24. April 2015

Leseförderung mit Reimen, Memory & Co.


Lesen kann unheimlichen Spaß machen und Kinder können etwas lernen, ohne es zu merken. Hier ein paar Tipps, um die Leseförderung lustig zu gestalten.

Lesen, Schreiben, Sprechen – alles sehr „wortlastige“ Tätigkeiten, die in ihrer ganz spezifischen Form und Art auch ganz spezifische Anforderungen an den jeweils Kommunizierenden stellen und ganz unterschiedliche Kompetenzen erfordern und schlussendlich auch fördern. Dass diese Tätigkeiten aber unheimlichen Spaß machen können und die Kinder „etwas lernen“, ohne es zu merken (oder zumindest mit einem gehörigen Spaßfaktor), bleibt oft auf der Strecke. Hier ein paar Tipps, die Leseförderung lustig zu gestalten!

Lese-Memory spielen

Wer kennt sie nicht, die berühmten Memory-Spiele. Es gibt sie in allen Varianten und Formen, mit Tieren, Sportarten, Kunstgemälden sogar. Die einfachsten Varianten sind zum Lesenlernen die besten: Man nehme eine Serie der Bilder und beschrifte gleich große Kärtchen mit dem entsprechenden Wort – wenn man dies das Kind bereits selbst machen lässt, übt es auch gleich das Schreiben. Beim Spiel müssen nun jene Paare gefunden werden, bei denen Bild und Wort zusammenpassen.

Leseförderung - meinefamilie.at
Beispiele aus dem Memory: Ravensburger 23103 – Kinder memory® – Mitbringspiel

Reimen

Eine besondere Leseübung für Kinder, die überhaupt noch nicht lesen können (!), ist, mit ihnen gereimte Bilderbücher zu lesen. Dies fördert das Sprachbewusstsein bereits im Kindergartenalter. Man nehme ein Bilderbuch, das in Reimen geschrieben ist – zum Beispiel „Wie kommt die Ratte auf die Matte? – 45 gereimte Geschichten zum Staunen und zum Fertigdichten“. Der Erwachsene liest den größten Teil vor, lediglich vor dem letzten Reimwort stoppt er, das Kind muss das passende Reimwort finden. Das macht den Kindern unheimlich viel Spaß! Und es stellt ein gutes Training dar, bevor man mit dem Sprössling zur Schulanmeldung schreitet, denn in den meisten Volksschulen wird das Kind gebeten, Reimwörter zu bestimmten anderen zu finden.

Leseförderung am ungewohnten Platz

Leider sind nicht alle Kinder von Anfang an Leseratten – manche werden es auch nie. Diese Erfahrung musste ich bei meinen drei Kindern auch machen: Während die Große bereits im Kindergartenalter sämtliche Bücher wahrlich „verschlungen“ hat und jetzt so eine richtige Leseratte geworden ist, verweigerte der Mittlere die Bücher ab dem Moment, ab dem er selbst lesen sollte. Vorlesen war immer in Ordnung, aber selbst lesen? Naja. Muss nicht sein. Daher versuchte ich nun beim Kleinsten, diesem Desinteresse von Anfang an entgegenzuwirken. Und was ihn am meisten motiviert, ist Folgendes: Wir suchen uns einen ganz ungewohnten Platz zum Lesen: unter dem Tisch, zwischen Sofa und Wand, im Kleiderschrank mit Taschenlampe. Einmal saßen wir sogar schon im Kofferraum unseres Autos (im abgestellten natürlich…). Bei dem herrlichen Frühlingswetter derzeit werden wir demnächst vielleicht auf einen Baum klettern. So macht Lesen richtig Spaß!

Wörter-Suchen

Eine Leseübung für Leseanfänger stellt diese Variante dar: Man liest dem Kind eine Geschichte vor, die möglichst auf einer Doppelseite geschrieben ist. Der Erwachsene, der liest, lässt den Finger unter der Zeile mitwandern, liest aber in seinem gewohnten Vorlesetempo. Am Ende fordert man das Kind auf: „Zeig mir, wo der Name des Mädchens steht!“ oder „Zeig mir das längste Wort, das du findest!“ oder „Was hat der Wolf gefressen? Zeig mir das Wort!“ Diese Fragen hängen natürlich von der Geschichte selbst ab, das ist klar, aber Ziel ist, dass das Kind in einer „Unmenge“ von Wörtern das Wort identifizieren kann, das gesucht werden soll.

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EIN ARTIKEL VON
  • Gabriela Paul

    Ich bin Mutter von drei Kindern. Nach meinem Germanistikstudium arbeitete ich jahrelang im Marketing. Dann entschied ich mich zu einer 180°-Wende und wurde römisch-katholische Religionslehrerin. Jetzt unterrichte ich Religion und Deutsch für Kinder mit Migrationshintergrund.


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