6. Dezember 2016

„Wenn du brav bist, dann hab‘ ich dich lieb“?

Wenn du brav bist - meinefamilie.at

Noch immer glauben viele Eltern, dass sich dieser Satz eignet, ihr Kind zu erwünschtem Verhalten zu motivieren. Aber Liebhaben darf nicht mit Bravsein verbunden sein!

Ein Kind, das solche und ähnliche Sätze oft hört, wird glauben, dass es Liebe erst verdienen muss, durch Anpassung und besonders gute Leistungen. Aber Liebe ist immer ein Geschenk und kein Tauschgeschäft und nicht geeignet, erwünschtes Verhalten zu erkaufen oder zu erzwingen.

Liebe darf nicht an Bedingungen geknüpft werden

Eltern, die mit Liebesentzug reagieren, mit ihrem Kind nicht reden, Zärtlichkeiten verweigern, es in irgendeiner Form zurückstoßen „weil es schlimm war“, können damit ebenso tiefgreifende Verletzungen verursachen wie durch Missbrauch oder Gewalt. Meist sind die Kinder auch zu jung, um Zusammenhänge zu erkennen und können sich nicht schützen oder wehren – ist es doch von seinen Eltern und ihrer Liebe vollkommen abhängig.

Minderwertigkeitsgefühle, Depression und Abhängigkeit

Verunsicherung und tiefe Minderwertigkeitsgefühle werden ausgelöst, die manche Kinder still in sich hineinfressen, andere wiederum in Form von Aggressionen nach außen tragen.

Verzweifeltes Ringen um Anerkennung

Für viele Kinder und junge Menschen beginnt unter solchen Bedingungen ein verzweifeltes Ringen nach Anerkennung, mit dem Gefühl, nie gut genug zu sein, was sie oft im späteren Leben in Süchte, Depressionen oder in komplizierte Abhängigkeitsverhältnisse führt.

Viel eher könnte es lauten: „Damit du brav bist, hab‘ ich dich lieb!“

Denn nur ein geliebtes Kind kann Liebe erwidern und wird danach trachten, Ihnen von sich aus Freude zu machen.

„Auch geliebte Kinder können schlimm sein“, werden Sie vielleicht denken – „Welche Möglichkeiten gibt es dann, sein Verhalten in die gewünschte Richtung zu lenken? Schließlich bin ich doch für seine Erziehung verantwortlich!“ – Richtig! In den nachfolgenden Beiträgen werde ich einige solcher Möglichkeiten erörtern – ohne unerwünschte Nebenwirkungen.

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