6. März 2015

Schlaflose Nächte – Teil des Elterndaseins


Ich bewundere (und beneide) Eltern, deren Kleinkinder gut und fest durchschlafen, mitunter sogar in ihren eigenen Betten. Unsere neun Kinder bescherten uns viele Jahre schlaflose Nächte mit vielen ungeahnten Facetten.

Mein Nachtleben: Schlaflose Nächte

Ich bewundere (und beneide) Eltern, deren Kleinkinder gut und fest durchschlafen, mitunter sogar in ihren eigenen Betten. Auch wenn meine Frau und ich uns nach jeder Geburt vorgenommen hatten, es diesmal ganz anders zu machen, blieb der durchschlagende Erfolg aus. Unsere neun Kinder bescherten uns viele Jahre schlaflose Nächte mit vielen ungeahnten Facetten.

Kind Nr. 1: Mein Wecker um 2 Uhr morgens

Allein die Babyzeit unseres Erstgeborenen bedeutete einen frühen Höhepunkt. Vom Ende einer ausgiebigen Stillzeit bis zum vierten Lebensjahr überkam Dominik täglich zwischen zwei und drei Uhr Früh der heftige Wunsch nach seinem Flascherl. Daran gibt es nichts auszusetzen – Babys sollen viel trinken! Erschwerend kam freilich der Umstand hinzu, dass unser Ältester ganz genaue Vorstellungen hatte, welcher Schnuller wann zu welchem Behältnis genommen werden musste.

Eine Zeit lang führte ich eine Tabelle, in der ich die Daten vermerkte, doch kam ich davon wieder ab, da sich kein in sich schlüssiges System ableiten ließ.

Kind Nr.7: Der Nachtmensch

Bei unserem siebenten Kind stellte sich bald heraus, dass die Natur es als Nachtmenschen programmiert hatte. Jakob wollte nicht schlafen. Herkömmliche Methoden waren genauso erfolglos wie ausgefallenere: Wir schleppten den Kinderwagen ins Haus und drehten einsame Runden, wippten beherzt im Schaukelstuhl oder trugen ihn stundenlang im Arm.

Mit dem Auto gegen schlaflose Nächte

Einmal fuhr ich mit ihm im Auto von Graz bis Frohnleiten, ehe er einnickte. Als er beim nächsten Mal noch in Bruck hellwach in seinem Kindersitz saß, wurde mir bewusst, dass diese Art des „Einheians“ auf die Dauer zu aufwändig sein würde.

Familientreff Ehebett

Meine schlaflosen Nächte sind jedenfalls – wie gesagt – sehr aufregend und voller Überraschungen. Oft sickern nämlich die lieben Kleinen lange nach Mitternacht, mit Pölstern und Decken ausgerüstet, ins Elternbett ein, mit Interesse das Ganze überblickend: „Wer ist denn schon alles da?“ Während meine Frau es offensichtlich genießt, möglichst viele kleine Kinderkörper hautnah auf oder neben sich zu spüren, verlasse ich, der leider ein wenig unter Klaustrophobie leidet, ab einer gewissen Belegzahl das nächtliche Familientreffen. Ich beziehe dann eines der verwaisten Stockbetten, um friedlich und fest bis in den Morgen hinein zu schlafen.

Ich kann also, was meine schlaflosen Nächte betrifft, weiters nicht klagen. Allerdings irritierte mich die Frage, die unser dreijähriger Jakob meiner Frau kürzlich stellte, doch ein wenig: „Lebt der Papa eigentlich noch bei dir? Ich habe ihn schon lange nicht mehr in eurem Bett gesehen…“

Tipps:

  • Klären Sie als Eltern gemeinsam die entscheidende Frage: Kind im Bett oder nicht?
  • In der Stillzeit bewährt sich die Variante „Kind im Bett“ für die Mutter, weil sie ihre Nachtruhe kaum unterbrechen muss, um das Baby zufrieden zu stellen. Im optimalen Fall schlafen beide nach wenigen Minuten wieder tief und fest – und der Papa hat gar nichts gemerkt!
  • Manchmal schlafen Kleinkinder bei den Großeltern oder anderen mitleidsvollen Verwandten viel besser. Nützen Sie ein solches Angebot, wenn sie eines bekommen, und regenerieren Sie sich.
  • Im Leben gleicht sich früher oder später vieles aus – Sie werden sich wundern, wie gerne und ausgiebig Pubertierende schlafen!

Unser Tipp: Schlafen trotz Kind: Der Partner macht’s möglich

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EIN ARTIKEL VON
  • Gottfried Hofmann-Wellenhof

    Mit meiner Frau habe ich fünf Söhne, drei Töchter und einen Adoptivsohn aus Kamerun. Die Erfahrungen mit meiner Großfamilie teile ich in Kolumnen und Büchern. Meine Hobbys: Hometrainer, Fußballmatches meiner Söhne, Kochen und Lesen.


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