20. Januar 2015

Kinder: Wenn sich zwei streiten… Was machen die Eltern?


Wenn sich zwei streiten, freut sich der Dritte. So lautet zumindest die bekannte Redewendung. Welche Rolle nehmen dabei Eltern ein, wenn es um Kinder geht?

So lautet zumindest die bekannte Redewendung. Klingt irgendwie nach Schadenfreude. Ein afrikanisches Sprichwort sagt: „Wenn sich zwei streiten, dann soll der Dritte ein Friedensstifter sein.“ Das gefällt mir schon viel besser. Aber: Es kommt immer ganz darauf an, wer sich streitet.

Die Rolle der Eltern

Sind es die Kinder, spielen die Eltern selbstverständlich die Schiedsrichter, auch wenn das manchmal ganz schön kompliziert ist. Ich kann eben nicht immer wissen, wer wann genau was gesagt und getan hat oder wen wieso wie blöd angesehen hat. Deshalb beschränkt sich unser elterliches Eingreifen meist darauf, den Kindern zu helfen, selbst mit der Situation klarzukommen. Bei ganz kleinen Kindern kann es auch mal notwendig sein, sie räumlich zu trennen, um sie ein wenig abzukühlen. Es erfordert eine Menge Geduld, Konsequenz und Disziplin, einen Streit gut zu schlichten. Und ich bin nicht besonders gut darin, gebe ich zu. Mir geht es schnell mal auf den Wecker, wenn die Kinder streiten – was bei vier Kindern schon mal öfter der Fall ist. Selbst genervt zu sein und Friedensstifter sein zu wollen, passt aber nicht zusammen. Also gehe ich meist kurz ein paar Minuten ins Nebenzimmer und rede mit Gott. In etwa so: „Gott, bitte, es nervt mich derart, dass die schon wieder streiten. Ich kann das Geschrei einfach nicht mehr hören. Bitte, schenk mir Geduld und Weisheit, um das da draußen gut zu regeln….“ Egal ob ich mich danach besser fühle oder nicht, es gibt mir dann meist die Kraft, die ich brauche, um die emotionalen Wogen zu glätten.

Was aber, wenn die Streithähne gar nicht die Kinder, sondern die Eltern sind?

Es soll ja vorkommen, dass auch Erwachsene sich streiten.
Georg und ich haben uns zwar vorgenommen, unsere Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten nicht offen vor den Kindern auszutragen, aber es passiert schon mal, dass einem von uns genau dann der Kragen platzt, wenn es gar nicht passt. Was dann?
Sara hat neulich in Omis Haus beobachtet, wie die Katze Miezi den Kater Moritz mit der Pfote eine „Ohrfeige“ gegeben hat. Omi meinte: „Schau, die streiten.“ Sara darauf: „Sind die denn verheiratet?“
Diese kleine Anekdote wirft nun kein besonders gutes Licht auf unsere Ehe…

Kinder bemerken mehr als man glaubt

Unsere Kinder kriegen alles mit, ob wir das nun wollen oder nicht. Sie bemerken „kalte Kriege“, bei denen keiner ein Wort sagt genauso, wie lautstarke Auseinandersetzungen hinter verschlossenen Schlafzimmertüren. Genauso spüren sie es auch, wenn alles wieder okay ist. Kinder sind sehr sensibel und lernen durch die Beobachtung für ihr Leben. Die Art und Weise, wie wir mit Konflikten umgehen, prägt sie stark. Deshalb ist es gut, wenn wir uns darüber Gedanken machen und auch daran arbeiten.

Nach dem Streiten soll die Versöhnung folgen

Ich weiß, dass wir beide nicht perfekt sind, ich will es auch gar nicht versuchen, so zu tun. Auch nach so vielen Ehejahren und viel guter Ratgeberlektüre streiten wir manchmal immer noch, sogar wegen lächerlicher Kleinigkeiten. Umso wichtiger ist mir aber, dass unsere Kinder wissen, dass wir nach jedem Streit die Versöhnung suchen. Wir müssen nicht immer einer Meinung sein und alle Dinge gleich sehen. Meiner Meinung nach geht das bei zwei so unterschiedlichen Menschen gar nicht. Aber wichtig ist, dass der gegenseitige Respekt gewahrt bleibt und wir Verurteilungen vermeiden. Und dass wirklich beide den Willen haben, das Problem in aller Ruhe zu klären. Wie das geht? Dazu ein andermal…
Siehe dazu auch Tipps für eine glückliche Beziehung

 



EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Wieselburg. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nun unterrichte ich mit meinem Mann unsere vier Kinder zuhause und bin Autorin und Kulturvermittlerin im Stift Melk.


Jetzt kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

meinefamilie.at