich in den verschiedenen Lebenssituationen in Form von Körperempfindungen, wie z.B. wohlige Wärme, angenehme Weite in der Brust oder ein Kribbeln im Bauch oder auch Kälte, Enge und leicht zittrige Knie. Manchmal geschieht dabei auch etwas im Kopf, wie etwa eine plötzliche Klarheit/Verwirrtheit oder ein inneres Bild. Oder es tritt eine Mischung aus Körperempfindung, Klarheit und einem Bild auf.

Typisch für diese Empfindungen ist, dass sie blitzschnell auftreten und meist eher diffus sind. Es gibt aber nur zwei Kategorien: „Gut“ oder „Schlecht“ beziehungsweise „positiv“ oder „negativ“. Positive fühlen sich gut und wohlig an und signalisieren uns GO!, negative fühlen sich unangenehm an und signalisieren STOP!

Um gute Entscheidungen zu treffen, ist es notwendig, dass Verstand und Empfindungen im Einklang sind.

Intuition für Entscheidungen nützen

So können Sie Ihr „Bauchgefühl“, Ihre Intuition für bessere Entscheidungen zu nutzen:

  • Sammeln Sie bei schwierigen Entscheidungen erst einmal die nötigen Informationen.
  • Entspannen Sie sich und stellen Sie sich nun nacheinander die alternativen Situationen möglichst realistisch in allen Details vor.
  • Schauen Sie in Gedanken auch auf Ihr Kind. Kinder zeigen uns immer deutlich und ehrlich, wie es ihnen geht.
  • Achten Sie dabei auf Ihre Körper-Empfindungen.
  • Sie wissen, was für Sie und Ihr Kind richtig ist, wenn Sie positive Empfindungen mit dem Signal GO! Spüren.
  • Wenn Sie negative Empfindungen wahrnehmen, heißt das STOP, diese Entscheidung ist nicht die richtige.
  • Sollten Sie keine Empfindungen wahrnehmen, nehmen Sie sich noch etwas Zeit, bevor Sie sich entscheiden. Vielleicht benötigen Sie noch weitere Informationen oder die für Sie richtige Alternative ist noch nicht dabei.
  • Wiederholen Sie den Vorgang dann einfach zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal.

Sie werden sich mit Ihren Entscheidungen sehr viel besser fühlen, wenn Sie sich von den Meinungen und Argumenten anderer Menschen freimachen und stattdessen auf Ihren Verstand und Ihre Empfindungen hören und Ihren eigenen Weg gehen.

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