3. August 2017

Mamas brauchen genug Schlaf

Mamas brauchen genug Schlaf - meinefamilie.at

Wir Mütter müssen in erster Linie für uns selbst sorgen, um die Herausforderung des Mama-Seins für längere Zeit durchzuhalten.

Mein Mann und ich hatten viele Gelegenheiten, verschiedenste Familien in unserem Bekanntenkreis zu beobachten und zu erleben, bevor wir selbst Kinder bekamen. Für uns war von Anfang an klar, dass wir mehr als zwei Kinder wollten. Georg träumte von zehn Kindern, für mich persönlich war das vor allem eine Frage der Belastbarkeit. Ich hatte beobachtet, dass viele Frauen, die ich aus der Zeit vor der Kinderphase kannte, plötzlich saft- und kraftlos wirkten, seit sie Mütter waren. Das hing sehr oft mit dem Thema „Schlafen“ zusammen. Kein Wunder – wenn man Monate und Jahre an chronischem Schlafmangel leidet, sinkt der Energielevel beachtlich.

Ich hatte den Eindruck, dass alle diese Mütter das Beste wollten für ihre Kinder. Das ist wichtig und gut so. Doch gleichzeitig hatte ich den Eindruck, dass manche dabei auf sich selbst vergaßen. Eine Zeit lang verzeiht das der eigene Körper und die Psyche, doch wenn dieser Zustand länger andauert, hat das negative Auswirkungen. Vor allem wenn sich ein weiteres Geschwisterchen ankündigt und nur wenig Unterstützung von außen vorhanden ist, können Frauen in einer regelrechten Krise enden. Überforderung. Depression. Burnout.

Eine Mama muss genug schlafen

Ich möchte hier kein total negatives Bild malen, aber mir persönlich ist es wichtig, zu betonen, dass wir als Mütter in erster Linie für uns selbst sorgen müssen, um die Herausforderung des Mama-Seins für längere Zeit durchzuhalten.

Nur eine halbwegs aufgetankte Mutter kann sich gut um ihr Kind kümmern!

Dazu gehört auch das Thema Schlaf. Ein Erwachsener braucht regelmäßig ca. sieben Stunden Schlaf, um gesund zu bleiben. Als Mama in der Stillphase muss man darum kämpfen, um ausreichend Schlaf zu bekommen. Es ist wunderbar, wenn eine Mutter es genießt, mit dem Baby im Arm einzuschlummern oder es die ganze Nacht stillbereit neben sich zu haben, sofern sie dabei selbst genug schlafen kann. Auch die Gewohnheit, sich am Abend zu den Kindern zu legen, bis sie eingeschlafen sind, finde ich schön, wenn man es selbst genießen kann.

Ungestörte Zeit ist wichtig

Hat eine Mutter allerdings nicht das Bedürfnis nach so viel Nähe zu ihrem Kind, sollte man ihr das, finde ich, nicht vorwerfen. So manche Mutter, besonders eine hochsensible, braucht manchmal auch Abstand von ihrem Schützling, um selbst zur Ruhe zu kommen. In diesem Fall ist ihr am besten geholfen, wenn mal jemand das Baby mit dem Kinderwagen spazierenfährt und sie einfach ungestörte Zeit hat, um sich auszuruhen.

Ich bin so eine Mutter und kann mich erinnern, wie anstrengend für mich die Baby-Phase meiner Kinder war. Deshalb bin ich sehr froh, dass auch mein Mann sich Gedanken über Themen wie das Schlafengehen und Stillen machte. Wir fanden ein sehr hilfreiches Buch mit dem Titel: „Schlaf gut, mein kleiner Schatz – Wie Ihr Baby rundum zufrieden wird und endlich durchschläft“ von Gary Ezzo und Robert Bucknam. Ja, es sind tatsächlich zwei Männer, die dieses Buch geschrieben haben! Ein Kinderarzt und ein Familienberater geben darin sehr sinnvolle, praktische Tipps zum Thema Stillrhythmus und Schlafgewohnheiten, die bei unseren Kindern sehr gut funktioniert haben. Dadurch hat sich das Thema „Schlafengehen“ nie zu einem großen Problem entwickelt und die Kinder haben auch relativ schnell durchgeschlafen. So hatte ich letztendlich auch die Kraft und Energie, um vier Kinder zu bekommen und großzuziehen!

Kein unnötiger Druck beim Schlafen

Auch heute dauert bei uns das Abendritual nicht besonders lang. Wir beten für die Kinder, kuscheln kurz und geben ihnen einen Kuss. Gute Nacht. Ausgiebig gekuschelt wird zu anderen Tageszeiten. Unsere Kinder sind insofern sehr unkompliziert und ich bin froh darüber.

Ich habe den Eindruck, dass Mütter heute sehr hohe Ansprüche an sich selbst stellen, viel höher als noch vor 20 Jahren. Es ist ja positiv, sich so viele Gedanken über das Wohlergehen und die gesunde Entwicklung unserer Schützlinge zu machen. Doch gleichzeitig dürfen wir nicht auf uns selbst vergessen! Setzen wir uns also bitte nicht selbst unnötig unter Druck! Es gibt mehrere gute Wege, um Kinder zu gesunden, starken Persönlichkeiten heranwachsen zu lassen.

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EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Wieselburg. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung zur Krankenschwester sozial in Indien tätig. Jetzt unterrichte ich mit meinem Mann unsere vier Kinder zuhause und bin als Autorin und Kulturvermittlerin im Stift Melk tätig.


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