12. März 2017

Mit Selbsterziehung den Charakter veredeln

Selbsterziehung - meinefamilie.at

Anstatt eigene Schwächen auf schlechte Erziehung der Eltern zu schieben, können wir Erwachsene uns selbst erziehen: durch Offenheit, Kritikfähigkeit und Disziplin.

Gibt es die perfekten Eltern? Gibt es die perfekte Kindheit? Wer ist ganz frei von persönlichem Versagen? Sind Kinder erwachsen geworden, ist es wichtig, Bilanz zu ziehen, sich von ihrer Kindheit zu verabschieden und sie ihr eigenes Leben leben zu lassen. Das bedeutet, sich auch Kritik, vielleicht auch Vorwürfe anzuhören. Es ist für beide Seiten heilsam, ehrlich und versöhnlich darauf einzugehen und auch auf das Danken nicht zu vergessen.

Manche seelischen Verletzungen aus Kindheitstagen sind schwer zu heilen und die Narben der Kindheit schmerzen oft lebenslänglich.

Trotzdem gibt es nichts Unterschiedlicheres als das, was Menschen aus ihrer „Mitgift“ Kindheit machen. Benachteiligte Personen können oft gerade aufgrund ihrer schwierigen Vergangenheit besondere Achtsamkeit, Stärke und Einfühlungsvermögen entwickeln und manchmal sogar Großes für die Menschheit leisten. Andere, denen man versucht hat, alles zu bieten, verweigern, versagen oder kommen auf die schiefe Bahn.

Kindheitsbelastungen aufarbeiten

Egal wie traurig unsere Kindheit war: Wir müssen uns unserer Vergangenheit stellen, unsere Gefühle wahrnehmen und dann versuchen, uns mit dieser Vergangenheit auszusöhnen und uns nötigenfalls Hilfe dabei holen. Doch dann gilt es, nach vorne schauen!

Es nützt niemandem, in Schuldzuweisungen und Selbstmitleid zu baden.

Damit verhindern wir Entwicklung, vertun unsere Chancen und stolpern von einem Misserfolg in den anderen – um dann wieder andere, meist unsere Eltern, dafür verantwortlich zu machen.

Buchtipp: „Selber schuld!“ von Raphael Bonelli

Erziehung und Entwicklung ist ein lebenslanger Prozess

Als Erwachsene werden nur die Rollen getauscht und wir müssen unsere Erziehung selbst in die Hand nehmen, um unsere Fähigkeiten zu vermehren und unseren Charakter zu veredeln, durch Offenheit, Kritikfähigkeit und Disziplin.

Goethe sagte: „Auch aus Stolpersteinen, die dir in den Weg gelegt werden, kannst du etwas Schönes bauen!“ Mit dieser Einstellung können Wunden zu Ressourcen werden. Dann werden wir Hindernisse überwinden, Zufriedenheit erleben, Achtung und Selbstachtung gewinnen. Und nichts ist wertvoller als der Sieg über die eigenen Unvollkommenheiten.

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