2. November 2017

Welche Mama will ich sein? 4 Grundlagen für erfülltes Mama-Sein

Welche Mama möchte ich sein? - meinefamilie.at

Wenn eine Geburt bevorsteht, ist Gelegenheit, sich Gedanken zu machen: Welche Mama möchte ich sein? Diese vier Grundlagen verhelfen zu erfülltem Mama-Sein.

Bald schon wird nichts mehr so sein wie es war, nach der Geburt unseres Babys. Ich hatte neun Monate, um mich vorzubereiten. Ich habe schon darauf gewartet dieses Abenteuer zu beginnen. Ich freue mich auf meine neue Rolle und Aufgabe als Mutter. Ich freue mich darauf, in der Früh aufzuwachen und von unserem Kleinen angelächelt zu werden, und dabei auch die Strapazen der Nacht zu vergessen. Zu lieben, Liebe zurück zu bekommen, wieder selbst Kind zu sein und Spaß zu haben beim Spielen, Lachen, Staunen und dabei, die Welt durch die Augen unseres Kindes wieder neu zu entdecken. Mit dem Kind auch als Mutter zu wachsen, natürlich auch an den Herausforderungen, die die Mutterrolle mit sich bringt.

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Der Alltag der Kinder: immer wieder eine Herausforderung.

Da stellen sich auch viele Fragen. Welche Mama möchte ich sein? Was ist mir wichtig für mein Kind? Was braucht mein Kind, um körperlich und seelisch gesund und geborgen groß zu werden – und wie können wir Eltern ihnen all das geben, ohne uns dabei selbst zu verlieren?

Mama-Sein ist ein Abenteuer, jeden Tag aufs Neue!

#1 Bedürfnis- & bindungsorientierte Elternschaft

Eine warme und sichere Eltern-Kind-Beziehung ist mir besonders wichtig. Zuwendung, Nähe, Sicherheit, Verständnis sind dafür die Basis. Eine bindungsorientierte und bedürfnisorientierte Elternschaft. Das heißt vor allem, das Kind wahrzunehmen, auf seine Signale richtig und angemessen zu reagieren. Babys teilen uns von Geburt an ihre Bedürfnisse mit – unser Job als Eltern ist es, diese Bedürfnisse zu „lesen“ und bestmöglich zu erfüllen. Wenn wir das Bedürfnis unseres Kindes nach Liebe und Nähe sehen, nehmen wir dieses ernst und erfüllen es, so gut wir können.

Es ist also klar: Gehen wir feinfühlig mit unserem Baby um, können wir ihm das bestmögliche emotionale Rüstzeug geben, um die Herausforderung des Lebens zu bewältigen. Mit unserer Liebe und Zuwendung legen wir den Grundstein für eine gesunde Entwicklung unseres Kindes.

Unser Kind soll sich geborgen fühlen bei seinen Eltern. Sicher. Geliebt. Akzeptiert. Wurzeln bekommen.

#2 Liebe & Eigenständigkeit

Ich bin mir sicher, dass Kinder von bedingungsloser Liebe ihrer Eltern profitieren. Das heißt, die Elternliebe ist nicht an Bedingungen geknüpft. Die meisten Erziehungsansätze basieren darauf, unseren Kindern nur dann Liebe zu schenken, wenn sie sich so benehmen, wie wir es von ihnen erwarten. Unangemessenes Verhalten wird mit Ignorieren, Schimpfen, Auszeiten oder Abwenden bestraft, also im Grunde mit dem Entzug von Liebe.

Alfie Kohn sagt aber ganz deutlich: “Kinder sollten sich unsere Anerkennung nicht verdienen müssen”.

Unsere Liebe sollte nicht davon abhängen, wie sie sich verhalten oder welche Leistungen sie vollbringen, unsere Liebe sollte bedingungslos sein und das Kind sollte sich auch bedingungslos angenommen fühlen. Dass wir unsere Liebe an Bedingungen knüpfen, ist den meisten gar nicht bewusst z.B. durch Ignorieren, Belohnung, Strafe.

Buchtipp: “Liebe und Eigenständigkeit” von Alfie Kohn

Urvertrauen und Selbstvertrauen ist für eine gute Entwicklung unerlässlich. Denn ein Kind, das sich selbst akzeptiert, hat auch Vertrauen zu anderen. Gute Eltern sind Eltern, auf die man sich verlassen kann. Ein positives Selbstbild hängt von den Eltern ab und hilft dem Kind dabei seine Potentiale zu entfalten. Fähigkeiten dann anzuregen, wenn das Kind dazu bereit ist, sehe ich als meine Aufgabe. Es ist bestimmt nicht immer einfach, den richtigen Zeitpunkt zu finden. Gute Eltern gewähren ihrem Kind auch altersgemäße Unabhängigkeit.

#3 Sich selbst nicht vergessen

Darum geht es doch eigentlich: die (Grund-)Bedürfnisse der Babys und Kinder ernst nehmen und dabei seine eigenen nicht vergessen. Also, eine Balance der Bedürfnisse wahren.

Ich habe nicht vor, mich als Mutter selbst aufzugeben, dafür bin ich bestimmt auch viel zu egoistisch, um alle eigenen Bedürfnisse und Ambitionen bereitwillig über Bord zu werfen. Ich habe mein Leben lang dafür gesorgt, dass es mir gut geht, und das möchte ich auch weiter tun. Ich möchte keine tiefen Verzichtsfalten und auch nicht, dass mich Neid und unausgelebte Sehnsüchte kleinlich machen. Ich will das Beste vom Leben für mein Kind, meine Familie und für mich. Eine gute Mutter muss auch auf sich achten. Gut sind wir nur, wenn es uns gut geht. Auch als Paar – und dafür brauchen wir auch Zeit. Unsere Liebe ist das Fundament, auf dem unsere Familie steht.

#4 Papa macht’s gut

Ich will auch nicht unverzichtbar sein und meinem Mann, dem Papa das Gleiche zutrauen wie mir als Mutter. Dass er das Kind wickelt, warm genug anzieht oder beruhigen kann.

Aus meinem Mund sollen keine Maßregelungen und Besserwissersätze kommen wie „Pass doch auf, du hälts das Baby viel zu fest“, „Nimm ihr die Mütze ab, das ist ja viel zu warm“, „Das ist doch zu viel Brei auf dem Löffel“.

Die Kompetenzen des Vaters anzuerkennen, damit auch der Papa seine Rolle ausfüllen kann, finde ich wichtig. Kinder brauchen Mama und Papa gleichermaßen. Dass Väter für das Lebensglück ihres Kindes genauso wichtig und genauso verantwortlich sind wie Mütter, ist doch wohl logisch.

Bei allem, was Elternsein an Mühe kostet, bekommt man so unbeschreiblich viel zurück, darauf freue ich mich jetzt schon. Durch ein Kind werde ich wieder lernen, die kleinen Wunder im Alltag wahrzunehmen. Wie unfassbar schön ist es, sich als Paar jetzt Eltern nennen zu dürfen von einem Wesen, das einem so unglaublich viel Liebe, Freude, Einsichten in neue Welten gibt. Meine Vorfreude ist riesengroß.

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EIN ARTIKEL VON
  • Marie-Thérèse Schmiedleitner

    Ich bin Pädagogin und seit vielen Jahren in der Kinderbetreuung tätig. Darüber hinaus biete ich systemische Familienberatung für Babys und Kleinkinder und Elternworkshops an. Ich lese leidenschaftlich gerne Blogs und bin selbst begeisterte Bloggerin.



1 Kommentare
  • Anonymous, 14. November 2017, 16:27 Antworten

    Ein wunderschoner Beitrag ! Gertraud

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