29. August 2015

Vorbereitung auf den Schulstart

Vorbereitung auf den Schulstart - meinefamilie.at

Was können Eltern tun, um ihre Kinder auf den Schulstart vorzubereiten? Und wie bringt man Kinder dazu, gerne in die Schule zu gehen?

So schnell kann es gehen: Die Sommerferien neigen sich dem Ende zu und der Schulstart steht vor der Türe. Sommerzeit und wochenlange Ferien bedeuten für Kinder meist vor allem eines: ungewöhnlich viele Freiheiten. Schwimmbad und Spielplatz stehen fast täglich auf dem Programm, es wird viel Zeit mit Großeltern oder Freunden verbracht und die ganze Familie macht gemeinsam Urlaub. Man darf abends länger aufbleiben, morgens länger schlafen und kann den lieben langen Tag tun, wonach einem der Sinn steht. Es gelten einfach andere Regeln als im Alltag – und das ist auch gut so.

Den Rhythmus langsam umstellen

Nun gilt es jedoch, diesen über die Ferienzeit angewöhnten Rhythmus langsam wieder umzustellen. Und das braucht Zeit:

Niemand kann erwarten, dass ein Kind von einem Tag auf den anderen wieder um acht Uhr abends müde ist, wenn es die letzten Wochen täglich bis zehn Uhr wach bleiben durfte.

Es ist Sache der Eltern, rechtzeitig ein wenig Struktur in den Alltag zu bringen. Spätestens zwei bis drei Wochen vor Schulstart ist es Zeit, die Schlafenszeiten und Einschlafrituale wieder an jene des normalen Alltags anzupassen.

Schultasche und Kinderzimmer

Auch das Zuhause sollte langsam auf den Schulstart vorbereitet werden. Der Schreibtisch ist über die Ferien zur Ablage für Spielsachen mutiert: Entfernen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind alle Dinge, die von schulischen Aufgaben ablenken.

Richten Sie zusammen einen geeigneten Arbeitsplatz ein, auf dem gerne Hausaufgaben gemacht werden und gelernt wird.

Auch die Schultasche sollte in den letzten Ferientagen wieder aus der Ecke geholt und einem Check unterzogen werden. Entsorgen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Dinge aus dem letzten Schuljahr, die nicht mehr gebraucht werden, füllen Sie das Federpennal mit neuen Stiften auf, wiederholen Sie spielerisch das kleine Einmaleins und ordnen Sie alles so, dass für das Kind klar ist: Jetzt geht es bald wieder los.

Für Taferlklassler kann das alles besonders spannend sein. Lassen Sie Ihr Kind bei den Vorbereitungen mithelfen und mitentscheiden: Den ersten eigenen Schreibtisch herrichten und gemeinsam eine Schultasche mit sämtlichen Utensilien kaufen gehen – so wächst die Vorfreude auf den großen Tag.

Bei allen Vorbereitungen gilt jedoch: Es sind immer noch Ferien. Lassen Sie Ihre Kinder auch die letzten Tage und Wochen noch ausgiebig genießen.

Ein großer Schritt: Das erste Schuljahr

Der Übergang vom Kindergarten in die Schule ist ein besonders großer Schritt – nicht nur für die Kinder, sondern auch für die Eltern. Die Abläufe ändern sich: Es muss ein „strengerer“ Zeitplan eingehalten werden, der Tag besteht nicht mehr nur aus spielen, Aufgaben müssen erledigt werden.

Das Wichtigste dabei ist, dass Kinder positiv ins Schulleben starten.

Sätze wie „Jetzt beginnt der Ernst des Lebens“ oder negative Geschichten aus der eigenen Schulzeit sollten tabu sein.

Zeigen Sie ihrem Kind, dass es Spaß macht, zu lernen und dass es stolz darauf sein kann, schon „zu den Großen zu gehören“. Auch wenn Sie selbst ein bisschen an dieser Umstellung zu knabbern haben und sich erst daran gewöhnen müssen, dass nun ein neuer Lebensabschnitt begonnen hat – Ihr Kind sollte eventuelle Unsicherheiten nicht spüren.

Schulangst

Trotz aller Vorbereitungen sehen nicht alle Kinder dem Schulbeginn mit Freude entgegen. Bauchweh und Angst vor dem Schulstart kann verschiedenste Ursachen haben. Bei Erstklässlern ist es häufig die Angst vor dem Unbekannten – darf ich dann gar nicht mehr spielen? Werde ich Freunde finden?

Wichtig ist, auf alle Ängste und Fragen des Kindes einzugehen.

Erklären Sie, wie ein typischer Tag aussehen wird: Etwa, dass nach der Schule zunächst Mittag gegessen wird, dann Zeit zum Spielen ist und danach noch Hausaufgaben gemacht werden. Für Kinder sind geregelte Abläufe und Strukturen wichtig, sie wollen wissen, was auf sie zukommt.

Nicht immer ist das Problem jedoch so einfach zu lösen. Einige Kinder haben Angst, sich von den Eltern zu trennen, fühlen sich den Anforderungen der Schule nicht gewachsen oder finden nur schwer Freunde. In diesen Fällen kann es hilfreich sein, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Wenn das Kind von einem Tag auf den anderen nicht mehr in die Schule gehen mag, ist das meist ein Hinweis darauf, dass dort wahrscheinlich etwas vorgefallen ist. Manche Kinder berichten zu Hause von allen Vorfällen, andere schweigen und fressen ihren Kummer in sich hinein. Im Zweifelsfall kann dann ein Gespräch mit dem Lehrer wegweisend sein.

Mehr zum Thema: Schulangst

 

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  • Netdoktor

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