8. September 2017

Warum wir die „Sei nicht so…“-Sätze vermeiden sollten

Sei nicht so-Sätze vermeiden - meinefamilie.at

Wir neigen dazu, unsere Kinder zu kritisieren und korrigieren. Dabei ist am wichtigsten, sie so anzunehmen, wie sie sind.

 „Sei nicht so schlimm!“ „Sei nicht gleich so beleidigt!“ „Du bist so begriffstützig!“ „Wie kannst du nur dauernd so blöd grinsen!“ – All diese Bemerkungen, die meist mit „Sei nicht so…“ beginnen, verunsichern ein Kind und lösen Minderwertigkeitsgefühle und Abwehrmechanismen aus. Sie geben ihm keine positive, motivierende Kraft.

Sie haben sich Ihr Kind ganz anders vorgestellt? Pflegeleicht, freundlich, intelligent? Womöglich sieht es aber der Schwiegermutter ähnlich, ist faul, langsam oder hyperaktiv, hat Schwierigkeiten beim Lernen und reagiert auf gut gemeinte Ratschläge bockig. Da hilft nur eins: es so anzunehmen und zu lieben, wie es nun einmal ist. Die Botschaft, ob offen ausgesprochen oder zwischen den Zeilen vermittelt, muss immer lauten:

„Ich mag dich, wie du bist, egal ob du Schwierigkeiten hast oder Schwierigkeiten machst!“

Um eine positive Grundeinstellung dem guten Zweck zuliebe nicht nur vorzutäuschen (das Kind spürt das Unechte und ist dann auch noch verwirrt, wenn es etwas anderes zu fühlen als zu hören bekommt), ist eine ehrliche Auseinandersetzung mit den eigenen Erwartungen, Hoffnungen oder Enttäuschungen wichtig.

„Sei anders!“-Botschaften bewirken das Gegenteil

Um die Liebe der Eltern zu gewinnen, würden viele Kinder ja gerne deren Erwartungen entsprechen. Aber es ist wie verhext, es gelingt einfach nicht! Durch ihre Bemerkungen fühlen sie sich wie festgenagelt. Dann „grinsen“ sie lieber, spielen „cool“ oder schalten auf stur, denn es ist „eh‘ schon egal“. Dieser Vorgang passiert nicht wirklich bewusst. Es sieht aber so aus, als würde das Kind absichtlich Widerstand leisten und viele Eltern fühlen sich provoziert und üben noch mehr Druck aus: Sie verstärken ihr gutes Zureden, ihre Mahnungen, ihren Zynismus oder gar direkte Demütigungen oder Züchtigungen.

Liebevolle Annahme als Voraussetzung für Veränderung

Die Lösung scheint paradox: Damit Ihr Kind sich positiv entwickeln und verändern kann, muss es sich zuerst einmal so angenommen fühlen, wie es gerade ist. Das erfordert Vertrauen und Geduld. Doch diese Haltung hat sich noch immer gelohnt. Um es gleich vorwegzunehmen: Es gibt eine Fülle von Möglichkeiten, Grenzen zu setzen, Ihr Kind zu motivieren und zu fördern – ohne unerwünschte Nebenwirkungen.

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