16. März 2015

Papa und ich: Eine besondere Zeit


Kinder genießen die Zeit allein mit einem Elternteil. Und von Papa und Sohn-Zeiten profitiert die ganze Familie. Eine Mutter erzählt.

Heute ist Papa nur für mich da

Papa kommt gerade mit seinem vierjährigen Sohn Georg vom Wochenendeinkauf zurück. Georg liebt diese „Männerausfahrten“ sehr. Die beiden sind dabei, gemeinsam die Sachen aus der großen Einkaufskiste zu verstauen, als sich die größere Schwester Clara dazugesellt. „Das Joghurt gehört aber weiter runter im Kühlschrank!“, bemerkt Clara und beginnt das Joghurt umzuräumen. Papa erwidert freundlich, aber bestimmt: „Danke, Clara! Das haben Georg und ich schon wieder vergessen! Aber weißt du, heute hilft mir Georg und du bist ein anderes Mal dran. Vielleicht kannst du inzwischen schauen, ob der große Blumenstock im Wohnzimmer gegossen werden muss.“ „Nein!“, zischt Clara und verlässt wütend die Küche.

Zeit mit Papa verbringen

Kinder genießen es sehr, wenn sie Zeit alleine mit einem Elternteil verbringen können. Dazu ist es oft gar nicht notwendig, etwas Außergewöhnliches wie einen Museumsbesuch oder ähnliches zu unternehmen. Alltägliche Erledigungen wie einkaufen, den Großeltern etwas vorbeibringen, etwas zur Reparatur bringen…können viel öfter ausgenützt werden als besondere Unternehmungen, für die nur seltener Zeit bleibt. Papa kann diese Zeit mit Georg mit vielen wichtigen Kleinigkeiten füllen.

Erstens: zuhören. Meist fangen Kinder in solchen Situationen von sich aus an, alles Mögliche aus ihrer Erlebniswelt zu erzählen. Geduld und Aufmerksamkeit beim Zuhören geben dem Kind das Gefühl, dass es wahrgenommen und geliebt wird. Natürlich ist es dafür notwendig, dass der gemeinsame Einkauf von Papa und Sohn nicht unter Zeitdruck stattfindet. Schon eine halbe Stunde mehr Zeit, die Papa für sich und Georg einplant, macht es eher möglich, dass die beiden das Einkaufen genießen können.

Kinder wollen Papa helfen

Weiters lieben es Kinder bis zehn Jahre und sogar darüber hinaus, wenn sie den Erwachsenen bei ihren Aufgaben helfen dürfen. Es ist nicht immer leicht, sich besonders von noch kleineren Kindern helfen zu lassen. Je besser es jedoch dem Erwachsenen gelingt, eine Möglichkeit zu finden, wie die Kleinen doch eine echte, wenn auch oft nur winzige Hilfe sein können, desto mehr wird dadurch das Selbstbewusstsein des Kindes gestärkt und es fühlt sich wichtig und gebraucht.

Papa gelingt es nebenbei, seinen Kindern noch eine andere wichtige Botschaft zu vermitteln. Er nimmt den Hinweis seiner Tochter ernst und gesteht ihr zu, dass sie ihm sagen kann, wo er sich geirrt hat. Auch wenn es sich nur um so etwas Belangloses wie ein Joghurt auf dem falschen Platz im Kühlschrank handelt, ist Papa ein Vorbild für seine Kinder, dass man „Fehler“ zugeben und Kritik annehmen kann. Trotzdem behält er die „Zügel“ in der Hand und lässt sich von seiner Tochter nicht die Zeit, die jetzt für seinen Sohn alleine reserviert sein soll, entreißen. Da Clara wahrscheinlich schon öfters die Erfahrung gemacht hat, dass ihr Papa sich für sie genauso ganz speziell Zeit nimmt, ist sie zwar im Moment verärgert, aber sicher nicht sehr lange. So kann eine unscheinbare Alltagserledigung wie das Einkaufen zu einem großen Beziehungs- und Erziehungstool werden.

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EIN ARTIKEL VON
  • Alexandra Schwarz

    In den Stella Kindergruppen und als Familienberaterin begleite ich Eltern in ihrer wunderbaren und spannenden Aufgabe der Erziehung. Als Mutter von sieben Kindern weiß ich, wie viel Freude Kinder bereiten, aber auch, wie hilfreich es sein kann, bei so mancher Herausforderung einen Input von „außen“ zu bekommen.


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