30. Mai 2016

Wenn die Mama schon wieder verreisen muss

Wenn Mama verreisen muss - meinefamilie.at

Es gibt bestimmt unzählige Mamas, die aus beruflichen Gründen ständig unterwegs und von ihren Kindern getrennt sind. Ich muss zugeben: Ich beneide sie nicht. Denn diese Hürde nur einmal im Jahr nehmen zu müssen, ist Herausforderung genug.

Genau ein Jahr ist es her, dass meine Tochter erstmals länger als einen Tag von mir getrennt war; ich berichtete damals, wie sie als besonders anhängliches Mama-Kind diese doch schwierige Situation überraschend gut meisterte. Eine ganze Woche lang war ich damals dienstlich unterwegs und die Spannung davor war groß  – nicht nur wegen der beruflichen Herausforderung, sondern auch im Hinblick auf die Reaktion des Mädchens meiner langen Abwesenheit gegenüber.

Eine ganze Woche ohne Mama

Ein Jahr später war es wieder so weit: oh Schreck – eine ganze Woche ohne Mama! Einmal hatte es ja geklappt, aber was, wenn nur eine winzige negative Erinnerung den ganzen Erfolg zunichte machen würde? Ein ganzes Jahr lag dazwischen, also gab es auch keine Hoffnung darauf, dass sie sich daran gewöhnt haben konnte!

Aber: Da irrte ich gewaltig, denn meine erneute Abreise war diesmal so ganz und gar nicht erschreckend für meine Tochter; immerhin auch ein Jahr älter, konnte sie sich noch sehr gut an die Zeit, in der sie ihren Papa für sich alleine hatte, erinnern. Also waren durchwegs positive Gedanken daran geknüpft. Und sie hatte sich ein Jahr lang darauf vorbereitet, langfristig Pläne geschmiedet und diesen mit Freude entgegen gesehen. So manche Maßnahmen zur Vorbereitung erübrigten sich heuer auch: Es war kein „Kalender“ mit Ausmalbildern mehr nötig, an dem sie die Tage abzählen konnte, da sie inzwischen die Wochentage gut kennt. Ein bisschen Proviant bereitete ich zwar vor, aber im Grunde wusste sie ganz genau, welche Einkäufe sie selbst mit ihrem Papa tätigen wollte.

Und das gehört wohl auch dazu: Ausnahmsweise ein bisschen über die Stränge schlagen, ohne durch eine ernährungsbewusste Kontrolle eingeschränkt zu werden!

Kinder können sich auf neue Situationen einstellen

Wiederum konnte ich von unserem Mädchen lernen, denn: Kinder sind durchaus in der Lage, sich auf neue oder schwierige Situationen einzustellen. Sie sind jedoch auf Hilfestellung durch die Erwachsenen angewiesen, wie sich im vergangenen Jahr zeigte. Können sie aber auf positive Erinnerungen zurückgreifen, sind sie auch selbständig in der Lage, mit den gleichen Herausforderungen wieder fertig zu werden, was sich heuer unter Beweis stellte.

Allerdings gingen wir dieses Jahr noch einen Schritt weiter. Unser Kind durfte mich an meinem Arbeitsplatz besuchen! – Jedoch: Wie würde sie wohl reagieren, wenn sie mich nach einigen Tagen für ein bis zwei Stunden sehen, aber wieder verabschieden musste, die Wiedersehensfreude gleich wieder getrübt würde?

Kommunikation hilft

Wie auch im vergangenen Jahr kann ich nur empfehlen: So viel wie möglich mit dem Kind im Vorhinein reden, sodass es sich leichter auf bevorstehende Ereignisse einstellen kann. Ich war erstaunt, wie bereitwillig sie mich am Ende ihres Besuches wieder meiner Arbeit überließ!

Umso mehr Zeit widme ich nun meiner Tochter und versuche, ihr vermehrt exklusiv zur Verfügung zu stehen. So dürfen alle Anhänglichkeiten der vergangenen Woche nun doppelt nachgeholt werden.

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EIN ARTIKEL VON
  • Sabine Láng

    Immer schon von der französischen Sprache fasziniert, nützte ich mein Studium der Theaterwissenschaft, um neben Wien auch in Paris zu studieren. Heute kann ich Französisch beruflich nützen. Mein Mann und ich haben die schöne Aufgabe, unsere 3-jährige Tochter an die Musik heranzuführen!


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