24. März 2018

Ein Aufruf zu mehr Konsequenz in der Kindererziehung

konsequenz in der erziehung- meinefamilie.at

Bei den Eltern der anderen Kindergartenkinder habe ich den Ruf besonders streng zu sein. Oft ernte ich verständnislose Blicke, wenn ich bestimmte Dinge von meinem Sohn einfordere. Anderseits beklagen sich andere Mütter regelmäßig bei mir, dass ihre Kinder nicht folgen, während mein Sohn meiner Anforderung meist nachkommt. Doch die Wahrheit ist, auch wir haben unsere Probleme, der einzige Unterschied ist, dass ich konsequent bin.

Konsequenz hat – in meinen Augen völlig zu Unrecht – einen schlechten Ruf! Auch wird sie oft mit Strafe oder starrer Autorität verwechselt. Dabei geht es nur um Klarheit in den Regeln. Natürlich, das gebe ich zu, kostet es auch einiges an Kraft und Selbstdisziplin diese Regeln dann auch durch zu ziehen. Langfristig gesehen, habe ich jedoch nur gute Erfahrungen damit gemacht.

Ich kann mich nicht mehr an den Auslöser erinnern, entweder wollte mein Sohn in der Trotzphase meine Grenzen austesten, oder er kam nicht damit zurecht, dass ich ihm einen Wunsch nicht erfüllen konnte. An die Auswirkung die dies hatte, erinnere ich mich aber genau.

Aktionen setzen

Am Heimweg vom Kindergarten, begann mein Sohn damit, im öffentlichen Autobus herumzuturnen, zu treten, zu schreien, und andere Passagiere am Aussteigen zu hindern, indem er sich mit beiden Händen zwischen zwei Stangen festklammerte. Da weder meine Körpersprache noch meine feste Stimme, geschweige denn Aufforderungen irgendetwas an dieser Situation änderten, dachte ich es sei Zeit für eine Konsequenz. Obwohl wir noch nicht zu Hause waren, nahm ich seine Hand und stieg mit ihm bei der nächsten Haltestelle aus. Zufällig waren die letzten beiden Haltestellen, die uns noch fehlten, lange Strecken und so brauchten wir auch lange bis wir zu Fuß zu Hause waren. Es begann zu nieseln, es war kalt und auch für mich absolut nicht lustig. Ich brauchte diese Aktion jedoch nur noch einmal zu wiederholen. Dann reichte die Erinnerung an diese Konsequenz aus und er beruhigte sich wieder. Er hatte verstanden, dass ich konsequent bin und dieses Verhalten nie mehr wiederholt.

Unfolgsam aufgrund Bewegungsmangel

Beim zweiten und letzten Anlass, als wir wieder einmal zu Fuß nach Hause gingen, wunderte ich mich über seine offensichtliche Begeisterung und Freude darüber. Bis mir klar wurde, dass er an diesem Tag zu wenig Bewegung im Kindergarten gehabt hatte und sein mangelndes Benehmen auch Ausdruck seiner ungezügelten Kraft war. So konnte ich in Zukunft auf sein Bedürfnis nach mehr Bewegung eingehen, indem ich ihm nach dem Abholen vor dem Heimweg noch in einem nahegelegenen Park herumtoben ließ.

Zu Konsequenzen stehen

Mit dieser Mischung aus konsequentem Verhalten, aber auch Eingehen auf menschliche Grundbedürfnisse habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Und halte es auch aus, wenn andere anderer Meinung sind. Hauptsache ich stehe zu mir und meinen Grenzen und drücke diese auch klar aus. Denn ich weiß, dass mein Kind sehr gut damit umgehen kann, dass mein Partner andere Grenzen und damit Regeln hat als ich, genauso wie die „Kindergartentanten“.

Wenn ich mich jedoch verbiegen würde, nur um nicht so streng zu erscheinen, würde dies mein Sohn sofort spüren und unsicher reagieren oder die Grenzen erst recht austesten. So jedoch fühlt er meine Klarheit und hält sich daran.

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