20. Juli 2015

Buchtipp: Paul und der rote Luftballon


“Paul und der rote Luftballon” ist ein Buch über das Leben, den Tod und das Wunder der Freundschaft. Unser Buchtipp zum Thema Kindertrauer.

“Paul und der rote Luftballon” ist ein Buch über das Leben, den Tod und das Wunder der Freundschaft. Sterben und Tod sind so schwierige Themen, schon für uns Erwachsenen. Noch schlimmer wenn Kinder von einem Todesfall in ihrem Umfeld betroffen sind. Sich diesem Thema zu nähern fällt schwer. Wie es ansprechen? Wie nichts Falsches sagen, man möchte seinen Kindern ja am liebsten alles Schwere ersparen. Manchmal hilft eine gute Geschichte sich solchen Themen zu nähern. “Paul und der rote Luftballon” ist ein solches Buch.

Beste Freunde

Paul und Filou sind beste Freunde, schon seit dem Kindergarten. Jetzt, mit neun Jahren, verbringen sie kaum einen Tag getrennt, haben ein Geheimversteck, spielen und lachen zusammen und reden über alles. Eines Tages will Paul nicht lachen – seine Mutter ist krank, nicht einfach eine Grippe mit 40 Grad Fieber von der man sich wieder erholt, sondern Krebs und der ist nicht mehr heilbar.

Das Buch “Paul und der rote Luftballon” schildert einfühlsam und angenehm unaufgeregt wie die beiden Freunde, aber auch ihre Familien mit der Nachricht umgehen. Es darf geweint und getrauert werden und es wird kindgerecht aufgezeigt wo er ist, der Unterschied zwischen einem lebendigen Menschen, der warm ist, dessen Herz schlägt, der atmet und aufwachen kann und einem Menschen der Tod ist. Gerade für Kinder ist dieser Unterschied, warum eine geliebte Person, denn jetzt nicht mehr aufwacht oft schwer zu verstehen.

Was wirklich wichtig ist

Im Laufe der Geschichte werden ganz unaufdringlich entscheidende Fragen gestellt, so zum Beispiel was wirklich wichtig ist im Angesicht des Todes? Alle Alltagsaufgaben zu erledigen oder lieber mit der Familie einen Ausflug in den Wald machen? Wer weiß ob sich noch einmal die Chance bietet.

Natürlich läuft es auch bei Paul und seinen Eltern nicht ohne Konflikte ab, besonders nicht, wenn der Alltag, den die Eltern bisher zu zweit gemeistert haben immer mehr zur Belastung wird, weil einer von ihnen weg fällt, wenn Spannungen entstehen und eben nicht alles rund läuft und auch nie wieder rund laufen wird. Wie spricht man es gegenüber seinem Kind an, dass die Krankheit einen wirklich töten wird, dass man nicht mehr viel Zeit gemeinsam hat, man nicht mehr da sein wird, es keine vergnüglichen Tage im Wald, kein Spielen, kein Hausübung machen oder gemeinsames Essen mehr geben wird?

Paul stellt Fragen, er will wissen wo seine Mama sein wird, wenn sie Tod ist. Und es fällt auch der Mutter im Buch schwer, Paul darauf eine Antwort zu geben, aber sie schafft es ihm zu vermitteln, dass sie immer bei ihm sein wird und er sich auch immer an sie wenden kann, ihr weiter alles erzählen, ja ihr sogar einen Brief schreiben kann.

Ideen fürs Abschied-Nehmen

In Paul und der rote Luftballon wird das eine oder andere kleine Ritual beziehungsweise die eine oder andere Geste vorgestellt, die vielleicht auch in anderen Familien das Abschied-Nehmen erleichtern können. Und das ist auch das Herausstechende an diesem Buch. Es ist nicht nur eine berührende Geschichte, sondern es vermittelt auch Ideen, wie man selbst in so einer Situation handeln kann.

Ines Pfundner ist Trauerbegleiterin und Kunsttherapeutin. Ihre Praxis für Trauerbegleitung: www.kindertrauer.at. Aus ihren langjährigen Erfahrungen entstand auch das Buch “Paul und der rote Luftballon”, dass sie zusammen mit Peter Stich geschrieben hat.

Paul und der rote Luftballon

Ines Pfundner, Peter Stich
Verlag Babu, 2006
ISBN – 10: 3-9502280-0-4
15,90 Euro

Bestellungen:
Verlag Babu
Strauchgasse 21
2700 Wiener Neustadt,
Tel. u. Fax: 02622-21 7 94
ines.pfundner@chello.at

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EIN ARTIKEL VON
  • Katharina Spörk

    Lesen und Schreiben – meine zwei Leidenschaften zu vereinen, war immer ein großer Wunsch. Seit acht Jahren ist es auch mein tägliches Tun: als Redakteurin bei der Erzdiözese Wien. Das Arbeiten im Web fasziniert mich, die redaktionelle Mitarbeit für meinefamilie.at ist jetzt die Zugabe.


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