30. September 2015

Tipps fürs Wandern mit Kindern


Wandern mit Kindern will gut geplant sein. Unsere sind unterschiedlich alt und unterschiedlich belastbar, da braucht es gute Vorbereitung und Ausrüstung.

Wandern mit Kindern – gut und sicher unterwegs

Herbst ist Wanderzeit. Schon zu zweit waren mein Mann und ich begeisterte Wanderer und so teilen wir dieses Hobby auch gern mit unseren Kindern. Anfangs im Tragetuch oder in der Rückentrage, als Kleinkinder schon teilweise selbständig, begleiteten uns die Kinder immer wieder bei unseren Märschen in der Natur. Unsere Großen sind immer wieder begeistert dabei, wenn wir ein Stück unseres wunderschönen Heimatlandes zu Fuß erkunden. Zwar kommt der eine oder andere dabei auch mal an seine körperlichen oder psychischen Grenzen, doch das ist es ja unter anderem, was den Wert solcher Unternehmungen in der Familie ausmacht.

Das Wandern hat viele Lernmöglichkeiten für Eltern und Kinder:

  • Wir lernen die Liebe zur Natur.
  • Wir lernen den Respekt vor der Natur.
  • Wir lernen Freude an der Bewegung an der frischen Luft.
  • Wir lernen unsere eigenen Grenzen kennen.
  • Wir lernen, durchzuhalten und nicht gleich aufzugeben.
  • Wir lernen, als Gruppe zusammenzuhalten.
  • Wir lernen Dankbarkeit und vieles mehr.

Reizvolle Wandergebiete

In Wieselburg leben wir an einem wandertechnisch guten, strategischen Ort. In nur einer Autostunde erreichen wir verschiedene reizvolle Wandergebiete, die sogar zum „Weltnaturerbe“ erkoren wurden, wie die Wachau oder das Ötschergebiet mit Tormäuern und Ötschergräben. Darüber hinaus gibt es viele wunderbare und auch „wanderbare“ Gebiete zu erkunden, sodass uns nicht so schnell langweilig wird.

Doch ein Wandertag als Familie will gut geplant sein. Da unsere vier Kinder sehr unterschiedlich alt und somit auch wandertechnisch unterschiedlich belastbar sind, braucht es gute Vorbereitung und Ausrüstung, um das Wandererlebnis für alle zu einer Bereicherung werden zu lassen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass man auch kleinen Kindern schon eine Menge zutrauen kann, jedoch immer mit gewisser Vorsicht und mit kleinen „Jokern“, falls die Motivation mal nachlässt.

Mit kleinen Kindern an Sicherheit denken

Ich selbst bin oft auch allein in den Bergen unterwegs und habe ein wenig Erfahrung im Alpinklettern. Ich kenne eigentlich keine Höhenangst und fühle mich in der freien Natur und am Berg pudelwohl. Mit kleinen Kindern bin ich jedoch sehr auf Sicherheit bedacht und packe für unseren Dreijährigen auch mal das Klettergeschirr ein. An gefährlichen Stellen habe ich ihn lieber am Seil, als ihn unnötigen Risiken auszusetzen. Den größeren Kindern ab ca. 6 Jahren traue ich schon zu, dass sie ihren Weg sicher finden und auch mit den Erwachsenen mithalten können, wenn man sich ihrem Tempo ein wenig anpasst.

Es gibt natürlich Touren, zu denen ich nur unsere beiden Großen mitnehme, da sie für die Jüngeren zu anspruchsvoll und auch gefährlich wären. Aber immer wieder stelle ich fest, dass auch jüngere Kinder durchaus schon Wanderungen von drei bis vier Stunden schaffen können.

Wandern mit Kindern: richtig planen und packen

Was die restliche Vorbereitung betrifft, ist mein Mann unser Profi. Er versteht es wunderbar, sowohl Route als auch Zeit gut zu planen und das Richtige einzupacken, sodass alle motiviert bis zum Schluss durchhalten. Einige Tipps:

  • Besser klare und zu lange Zeitangaben als ein ständiges: „Es ist nicht mehr weit“. Mit einem Routenplan kann man auch kleineren Kindern erklären, wie viel man schon geschafft hat und wie viel Weg noch zu gehen ist.
  • Ein größerer Rucksack für alle, den die Großen abwechselnd tragen, ist besser als sechs kleine Rucksäcke. Auch wenn es nett ist, wenn jedes Kind seinen eigenen kleinen Rucksack trägt – erfahrungsgemäß kommen wir Eltern am Ende wie die Kamele mit je drei Rucksäcken beladen an. J
  • Kleine Snacks und Zuckerl für zwischendurch sind Goldes wert. So können Motivationstiefs gut überwunden werden.
  • Die Kleinen werden erst getragen, wenn es gar nicht mehr anders geht. Sie wachsen an der Herausforderung und sind dann ganz stolz, wenn sie es (fast) ganz alleine geschafft haben!

Passend dazu: Kindern Lust aufs Wandern zu machen ist gar nicht schwer

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EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Wieselburg. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nun unterrichte ich mit meinem Mann unsere vier Kinder zuhause und bin Autorin und Kulturvermittlerin im Stift Melk.


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