26. August 2015

Schulweg: Sicher in die Schule

Schulweg: Sicher in die Schule - meinefamilie.at

Experten raten Eltern, den Schulweg frühzeitig mit ihren Kindern zu üben. Wir haben hier einige Tipps für euch zusammengestellt, worauf ihr bei einem solchen „Schulweg-Training“ achten solltet.

Den sichersten Weg finden

Wenn ihr unsicher seid, welcher Weg der beste, der sicherste ist, geht doch einfach auf wien.at. Hier gibt es für jede Volksschule in Wien einen Schulwegplan mit Auflistung der „kritischen Punkte“. Das kann wirklich hilfreich sein! Meist gibt es ja mehrere Möglichkeiten, um sicher in die Schule zu kommen. Bei der Auswahl des Schulweges bedenkt: Der kürzeste Schulweg ist nicht immer der sicherste.

Nehmt ruhig einen Umweg in Kauf, um Schienenstraßen, ungeregelte Kreuzungen und ähnliches zu vermeiden.

Klar sagen, was man meint

Seid in der Kommunikation mit eurem Kind auch beim „Schulweg-Training“ direkt. Sagt eurem Kind ganz klar, worauf es aufpassen soll und bleibt bei den potentiell gefährlichen Stellen ruhig auch mal länger stehen. Vermeidet allgemeine Phrasen wie „Pass auf“ oder „Sei vorsichtig“.

Besser ist: „Schau einmal, da ist eine Garage – da könnte ein Auto herauskommen oder hineinfahren wollen. Da musst du genauso schauen wie bei einem Straßenübergang.“

Eine andere Perspektive einnehmen

Versucht doch mal, den Schulweg mit den Augen eures Kindes zu sehen. Wahrscheinlich werdet ihr verblüfft sein, was einem in etwa 1,10 m Höhe alles den Blick versperren kann: Postkästen, Mistkübel, Fahrradständer sind da im Weg. Macht eure Kinder darauf aufmerksam, dass sie an diesen Dingen vorbeischauen müssen, sich vorbeugen oder meist sogar einen Schritt nach vorne machen müssen, um an den Hindernissen vorbei sehen zu können UND – ganz wichtig – um auch selbst gesehen zu werden. Beides – selbst genügend zu sehen und gesehen zu werden – ist unerlässlich, um sicher in die Schule zu kommen.

Für Ablenkungen sensibilisieren

Kinder lassen sich sehr, sehr leicht ablenken: Ein Flugzeug, das tiefer fliegt als gewohnt. Ein Auto, das eine ungewöhnliche Farbe hat. Ein Geräusch, dessen Herkunft ergründet werden muss. Wahrscheinlich ist alles spannender als auf den Verkehr zu achten.

Kein Kind wird alle Ablenkungen ausblenden können, aber ihr als Eltern könnt die Kleinen auch auf dem Schulweg dafür sensibilisieren, was gefährlich werden kann und warum es etwa auch bei Grün ratsam ist, noch einmal den Links-Rechts-Links-Blick zu machen. Den Größeren macht klar: Mit dem Handy herumzuspielen ist auf den Schulweg keine gute Idee.

Die Sache mit dem Vorbild

Kinder lernen durch Beobachtung, man kann das nicht oft genug sagen. Und das gilt, ob man es nun wahrhaben will, oder nicht, auch für das Verhalten im Straßenverkehr. Mein Sohn hat schon im zarten Alter von 2,5 Jahren Menschen, die bei Rot über die Straße gegangen sind, empört nachgerufen: „Bei Rot nicht gehen!“

Was ihr sonst noch tun könnt

Was ihr sonst noch für die Sicherheit eures Kindes im Straßenverkehr tun könnt: Achtet auf helle, bunte, reflektierende Kleidung und befestigt auch auf der Schultasche reflektierende Anhänger. Da gibt es wirklich großartige Dinge, die auch den Coolsten unter den Kleinen/Großen Freude machen.

Generell gilt: Wenn Kinder sich im Straßenverkehr richtig bewegen, verlangt das von ihnen hohe Konzentration und viel Aufmerksamkeit. Lobt euer Kind deshalb unbedingt, wenn es etwas richtig gemacht hat. Das motiviert ganz bestimmt, so weiter zu machen und ihr seid dem Ziel „sicher in die Schule“ wieder einen Schritt näher.

„Geschenkte Zeit“ mit eurem Kind

Schule ist für das Kind und auch für die Eltern eine neue Erfahrung. Mein Sohn hatte großes Glück und ist im vergangenen Jahr in eine wunderbare Schule mit einer noch wunderbareren Lehrerin und den besten und liebsten Klassenkollegen, die man sich nur wünschen kann, gekommen. Im Laufe des Jahres hat er unheimlich viel gelernt… und ich meine damit nicht nur Lesen, Schreiben und Rechnen. Er hat auch eine extra Portion Selbstbewusstsein bekommen und viel Selbständigkeit dazu erworben.

Trotzdem haben mein Mann und ich ihn jeden Tag zur Schule begleitet und ich kann sagen: Das Kind zur Schule zu bringen und es (meist) fröhlich hineingehen zu sehen bzw. auch es so oft wie möglich selbst abzuholen und fröhlich aus der Schule herauskommen zu sehen, war für uns beide wirklich beglückend und so wie wir das erlebt haben, hat auch unser Sohn diese spezielle Aufmerksamkeit genossen.

Trotzdem sind wir davon überzeugt, dass das „Schulweg-Training“, das wir davor gemacht haben, in jedem Fall eine gute Investition und ein wichtiger Punkt in Sachen Verkehrserziehung unseres Kindes war. Und ganz ehrlich: Allein deshalb würde ich es jederzeit wieder so machen.

Wie das heuer sein wird, wird man sehen. Wir sind für alles offen… werden aber bestimmt mindestens die ersten Tage noch an seiner Seite sein und schauen, wie er sich tut und wenn er dann alleine gehen möchte, dann werden wir ihn wohl lassen. Und uns denken: wieder ein Stück Loslassen geschafft. 😉

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EIN ARTIKEL VON
  • Andrea Harringer

    „Meine Mami schreibt das auf, was ihr andere Leute erzählen.“ Das sagte mein Sohn, als man ihn fragte, was seine Mama beruflich mache. Seit 2001 bin ich Redakteurin in der Erzdiözese Wien, schreibe für den „Sonntag“ und versuche, Themen wie Familie, Kinder und Erziehung auch aus einem christlichen Blickwinkel zu beleuchten.


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