4. Februar 2015

Prioritäten setzen, aber richtig – Teil 1


Ich nehme mir als erstes Zeit für Gott und kümmere mich gut um mich selbst. Seit ich versuche, diese Prioritäten konsequent umzusetzen, merke ich, wie mir das Dasein für Ehemann und Kinder viel leichter fällt.

Gott und ich selbst zuerst, dann die Familie

Ich weiß nicht, in welchem der vielen guten christlichen Ratgeber ich das gelesen habe, jedenfalls ist es mir in den vergangenen Jahren mehrmals untergekommen: das richtige Setzen unserer Prioritäten als Mütter bzw. Väter. Ich kann mich noch erinnern, als ich mich vor Jahren das erste Mal damit beschäftigt habe. Es war für mich neu und befremdlich, die Dinge so klar aufgelistet zu sehen:

  1. Meine Beziehung zu Gott
  2. Meine Beziehung zu mir selbst
  3. Meine Beziehung zu meinem Partner
  4. Meine Beziehung zu meinen Kindern
  5. Danach erst kommen alle anderen Beziehungen und auch die Arbeit

Als Mütter reagieren wir so oft aus Notwendigkeit heraus und setzen unsere Prioritäten ganz anders:

  1. Die Kinder
  2. Der Ehemann
  3. Alle anderen, die etwas brauchen
  4. Gott
  5. Ich selbst

Für manche wirkt diese zweite Liste ganz natürlich, ganz normal. Es ist halt so: Als Mutter muss man in erster Linie für die anderen da sein und auf sich selbst vergessen. Doch das ist nicht gut!

Egoismus aufgeben, aber nicht die Selbstliebe

Es steht auch nirgends in der Bibel, dass wir auf uns selbst vergessen oder uns gar selbst schlecht behandeln sollen. Unseren Egoismus sollen wir aufgeben, ja. Aber nicht unsere Selbstliebe. Der Vers „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, der in der Bibel mehrmals vorkommt (z.B. in Mk 12,31), beinhaltet ja auch Selbstliebe: WIE dich selbst, nicht MEHR ALS dich selbst. Nur, wenn ich mich selbst gut versorge, kann ich auch für andere gut da sein. Eigentlich logisch. Warum also ist das so schwierig umzusetzen und so sehr mit schlechtem Gewissen behaftet?

Ich schreibe das mit Nachdruck, weil ich immer wieder den Eindruck habe, dass Eltern, besonders aber Mütter, sehr anfällig sind für das „Helfersyndrom“ und so lange geben, geben und nochmals geben, bis sie total erschöpft sind. Das Problem dabei ist, dass wir aus unserer eigenen Kraft heraus geben und diese eben sehr schnell ausgeht. Wenn dann die Dankbarkeit auch noch ausbleibt, schleicht sich langsam der Frust ein. Ich kenne das sehr gut von mir selbst. Wenn ich mich schon so für die anderen aufopfere, dann möchte ich zumindest ein ordentliches Danke und Schulterklopfer dafür. Das ist wohl das Mindeste, das sie tun können. habe ich oft gedacht.


Gott ist die Quelle meiner Kraft

Es hat eine Zeit gedauert, bis ich begriffen habe, welchen Sinn die erste Prioritätenliste hat. Seit ich versuche, sie konsequent umzusetzen, also mir als erstes Zeit für Gott zu nehmen und mich um mich selbst gut zu kümmern, merke ich, wie mir das Dasein für Ehemann und Kinder viel leichter fällt. „Die Freude am Herrn ist eure Stärke“ heißt es in Neh. 8,10, einem meiner Lieblingsverse. Und es stimmt! Wenn ich mir die Zeit gönne, mich an Gott zu freuen, sei es durch das Hören einer Lobpreis-CD oder ein Gespräch mit ihm, verspüre ich plötzlich so viel mehr Energie! Eine ungestörte Viertelstunde mit Gott macht einige Stunden Schlafdefizit wieder wett, das habe ich ausprobiert. Und von Gott bekomme ich auch immer wieder jede Menge neuer Ideen, was ich mir selbst und auch den anderen Gutes tun könnte. Er ist die Quelle meiner Kraft und Kreativität.

Passend dazu: Prioritäten setzen, Teil 2

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EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Wieselburg. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nun unterrichte ich mit meinem Mann unsere vier Kinder zuhause und bin Autorin und Kulturvermittlerin im Stift Melk.


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