24. April 2015

Welches Spielzeug meine Kinder lieben


Hochwertiges Spielzeug wird kaum angeschaut, mit der Eisenbahn spielt vor allem der Papa, dafür wird das Kinderzimmer barfuß zur Gefahrenzone.

Spielzeug, Hauptsache bunt und Plastik?

Die ersten Spielsachen, die in unser Haus kamen, waren ein rot gepunkteter Ball und ein Sandspielset, bestehend aus einem Kübel, einem Sieb, einer Schaufel und einem Mini-Rechen. Über viele Jahre waren die Sandspielsachen Fixpunkte im österlichen Wunderland. Auch als die Kinder schon größer geworden und aus dem Spielplatzalter herausgewachsen waren, kaufte meine Frau Astrid die bunten Plastik-Klassiker – wahrscheinlich aus nostalgischen Motiven. (Heute verwende wirklich nur noch ich Küberl und Schauferl zum Salzstreuen im Winter.)

Wenn Spielzeug für die Fußsohlen gefährlich wird

Bald bauten die Buben täglich Burgen aus Duplo und mannshohe Türme, die beim kleinsten Luftzug umstürzten. An der elektrisch betriebenen Eisenbahn hatte vor allem ich Freude. Dann kam die große Zeit der Legobausteine, die sich unsere Söhne zu allen Anlässen wünschten. Sie rissen mit nervösen Fingern die Packungen auf und stellten mit fiebrigen Augen Festungen, Soldatenforts, Verliese, Piratenschiffe und vieles mehr her.

Von nun an war es nicht ungefährlich, ohne festes Schuhwerk in das Kinderzimmer zu gehen. Immer öfter bohrten sich gekrümmte Säbel, kugelige Blaulichter oder spitze Armbrüste in meine Fußballen. In die Lego-Phase brachen unvermutet die Pokémons ein. Diese grässlichen Phantasietiere aus Japan sind mir bis heute ein Rätsel. Pokémons gab es als Sammelkarten, als hässliche “Kuscheltiere” und in einer Fernsehserie, die unsere Kinder nicht sehen durften.

Kitschig oder Hässlich

Eine rein weibliche Domäne blieb das Sammeln von Diddl-Produkten: Stoffmäuse, Radiergummis, Hefte, Blöcke, Briefpapier, Stifte – alles mit dem Konterfei des lustigen Nagetiers. Die rührenden Versuche wohlmeinender Verwandter, mit Holzzügen dem grauenvollen Plastik-Müll, der sich im Lauf der Jahre angehäuft hatte, zu trotzen, verpufften kläglich. Die wichtigste Regel der Spielzeughersteller heißt offensichtlich: Alles muss hässlich sein! Wenn ein Spielzeug erfolgreich sein möchte, muss es sich irgendwie klebrig und schleimig anfühlen, jedenfalls aber muss es aus Plastik sein und die Verpackung so gut verschweißt, dass kleine Kinderhände sie gar nicht aufkriegen.

Der Flieger im Baum

Einmal bekamen unsere beiden Jüngsten, Jakob und Sophie, vom Osterhasen je ein kleines ferngesteuertes Flugzeug (im preisgünstigen Aktionsangebot) geschenkt. Der Hersteller setzte die Garantiezeit mit zwei Jahren, wie ich meine, äußerst großzügig fest. Im Falle unserer Flieger leider nur noch eine formale Angelegenheit. Das eine Fluggerät zerschellte bereits am zweiten Tag nach einem spektakulären Sinkflug auf der Straße, das andere verfing sich im dichten Geäst einer Buche. Seither sehnen sich unsere beiden Kleinsten einen kräftigen Wind herbei, der das Flugzeug aus den Blättern befreit und zu Boden gleiten lässt. Erst dann kann festgestellt werden, ob es noch flugtauglich ist. Sophie und Jakob haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Ich schon.

Tipps für den Spielzeugkauf:

  • Sprechen Sie sich mit Großeltern und anderen Verwandten ab. Als Mutter oder Vater geben Sie die Linie vor. Erklären Sie, warum Sie bestimmte Spielsachen ablehnen und andere befürworten.
  • Lieber ein Geschenk weniger kaufen, dafür aber öfter mit dem Kind spielen.
  • Je mehr die Kinder bekommen, desto weniger können sie sich freuen.
  • Das schönste Spielzeug ist das, das sich Kindern aus Dingen selbst basteln, die sie im Garten und im Wald finden.
  • Üben Sie von Anfang an mit ihrem Kind das Wegräumen seiner Spielsachen. Wenn Sie hier erfolgreich sind, bleibt Ihnen und Ihrem Kind viel Ärger erspart.

Unser Tipp: Kaufen und verkaufen Sie Spielsachen beim Kinderflohmarkt am 30. Mai

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EIN ARTIKEL VON
  • Gottfried Hofmann-Wellenhof

    Mit meiner Frau habe ich fünf Söhne, drei Töchter und einen Adoptivsohn aus Kamerun. Die Erfahrungen mit meiner Großfamilie teile ich in Kolumnen und Büchern. Meine Hobbys: Hometrainer, Fußballmatches meiner Söhne, Kochen und Lesen.


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