29. August 2017

Dem Schulbeginn entgegen: 6 Übungen für aufgeregte Eltern

Mit 6 Übungen zum Schulbeginn - meinefamilie.at

Trödeln, loben und rechnen mit Chips: 6 kinderleichte Übungen für aufgeregte Eltern und jene, die es einmal werden, an die ihr bisher noch nicht gedacht habt.

#1 Trödeln darf sein

Schneckentempo olé! Trödelt herum. Zieht euch langsam an, putzt ewig die Zähne. Bringt stundenlang nur schnell den Müll weg. Mein Sohn war ein begnadeter Trödler, als wir ihn in die Vorschule schickten – was mir auch seine Lehrerin rückmeldete. Auf die Frage, was wir dagegen tun sollten, sagte sie nur: „Nichts! Das darf so sein. Das ist Kindheit.“ Im Lauf der folgenden Jahre legte sich das „Problem“ ganz von selbst.

Zeit und Geduld sind wesentliche Zutaten in der Kindererziehung. Pflänzchen wachsen bekanntlich nicht schneller, wenn man daran zieht.

 #2 Lobe ehrlich, viel und gut

Kann Lob stinken? Ja! Lobe ehrlich. Lobe bodenständig. Unsichere Kinder werden zu viel, zu wenig oder zur falschen Zeit gelobt und kennen keine Kritik. Wenn die Zeichnung deines Kindes heute nichts Besonderes ist, gaukle ihm nicht vor, sie sei ein epochales Meisterwerk. Mit der Schere extrem zackig unterwegs? Ich würde mich eher in vornehmes Schweigen hüllen, als in Lobeshymnen zu verfallen.

Es kommt beim Loben nicht auf das Ergebnis, sondern auf den Eifer deines Kindes an.

Sag ihm, wie mutig du es findest, dass es von sich aus die unfreundliche Nachbarin so laut gegrüßt hat. Und dass es dir freiwillig helfen wollte, verdient unbedingt eine Würdigung. Auch, wenn dabei das Glas zu Bruch ging.

#3 Lass deine Kinder tun und lassen

Konzentrationsübungen wie aus dem Lehrbuch: Dein Kind baut gerade ein Kartonhaus? Bitte nur nicht ungefragt mit guten Tipps daherkommen! Es verarbeitet tief in seine Arbeit versunken einen ganzen Kübel Straßenmalkreide zu „Mehl“? Bitte nicht stören! Die Köche von morgen bereiten „Smoothies“ aus Regenwasser, Erde und einem Hauch von Brombeeren? Augen zu und lass dich verwöhnen! Was für ein Gefühl für dein Kind, wenn es so richtig läuft, keiner dazwischenredet und es ganz eins sein kann mit seinem Projekt.

#4 Rechentraining im Alltag

Erstes Rechentraining ohne Rechnen: Chips auf den Tisch oder Apfelspalten (ganz nach Lust und Ernährungsbewusstsein) und los geht’s: Großer Spielabend! Würfelspiele, wie etwa das in die Jahre gekommene Mensch-ärgere-dich-nicht bereiten dein Kind auf die Welt der Zahlen vor.

Konzentrationsübung als Schulvorbereitung - meinefamilie.at
Die besten Konzentrationsübungen sind spielerisch im Alltag integriert.

#5 Dein Kind löst Probleme selbst

Hilfe zur Selbsthilfe! Immer Stress am Spielplatz. Der Kleine geht nicht von der Schaukel! Ein wilder Kerl hat schon wieder den Ball weggenommen! Die beiden Mädels sagen gemeine Sachen!

Traue deinem Kind zu, dass es seine Probleme mit anderen selbst in Angriff nehmen kann.

Du bist weder sein Sprachrohr in sämtlichen Angelegenheiten noch Experte für alles. Gib ihm unter vier Augen Tipps, entwickelt gemeinsam eine Handlungsstrategie oder einen passenden Satz für die verzwickte Situation. Vielleicht hat es ja selbst eine Idee, wie es die Sache angehen könnte? Du wirst aus dem Staunen nicht herauskommen. Kinder sind gar nicht so hilflos, wie wir glauben.

#6 Bitte vorlesen

Bücherhelden unter der Kuschenldecke! So manch ein Legastheniker-Vater hat sich schon zum Lieblings-Gutenachtgeschichtenvorleser entwickelt. Die Welt der Kinderbücher ist unendlich bunt, weit und spannend. Selbst wenn meine Kinder sich wünschen, dass ich ihnen Comics vorlese – Uff! Kabumm! Zoing! – es bereichert den Wortschatz!

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EIN ARTIKEL VON
  • Birgit Linhart

    Ich habe Volkskunde und Kulturmanagement in Graz studiert. Mit meinem Mann, unseren drei Schulkindern, den Katzen, Hühnern und Schildkröten lebe ich ein buntes Leben am Rand der Stadt. Ich liebe es, Kindern zuzuhören und mit ihnen zu reden, mag Spontantheater, Kinderbücher, Kernöl und den Sternenhimmel auf der Alm.


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