13. April 2015

Lesen lernen und üben


Es gibt viele nette Möglichkeiten, die dem Kind einen spielerischen Umgang mit den Kulturtechniken Lesen und Schreiben bieten. Wir stellen einige vor.

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Lesen und Schreiben von Anfang an

Lesen und Schreiben gelten als die Schlüsselkompetenzen, über die wir verfügen müssen, um im Bereich der (Aus-) Bildung reussieren zu können. Sagt man den Lese- und Schreibanfängern aber: „Du musst jetzt schreiben lernen! Du musst jetzt lesen üben!“ nimmt man ihnen jegliche Motivation – wer will schon gerne etwas tun müssen? Wer macht das gerne, wozu er gezwungen wird? Dabei gibt es so viele nette Möglichkeiten, die dem Kind einen spielerischen Umgang mit den Kulturtechniken Lesen und Schreiben bieten.

Die tägliche Übung zum Lesen

Im Mitteilungsheft meines Sohnes (1. Klasse Volksschule) findet sich in regelmäßigen Abständen ein Elternbrief mit der Aufforderung an alle Eltern, mit ihren Kindern täglich „ein bisschen“ das Lesen zu üben. Auch sind wir aufgefordert, die Lesehausübung, die uns das Kind vorgelesen hat, zu unterschreiben. Nun ist mein (jüngster) Sohn im Vergleich zu anderen sehr lesewillig und wir haben mit dem Üben kein Problem. Letztens aber war ein Freund von ihm zu Besuch und als ich die beiden aufforderte, die Lesehausübung doch gemeinsam zu machen, maulte der Gast lautstark, während der Gastgeber sofort die Lesemappe aus der Schultasch fischte. Sie einigten sich darauf, die in Spalten angeordneten Wörter abwechselnd zu lesen. Gesagt, getan. Beim zweiten Durchgang – ja, die Buben machten freiwillig einen zweiten Durchgang! – fing der andere an, sodass am Ende jeder der beiden Freunde alle Wörter gelesen hatte. Und siehe da: Sie forderten einen dritten Lesedurchgang ein: Jeder solle seine Lieblingswörter lesen. Und man höre und staune, beim vierten (!) Durchgang, sagte unser Gast: „So macht Lesen Spaß!“

Fazit: Gemeinsames Lesen mit Gleichaltrigen ist spannender und lustiger als alleine, nur um die Unterschrift der Mutter auf die Lesehausübung zu bekommen. Natürlich kann in Ermangelung eines Gleichaltrigen mit Mutter, Vater oder Bruder abwechselnd gelesen werden.

Schon die Tafelklassler schreiben lassen

Kinder der ersten Schulstufe schreiben so, wie sie hören. Sie ordnen den Lauten die bereits gelernten Zeichen zu. Dies ist eine ziemlich großartige Leistung, die nicht unterschätzt werden darf. Daher ist es auch kontraproduktiv, den Kindern dann, wenn sie eine freiwillige schriftliche Äußerung von sich gegeben haben, sofort mit dem Rotstift zu kommen und zu sagen: „Aber da hast du einen Fehler gemacht, da gehört ein Großbuchstabe und da fehlt ein R…“

Viel motivierender ist es, dem Kind Lob auszusprechen dafür, dass es überhaupt etwas geschrieben hat. Der Fehler ist in diesem Fall ja kein Fehler – das Kind schreibt, was es hört. Und diese Entschlüsselung ist eine höchstanspruchsvolle kognitive Leistung. Je mehr das Kind mit den Rechtschreibregeln konfrontiert wird, umso mehr werden diese verankert und umso richtiger wird es schreiben. Es muss aber erst lernen, dass das Wort „Mutter“ so geschrieben wird, obwohl es doch eher gesprochen wird wie „muta“,„MUTA“ oder „muTa“.

Kinder erfahren neue Kommunikationswege

Die Kinder bereits in der ersten Phase des Schreibenlernens zum Schreiben zu motivieren, ist insofern besonders wertvoll, da das Kind merkt, dass die Schriftsprache eine sehr wichtige Quelle der Information darstellt und eine wesentliche Kommunikationsfunktion besitzt.

Tipp:

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EIN ARTIKEL VON
  • Gabriela Paul

    Ich bin Mutter von drei Kindern. Nach meinem Germanistikstudium arbeitete ich jahrelang im Marketing. Dann entschied ich mich zu einer 180°-Wende und wurde römisch-katholische Religionslehrerin. Jetzt unterrichte ich Religion und Deutsch für Kinder mit Migrationshintergrund.


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