22. Oktober 2017

Was können Eltern tun, um das Spiel ihrer Kinder zu fördern?

Kinder spielen fördern - meinefamilie.at

Lassen wir unsere Kinder spielen! Was das freie Spiel unserer Kinder fördert – und dadurch ihre Bildung und Kompetenzen.

Musikalische Früherziehung, Babyschwimmen, Ballett oder Taekwondo, schon sehr früh machen sich viele Eltern Gedanken, wie sie ihr Kind optimal fördern können. Einen erheblichen logistischen Aufwand nehmen sie auf sich, um ihren Kindern die besten Möglichkeiten zu bieten, sich zu entfalten. Denn einfach nur spielen den ganzen Tag, das geht nun gar nicht. Wie soll sich ein Kind denn weiterentwickeln, seine intellektuellen Fähigkeiten voll ausschöpfen, wenn es den ganzen Tag einfach nur spielt?

Spielen hat jedoch eine weitaus größere Bildungskomponente, als wir annehmen. Wenn wir unsere Kinder fördern wollen, dann lassen wir sie spielen und zwar möglichst lange. Das Spiel fördert die Psychomotorik, die Konzentrationsfähigkeit und die Kreativität unseres Kindes. Ebenso wie die Phantasie, den Teamgeist und die Kompromissbereitschaft. Wer spielt, wird empathischer und sozial kompetenter. Spielen ist eine positive Form der Entspannung und steigert das Selbstbewusstsein unseres Kindes.

Spielen wird als Vorstufe späterer kultureller Leistungen Erwachsener bezeichnet. Wenn das nicht was ist!

Im Spiel ahmen Kinder ihre Umgebung nach und integrieren die Welt der Erwachsenen in ihren kindlichen Horizont. Sie verarbeiten Erlebtes durch das Nachspielen vieler Alltagssituationen. Kleinkinder spielen Sesselkreis mit ihren Puppenkindern und bringen ihrem Teddybär „Alle Vöglein sind schon da“ bei. Schulkinder bauen ganze Schulklassen nach und werden zu strengen Lehrerinnen. Im Zimmer meiner Töchter konnte man in der „Wir spielen Schule-Phase“ eigenhändig geschriebene Zeugnisse finden, Schülerbeurteilungshefte und sogar Ansagen mit selbst eingebauten Rechtschreibfehlern, die ausgebessert und benotet wurden. Manche Puppe wurde ihrer hässlichen Handschrift oder ihres frechen Benehmens wegen geschimpft. Später kam das „Restaurantspielen“ dran mit wunderschön gestalteten Menükarten und „Rauchen verboten“-Schildern auf dem Puppentisch.

Was können Eltern tun, um das Spiel ihrer Kinder zu fördern?

# Die Kinder nicht verplanen

Ein vollgepacktes Nachmittagsprogramm wirkt sich kontraproduktiv auf das Spiel aus. Kreativität braucht Zeit und Muße, um sich entfalten zu können. Die besten Spielideen kommen nicht auf Knopfdruck, sondern entwickeln sich in der Ruhe eines zuhause verbrachten Nachmittages.

# Medienkonsum einschränken

Die Attraktivität der Medien ist heute der größte Konkurrent des Spielens. Es erfordert keine Anstrengung vom Kind, sich den Medien zu widmen, sie fesseln dessen ganze Aufmerksamkeit und vermitteln einen hohen Erholungswert. Wenn wir möchten, dass unsere Kinder gerne und lange spielen, ist es gerade in diesem Alter wichtig, den Medien nicht allzu viel Raum zu geben.

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# Für Spielkameraden sorgen

Zu mehreren spielt es sich besser, kommt man auf bessere Ideen; verhelfen Sie Ihrem Kind daher regelmäßig zu Spielkameraden.

# Das richtige Spielzeug

Gutes Spielzeug ermöglicht Selbsttätigkeit und Selbsterfahrung des Kindes. Je mehr ein Kind durch ein Spielzeug selber erfahren und tun kann und je vielfältiger es verwendbar ist, desto nachhaltiger ist es. Spielsachen, die auf Knopfdruck alles selber und dabei möglichst viel Lärm machen, wirken auf den ersten Blick sehr attraktiv auf Kinder, landen aber oft sehr schnell in der nächsten Ecke.

# Altersvorgaben beachten

Schenken Sie altersentsprechendes Spielzeug. Die Altersvorgaben sind meist eher am unteren Ende angesiedelt. Schließlich sind die Spielzeughersteller nicht daran interessiert, dass Sie mit ihrem Spielzeugeinkauf möglichst lange zuwarten. Zu früh gekauftes Spielzeug landet jedoch oft ungenützt in einer Ecke des Kinderzimmers.

# Welcher Spieltyp ist ihr Kind?

Beobachten Sie welcher Spieltyp ihr Kind ist und entdecken Sie seine Vorlieben.

Ist es ein Bastler oder bevorzugt es das Rollenspiel? Oder ist es überhaupt mehr der Bewegungstyp, der über Stunden am liebsten nichts anderes machen würde als toben und rennen und kaum ein Spielzeug braucht?

Ein Kind, das gerne baut, kann mit Playmobil vielleicht nicht viel anfangen, umso mehr aber mit Lego. Während ein Rollenspieler von Playmobil nicht genug kriegen kann oder auch mit einer Kiste voller Verkleidungen im siebten Himmel ist.

# Geschenkewünsche steuern

Je kleiner das Kind, desto mehr sollten wir Geschenkewünsche steuern und nicht allein dem Kind überlassen. Kinderwünsche entstehen oft durch das attraktive Äußere vieler Spielsachen, die Konsumwelt lässt sich da einiges einfallen, um Kinder in ihren Bann zu ziehen. Das Kind kann jedoch kaum beurteilen, ob es sich um ein sinnvolles Spielzeug handelt, mit dem es längere Zeit etwas wird anfangen können.

# Kinder im Alltag mitmachen lassen

Für ein Kleinkind ist sein gesamtes Tun Spiel. Dieses ist nicht begrenzt auf eine bestimmte Zeit oder auf einen bestimmten Raum. Auch Mama beim Kochen zu helfen, Kästen zu durchsuchen, Entdeckungsreisen durch die Wohnung zu machen oder Papa beim Rasenmähen zu assistieren, ist für das Kleinkind Spiel. Integrieren Sie daher Ihre Kinder in möglichst viele Alltagstätigkeiten und bremsen sie es so wenig wie möglich ein, wenn es mitmachen möchte.



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